Palettentauschprozess

Quelle: EPAL

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In einem Pilotprojekt testen jetzt 20 Unternehmen den Nutzen von Blockchain im Palettentauschprozess. Bis Ende des Jahres wollen sie herausfinden, ob und wie sich der Tausch von Europaletten mittels Blockchain-Technologie digital, transparent und effizient verwalten lässt. „Die logistischen Prozesse sind heute noch stark von manueller Dokumentation und Intransparenz geprägt und besitzen damit großes Optimierungspotential“, sagt Projektleiterin Regina Haas-Hamannt von GS1 Germany. In einem eigens eingerichteten Projekt-Blog sollen die Projektpartner laufend von ihren Erfahrungen berichten.

Mehr Effizienz und Transparenz

Wie GS1 Germany mitteilt, steht der Palettenschein im Zentrum der Initiative. Dieser gehöre in Papierform zum Tagesgeschäft jedes Lkw-Fahrers und sorge in der Logistik oftmals für Ineffizienz und Intransparenz. Der Palettenschein dokumentiert Anzahl, Art und Güte der Ladungsträger. Warenempfänger setzen ihn ein, wenn der Palettentausch nicht direkt erfolgt; der Besitzer kann ihn später beim Aussteller oder bei einem beauftragten Dienstleister wieder einlösen. „Oftmals wissen die Betreiber gar nicht, welche Akteure in der Lieferkette am Tauschprozess beteiligt sind. Außerdem gibt es keinen Intermediär, der den Prozess überwacht“, erläutert Haas-Hamannt. Das mache das Prozedere extrem unübersichtlich. Wenn sich der Palettentauschprozess mittels Blockchain effizienter und transparenter verwalten ließe, wäre das ein Quantensprung für alle Beteiligten.

Palettentauschprozess in der Praxis

In einer Vorphase haben die Logistik-Experten aus den unterschiedlichen Unternehmen einen einheitlichen Prozessablauf, notwendige Rollen und grundlegende Prozessanforderungen für die spätere Programmierung der Blockchain definiert. Danach haben IT-Spezialisten der beteiligten Betriebe das Governance-Modell und die Systemarchitektur der Blockchain festgelegt, darauf folgte die Entwicklung der Simulationsumgebung für einen ersten Testlauf mit einem Prototyp. Der eigentliche Blockchain-Test erfolgt jetzt in Phase vier, wenn Hersteller, Logistik-Dienstleister und Händler innerhalb einer echten Lieferkette den Palettentauschprozess mithilfe von Blockchain-Technologie durchführen. Dieser Test soll dann zusammen mit der Auswertung die Basis für den fünften und letzten Teil des Projekts bilden: die Ableitung von Handlungsempfehlungen für die Praxis, die zum Jahresende veröffentlicht werden sollen, um die Erkenntnisse möglichst umfassend zu teilen.

Handelsseitig beteiligen sich an der Initiative dm-drogerie markt, Kaufland, Lekkerland und Markant. Auf Herstellerseite sind Beiersdorf, Dole Europe, Dr. Oetker, Gärtnerei Ulenburg, Ringoplast und die Wernsing Food Family aktiv. Aus der Logistik-Branche übernehmen Container Centralen, Deutsche Bahn, die European Pallet Association e.V. (EPAL), Paki Logistics und die Nagel-Group zentrale Rollen. Weitere Partner sind das European EPC Competence Center (EECC), das Fraunhofer FIT, T-Systems, PwC und SAP.

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