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Neuigkeit vom 14. Juni | zur Übersicht

Höhere Abschlüsse zahlen sich langfristig aus

Bachelorabsolventen verdienen auf längere Sicht deutlich weniger als andere Hochschulabsolventen. Das zeigt eine jetzt veröffentlichte Analyse des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit (IAB).
Foto: Thomas Kölsch/Pixelio

Im Alter von 25 Jahren ist das Gehalt von Bachelorabsolventen mit dem von Absolventen beruflicher Fortbildungsabschlüsse wie einem Meister oder einem Techniker vergleichbar; Master- und Diplomabsolventen erzielen zu diesem Zeitpunkt schon ein etwas höheres Einkommen. Mit steigendem Alter und längerer Berufserfahrung werden die Einkommensunterschiede zwischen den Qualifikationsgruppen dann größer: Bachelorabsolventen können sich zunehmend von Arbeitnehmern mit beruflichen Fortbildungsabschlüssen absetzen, müssen aber im Vergleich zu Master- und Diplomabsolventen Einkommensnachteile in Kauf nehmen. Das geht aus einer aktuellen Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) der Bundesagentur für Arbeit hervor. „Damit bestätigen unsere Analysen den bekannten Befund, wonach sich Bildung lohnt – und zwar mit dem Alter tendenziell zunehmend“, schreiben die Arbeitsmarktforscher Bernhard Christoph, Ute Leber und Heiko Stüber in ihrer Analyse.

Während 25-jährige Beschäftigte mit einem Master- oder Diplomabschluss laut IAB im Durchschnitt rund 2900 Euro brutto im Monat erhalten, sind es bei Bachelorabsolventen 2750 Euro. 34-jährige Beschäftigte mit Master- oder Diplomabschluss verdienen demnach im Durchschnitt etwa 4380 Euro brutto im Monat, mit Bachelorabschluss 3880 Euro. Bei Beschäftigten mit Fortbildungsabschlüssen wie einem Meister oder Techniker steigt der Brutto-Monatsverdienst dem IAB zufolge von 2750 Euro im Alter von 25 auf gut 3530 Euro im Alter von 34, bei Personen mit einem Berufsabschluss liegt der durchschnittliche Verdienst bei rund 2200 Euro bzw. 2700 Euro.

Darüber hinaus hat das IAB ermittelt, dass Personen mit Bachelorabschluss sich hinsichtlich des Anforderungsniveaus der von ihnen ausgeübten Tätigkeiten erheblich von Personen mit einem Master- oder Diplomabschluss unterscheiden. Während mehr als die Hälfte der Master- oder Diplomabsolventen eine Tätigkeit auf dem höchsten Anforderungsniveau („Experten“) ausübe, sei dies bei nur gut einem Drittel der Bachelorabsolventen der Fall. Gleichzeitig liege der Anteil der Bachelorabsolventen, die auf den nächst niedrigeren Tätigkeitsniveaus der Spezialisten und Fachkräfte arbeiten, jeweils etwa zehn Prozent über dem entsprechenden Anteil der anderen Hochschulabsolventen. Der Einkommensunterschied zwischen Bachelorabsolventen auf der einen Seite und Absolventen mit einem Master- bzw. Diplomabschluss auf der anderen Seite dürfte sich den IAB-Forschern zufolge daher zumindest zum Teil auch dadurch erklären, dass beide Gruppen trotz des vorhandenen Hochschulabschlusses unterschiedliche Tätigkeitsfelder besetzen.

Seit Beginn der 2000er Jahre wurden die traditionellen Studienabschlüsse Diplom und Magister durch die gestuften Studienabschlüsse Bachelor und Master abgelöst; mittlerweile ist die Umstellung weitestgehend abgeschlossen. Da ältere Hochschulabsolventen in der Regel nicht von der Umstellung auf die gestuften Studiengänge betroffen waren, bezieht sich die IAB-Studie nur auf die Gruppe der 25- bis 34-jährigen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten. (ph)

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