Batteriebedarf

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Mehr Geld für die Batterieforschung, Aufbau einer Batteriezellproduktion in Deutschland, schnellerer Transfer von Forschungsergebnissen in die Anwendung – das sind die Kernpunkte des Dachkonzepts „Forschungsfabrik Batterie“, das Bundesforschungsministerin Karliczek in dieser Woche beim „Batterieforum Deutschland“ in Berlin vorstellte. In den kommenden vier Jahren will das Bundesforschungsministerium demnach angesichts des Wachstums beim Batteriebedarf weitere 500 Millionen Euro investieren, um die technologische Souveränität Deutschlands in der Batterietechnologie zu sichern. Das Geld soll in die gesamte Wertschöpfungskette fließen: die Materialforschung, die Konzeption der Zellen und Prozesse sowie die Produktionsforschung für eine industrielle Batteriezellfertigung.

Batteriebedarf steigt weltweit an

Weltweit steigt die Nachfrage nach Batterien, und die Batterieproduktion gilt als eine Schlüsseltechnologie. Das Öko-Institut hat im Rahmen des Forschungsprojektes Fab4LiB den Rohstoffbedarf der Schlüsselmaterialien für Lithium-Ionen-Zellen bis 2050 berechnet und diese Zahlen ebenfalls im Rahmen des Batterieforums vorgestellt. Die Studie „Gigafactories für Lithium-Ionen-Zellen – Rohstoffbedarf für die globale Elektromobilität bis 2050“ des Öko-Instituts steht online zur Verfügung.

Recyclingaspekt nicht vernachlässigen

In der Annahme, dass die Ziele des Pariser Klimaschutzabkommens im Mobilitätssektor umgesetzt werden, prognostiziert Dr. Matthias Buchert, Experte für Nachhaltige Rohstoffe am Öko-Institut, bis zum Jahr 2030 einen erheblichen Anstieg der Nachfrage für Lithium, Kobalt und Nickel. Falls die Lithium-Ionen-Zellen auch langfristig die Speichertechnologie der Wahl für Elektrofahrzeuge bleiben, werde der Bedarf bis zum Jahr 2050 noch weiter wachsen. Angesichts der aktuell bekannten globalen Reserven für Lithium (16 Millionen Tonnen), Kobalt (7,1 Millionen Tonnen) und Nickel (74 Millionen Tonnen) sei zwar keine Verknappung dieser Rohstoffe zu erwarten. „Bei der dynamischen Entwicklung der Elektromobilität kann es für einzelne Rohstoffe aber zu zeitlich begrenzten Engpässen kommen“, so Buchert. Daher dürfe der der Recyclingaspekt nicht vernachlässigt werden. Buchert weiter: „Beim ambitioniertem Ausbau der Recyclinginfrastruktur für Lithium-Ionen-Batterien können im Jahr 2030 rund zehn Prozent und im Jahr 2050 sogar 40 Prozent des weltweiten Bedarfs dieser Rohstoffe für die Elektromobilität durch Batterierecycling gewonnen werden.“

Mehr Wertschöpfung in Deutschland ansiedeln

Das Öko-Institut weist darauf hin, dass Batteriesysteme in Europa auch von deutschen Unternehmen hergestellt werden. Die dafür notwendigen Batteriezellen müssten diese Unternehmen vorwiegend von asiatischen Herstellern zukaufen, sie seien also von externen Zulieferern und deren Rohstoffversorgung abhängig. Gleichzeitig bestimme die Batteriezelle maßgeblich über die Leistungsfähigkeit des Batteriesystems und sei das entscheidende Differenzierungsmerkmal in batteriebetriebenen Fahrzeugen. Um Deutschland als Leitmarkt für Elektromobilität zu etablieren, müsse auch die Wertschöpfung überwiegend hierzulande angesiedelt werden.

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