Quelle: Wikipedia/Corentin Béchade

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Der 9. Mai ist der Europatag der Europäischen Union. 67 Jahre nach der Idee, eine Produktionsgemeinschaft für Kohle und Stahl zu schaffen, ist der Brexit das beherrschende Thema.

Der Europatag der Europäischen Union am 9. Mai 2017 ist anders als in den Jahren zuvor. Seit 1985 feiert die EU diesen Tag, der an den 9. Mai 1950 erinnert: Frankreichs Außenminister Robert Schuman schlug damals in seiner Pariser Rede vor, eine Produktionsgemeinschaft für Kohle und Stahl zu schaffen. Diese sogenannte Schuman-Erklärung mündete in die Gründung der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl, auch Montanunion genannt – Grundstein der heutigen Europäischen Union. 67 Jahre später ist der Austritt des Vereinigten Königreiches aus der Europäischen Union das beherrschende Thema – und die Frage, welche wirtschaftlichen Folgen der Brexit für die EU haben kann.

Für deutsche Exporteure ist das Vereinigte Königreich der zweitwichtigste Absatzmarkt unter den EU-Mitgliedstaaten. Nach vorläufigen Ergebnissen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) wurden im Jahr 2016 Waren im Wert von 707,7 Milliarden Euro aus Deutschland in die EU-Mitgliedstaaten exportiert. Der Anteil der deutschen Exporte in das Vereinigte Königreich betrug 12,2 Prozent – nur nach Frankreich (14,3 Prozent) wurden 2016 mehr deutsche Waren exportiert. Besonders die Automobilindustrie könnte den Statistikern zufolge vom Brexit betroffen sein, denn das mit Abstand wichtigste deutsche Exportgut in das Vereinigte Königreich waren im Jahr 2016 Kraftfahrzeuge und Kraftfahrzeugteile im Wert von 27,2 Milliarden Euro. Damit sei das Vereinigte Königreich exportseitig zweitwichtigster Handelspartner für die deutsche Automobil­industrie gewesen, nach den Vereinigten Staaten mit Exporten in Höhe von 29,5 Milliarden Euro.

50,5 Milliarden Euro Exportüberschuss

Auf der Importseite belegte das Vereinigte Königreich laut Destatis den achten Rang unter den wichtigsten deutschen Handelspartnern innerhalb der EU: 2016 kamen von den insgesamt aus den EU-Mitgliedstaaten nach Deutschland importierten Waren im Wert von 552,2 Milliarden Euro 6,5 Prozent aus dem Vereinigten Königreich. Wie Destatis weiter meldet, überstiegen die deutschen Exporte in das Vereinigten Königreich in Höhe von 86,1 Milliarden Euro die von dort stammenden deutschen Importe in Höhe von 35,6 Milliarden Euro deutlich – mit keinem anderen Land der Welt hatte Deutschland im Jahr 2016 einen so hohen Exportüberschuss. Auf Platz 2 liegen die Vereinigten Staaten mit 49 Milliarden Euro, gefolgt von Frankreich mit 35,7 Milliarden Euro.

Detaillierte Daten stellt Destatis über die Tabelle 51000-0007 (Aus- und Einfuhr) online zur Verfügung. (ph)

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