VWI Redaktion Keine Kommentare

Deloitte Tech TrendsQuelle: Deloitte

Welche technologischen Entwicklungen Unternehmen in den kommenden 18 bis 24 Monaten mit einer hohen Wahrscheinlichkeit maßgeblich beeinflussen werden, hat die Beratungsgesellschaft Deloitte für ihrem Report zu aktuellen Tech-Trends analysiert. Im Zentrum der Untersuchung steht die Frage, welche neuen Technologien sich Organisationen zunutze machen, um Innovation und Wachstum zu fördern, und wie sich das Zusammenwirken dieser Technologien gestalten lässt. Laut Deloitte verschwimmen bislang bestehende Grenzen zwischen der vertikalen Perspektive, die auf Geschäftsfelder und einzelne Branchen ausgerichtet ist, und der horizontalen Perspektive, die sich an Geschäftsprozessen und Schlüsseltechnologien orientiert. Vielmehr entstehe eine diagonale Sicht, die neue Geschäftsmöglichkeiten und kreative Ansätze zur Problemlösung aufzeige.

Tech-Trends spiegeln die Wachstumtreiber

Deloitte zufolge spiegeln die Tech-Trends die makroökonomischen Wachstumstreiber – Cloud, Digitalisierung und Analytics – sowie die auf diesem Fundament basierenden Innovationen wie Blockchain und Cognitive Computing wider. Folgende acht Trends stellt das Unternehmen in seinem Report heraus.

  • Reengineering Technology: Viele Marktführer stehen vor der Herausforderung, bestehende technologische Konzepte weiterzuentwickeln, neue Lösungen zu konzipieren und diese umzusetzen. Die IT-Abteilung wird in diesem Zusammenhang zunehmend zum Motor des Geschäftswachstums und nimmt Aufgaben wahr, die sowohl die zugrundeliegenden Backoffice-Systeme als auch Prozesse sowie Produkt- und Plattformangebote umspannen. Um dieser neuen Rolle gerecht zu werden, ist eine fundamentale Transformation bestehender traditioneller IT-Abteilungen erforderlich.
  • No-Collar-Workforce: Das zunehmend intensivere Zusammenspiel von Mensch und Maschine erfordert eine neue Art der HR-Organisation. Zum einen müssen die Mitarbeiter im Unternehmen für diese neue, technologieunterstütze Arbeit adäquat ausgebildet werden, zum anderen werden neue Prozesse für neue Teile der Belegschaft erforderlich: virtuelle „Mitarbeiter“, Cognitive Agents, Bots und andere KI-basierte Ressourcen, die sogenannte No-Collar-Workforce.
  • Enterprise Data Sovereignty: Daten sind das wichtigste Kapital vieler Unternehmen. Das erfordert moderne Konzepte in den Bereichen Datenarchitektur und Data Governance, die maschinelles Lernen, Natural Language Processing und Automatisierung nutzen, um Beziehungen dynamisch zu managen, neue Speicherkonzepte zu entwickeln und Zugriffsrechte zu verwalten.
  • The New Core: Ein Großteil der Aufmerksamkeit rund um Cloud Computing, Cognitive Analytics sowie weiteren disruptiven digitalen Technologien fokussiert sich auf deren Ausgestaltung und Anwendung im Markt. Übersehen wird dabei oft das disruptive Potenzial dieser Technologien in Backoffice- und Middleoffice-Bereich sowie bei der Unterstützung und grundlegenden Veränderung von betrieblichen Prozessen.
  • Digital Reality: Die Revolution durch Augmented Reality (AR) und Virtual Reality (VR) hat einen Wendepunkt erreicht: Marktführer verlagern ihren Fokus von reinen Konzepten und Nischenangeboten im Bereich AR/VR hin zu Strategien, welche die Industrialisierung innovativer Anwendungsfälle und Prototypen vorantreiben. Die Integration mit den Kernsystemen, Cloud, Konnektivität, kognitive Technologien, Analytics und Zugriffsregelung schafft die Voraussetzungen für breitere Einsatzfelder.
  • Blockchain to Blockchains: Die großflächige Nutzung von Blockchain-Technologien ist geradezu greifbar. Schon jetzt sollten Organisationen damit beginnen, Technologien, Talentmanagement und Plattformen für künftige Blockchain-Maßnahmen zu standardisieren und marktübergreifende Partner zu identifizieren. Über diesen reinen Umsetzungsfokus hinaus sollten Organisationen auch die nächste große Entwicklung im Blockchainbereich im Blick behalten: Das Zusammenspiel und die Integration mehrerer Blockchains entlang einer Wertschöpfungskette.
  • API Imperative: Die Wiederverwendbarkeit von Daten, Transaktionen und Systemelementen über das gesamte Unternehmen hinweg stellt häufig eine große Herausforderung für Systeme da, die meist nicht mit Blick auf ein solches integriertes Vorgehen entwickelt wurden. Unternehmen setzen daher zunehmend auf technologische Lösungen, die als eigenständige digitale Bausteine konzipiert, umgesetzt und wiederverwendet werden können. Damit greifen sie das „API imperative“ auf: der strategische Einsatz von Services und Plattformen, die inner- und außerhalb des Unternehmens genutzt und vermarktet werden können.
  • Exponential Technology Watch List – Innovationschancen am Horizont: Werden Quantencomputer so leistungsfähig werden, dass die von Unternehmen eingesetzte Datenverschlüsselungstechnologie obsolet wird? Wenn ja, wie können Unternehmen dann ihre Datenkommunikation vor der Entschlüsselung absichern? Wie wird sich durch künstliche Intelligenz die Arbeitsteilung zwischen Mensch und Maschine verschieben? Da solche exponentielle Technologien immer stärker in den Fokus rücken, arbeiten derzeit viele Unternehmen an Ansätzen und Kompetenzen, um neue sogenannte Exponentials zu erkennen, zu analysieren und für ihre Zwecke anwendbar zu machen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.