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Saloodo heißt die digitale Logistikplattform, mit der die DHL Group vor allem kleinen und mittleren Unternehmen einen offenen Marktplatz für Logistik-Dienstleistungen bieten will. Seit Anfang 2017 läuft Saloodo nach einer mehrmonatigen Testphase im Live-Betrieb. Dem Unternehmen zufolge haben sich bereits über 4900 Speditionen mit mehr als 200.000 Lkw registriert, die Transportdienstleistungen in zurzeit 17 Länder ermöglichen. Natürlich ist die Muttergesellschaft selbst auf der Plattform auch aktiv: Versender von Komplettladungen, Teilladungen oder Stückguttranssporten bekommen zu jeder Sendungsanfrage neben einer ersten Preisindikation unverzüglich ein Angebot von DHL. Aber auch alle anderen registrierten Transportdienstleister können ein Angebote abgeben.

Ziel: Transparenz und Sicherheit

Das Geschäftsmodell sieht vor, dass Saloodo bei jeder einzelnen Transaktion der Vertragspartner des Versenders und des Transporteurs ist. Das soll beiden Seiten ein hohes Maß an Sicherheit bieten – die Transportpartner sollen von zügigen Zahlungen durch vereinfachte Abrechnungsprozesse profitieren, und der Verlader soll auf den Transport durch DHL bauen können, sollte wider Erwarten der eigentliche Auftragnehmer ausfallen. Über die Plattform wird zudem die gesamte Abwicklung des Sendungsprozesses abgebildet und gesteuert – einschließlich Tracking & Tracing, Verwaltung des elektronischen Ablieferbelegs, Rechnungsstellung und eventuell notwendiger Schadensdokumentation.

Technisch setzt Saloodo vor allem auf Standardisierung und Digitalisierung. Kunden können ihren kompletten Versand- beziehungsweise Auftragsprozess zentral über das Saloodo-Dashboard abwickeln. Versendern soll ein spezieller Algorithmus für Marktpreisvorhersagen helfen, saisonale Schwankungen vorherzusagen sowie Ungleichgewichte auf bestimmten Routen zu erkennen – Transportunternehmen wiederum liefert dieses Tool einen Indikator für gegenwärtige Marktlevels, damit diese ihre Angebote genauer auf das jeweilige Preisgefüge ausrichten können. Fahrzeugführer können mit einer umfassenden Fahrer-App Transportinformationen und andere Dokumente im System quasi in Echtzeit zur Verfügung stellen. Ein weiteres Feature dieser App unterstützt Versender wie Transportunternehmen beim Palettentausch und macht alle Tauschvorgänge transparent.

„Nächste Evolutionsstufe der Transportlogistik“

Saloodo-CCO Marcel Frings bezeichnet die Plattform als „nächste Evolutionsstufe der Transportlogistik“, da sie alle wesentlichen Attribute der Logistik 4.0 vereine – schneller, synchroner, transparenter und flexibler. Mittelfristig will Frings vor allem die Expansion vorantreiben: „Unser Ziel ist es, bis Ende des Jahres in weiteren europäischen Ländern aktiv zu sein. Da sind wir schon auf einem guten Weg. Wir haben jetzt mit einem Pilot in UK gestartet und werden diesen Herbst weitere Länder wie Spanien und Portugal erschließen. Zudem haben wir bereits einige größere Verlader auf die Plattform geholt und eine deutliche Steigerung unserer Transaktionen erzielt.“ Frings zufolge befinden sich täglich zurzeit rund 1400 reale Trans­port­auf­trä­ge auf der Plattform.

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