Deloitte Cyber Security Report

Quelle: Deloitte

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Etwa 700.000 Euro Schaden pro Cyber-Attacke, mehr als doppelt so viele Angriffe wie 2013 – aus Sicht von Deloitte befinden sich Deutschlands Unternehmen unter Dauerbeschuss. Für den zweiten Teil seines aktuellen Cyber Security Reports hat das Beratungsunternehmen die Cyberrisiken in deutschen Betrieben untersucht. Demnach wird rund die Hälfte der mittleren und großen Unternehmen einmal pro Woche von Cyberkriminellen attackiert. Mehr als vier Fünftel der großen Konzerne berichten von monatlichen, die Hälfte davon sogar von täglichen Angriffen. Und den Gesamtschaden für die deutsche Wirtschaft schätzen Experten auf rund 50 Milliarden Euro – plus Dunkelziffer.

Motivation der Täter häufig unklar

Knapp ein Fünftel der von Deloitte befragten Führungskräfte hat keine konkrete Vorstellung von der Motivation der Kriminellen: Sie wissen nicht, ob Kenntnisse gestohlen oder Systeme lahmgelegt werden sollen. Insgesamt gehen die meisten Studienteilnehmer zwar davon aus, dass die größte Gefahr für die deutsche Wirtschaft darin liegt, dass betriebliches Know-how gestohlen wird. Gleichzeitig fürchten sie jedoch vor allem um ihre Systeme und Server sowie eine mehr oder weniger ungezielte Destruktionslust der Angreifer.

Risikofaktoren Mensch, Technik, Cloud

Menschliches Fehlverhalten gilt laut Deloitte bei den meisten Führungskräften als größte Gefahr für die IT-Sicherheit. Jeweils etwa die Hälfte hat Bedenken hinsichtlich der Nutzung mobiler Endgeräte sowie Vorbehalte gegenüber Cloud Computing. Gleichzeitig wird dem Report zufolge dem Schutz mobiler Endgeräte ein geringerer Stellenwert eingeräumt als noch vor einem Jahr. Und die Nutzung externer Cloud-Dienste nimmt zu: Selbst in der Gruppe der Skeptiker verwenden 28 Prozent die Cloud.

Oft fehlen klare Strategien gegen Cyberrisiken

„Jedes dritte Unternehmen hat keine klare Strategie gegen Cyberrisiken– darunter auch solche, die sich gut vorbereitet wähnen“, sagt Prof. Dr. Renate Köcher vom Institut für Demoskopie Allensbach. Obwohl die Ausgaben für die Sicherheit insgesamt gestiegen seien, bezeichnet sie den Status der Abwehrmaßnahmen als „eher ernüchternd“. Denn dem Deloitte-Report zufolge sieht sich nur die Hälfte der Befragten so gut wie möglich vorbereitet. Und auch in dieser Gruppe sei Skepsis angebracht: In jedem fünften Fall beschäftige sich die Geschäftsleitung nur anlassbezogen oder gar nicht mit dem Thema, und in jedem vierten Fall gebe es keinen Notfallplan für ein Angriffsszenario.

 

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