Autobauer

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Bei internationalen Investitionen in automobile Zukunftsmärkte sind keineswegs die traditionellen Autobauer führend. Statt dessen stecken vor allem Technologieunternehmen und Finanzinvestoren ihr Geld in diesen Bereich des Mobilitätssektors. Das zeigt die Analyse „Investitionen im Zukunftsmarkt Mobilität“ der Managementberatung Bain & Company. Demnach haben in den vergangenen fünf Jahren Tech-Spezialisten weltweit insgesamt rund 100 Milliarden US-Dollar in automobile Zukunftsmärkte investiert, bei Finanzinvestoren waren es 74 Milliarden US-Dollar. Die traditionellen Autobauer kamen der Analyse zufolge auf elf Milliarden US-Dollar und die Zulieferer auf 37 Milliarden US-Dollar.

Insgesamt sind laut Bain & Company in den vergangenen fünf Jahren 292 Milliarden US-Dollar in automobile Zukunftsmärkte geflossen – mehr als ein Drittel davon in den Bereich autonomes Fahren, gefolgt von Shared Mobility, Elektroantrieben und Konnektivität. 197 Milliarden US-Dollar des Transaktionsvolumens entfielen dabei auf Fusionen und Übernahmen, 95 Milliarden auf Beteiligungen an privaten Finanzierungsrunden.

Auch regional gab es Schwerpunkte: Im Fokus der Investoren standen insbesondere Unternehmen in den USA und China, die insgesamt drei Viertel der Gelder anzogen. Deutschland kam mit rund neun Milliarden US-Dollar auf gerade einmal drei Prozent der Gesamtinvestitionen.

Wie das Beratungsunternehmen ausführt, haben sich die Unternehmen der Automobilbranche in den vergangenen fünf Jahren überwiegend in den Bereichen Shared Mobility und autonomes Fahren engagiert. Vergleichsweise gering sei das Engagement der Hersteller hingegen bei Elektroantrieben und Konnektivität gewesen. Die Zulieferer wiederum haben demnach vor allem in Elektroantriebe und autonomes Fahren investiert.

Die Automobilbranche steht laut Bain vor massiven Veränderungen. Die fünf wesentlichen Trends bezeichnen die Analysten als die „5 Races“:

  • Real Customer Focus (echter Kundenfokus)
  • Autonomous Driving (autonomes Fahren)
  • Connectivity (Konnektivität)
  • Electric Powertrain (elektrischer Antrieb)
  • Shared Mobility (gemeinsam genutzte Mobilität)

Bain geht davon aus, dass führende Fahrzeughersteller mit einer ausbalancierten Mischung aus Zukäufen, Beteiligungen, Partnerschaften sowie eigener Forschung und Entwicklung alle fünf Zukunftsbereiche adäquat abdecken können. Die besten Unternehmen werden demnach ihre Aktivitäten und Investitionen auf jene Bereiche konzentrieren, die auf ihre Gesamtstrategie einzahlen und ein Alleinstellungsmerkmal bringen. Auch für die Zulieferer ist Differenzierung entscheidend. Vorreiter heben sich demnach von der Konkurrenz beispielsweise durch ihre Innovationsführerschaft bei Produkten und Dienstleistungen, durch beste Fertigungsprozesse und -verfahren oder durch Kostenführerschaft ab.

„Auch wenn Technologieunternehmen bei den Investitionen heute mit großem Abstand vorne liegen, ist das Rennen noch nicht entschieden“, heißt es bei Bain. Ausschlaggebend sei am Ende das Gesamtpaket aus eigenen Fähigkeiten und strategischen Partnerschaften mit den jeweils führenden Unternehmen. Autohersteller und Zulieferer müssten ihre Aktivitäten jedoch noch deutlich intensivieren, um nicht abhängt zu werden.

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