Energiewende am Hamburger Hafen

Quelle: HHLA/Thies Rätzke

VWI Redaktion Keine Kommentare

Der Energiewende widmet sich die Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA) im Rahmen eines neuen Förderprojekts. Ziel ist es, die Batteriekapazitäten der am Container-Terminal Altenwerder eingesetzten automatischen Containertransportfahrzeuge als flexible Speicher in das deutsche Energienetz einzubinden. Das soll zur Netzstabilität bei der Stromversorgung beitragen.

Im Gegensatz zu konventionellen Kraftwerken, die je nach Bedarf Strom liefern können, ist dies bei wetterabhängigen erneuerbaren Energien nicht garantiert. Das führt zu Schwankungen im Stromnetz, die abgefedert werden müssen, um eine gleichbleibende Versorgungssicherheit und stabile Frequenz von 50 Hertz (Hz) zu gewährleisten. Virtuelle Kraftwerke sollen die Schwankungen ausgleichen. Sie vernetzen digital unterschiedliche Stromproduzenten und Stromverbraucher und bündeln die Leistungen und Bedarfe der Teilnehmer.

Automatische Containertransportfahrzeuge im Fokus

Erstmals widmet sich nun die HHLA gemeinsam mit Next Kraftwerke, der Universität Göttingen und Offis der Frage, inwieweit industriell genutzte, mobile Batteriekapazitäten an das deutsche Stromnetz angeschlossen werden können, um Primärregelleistungen unter wirtschaftlichen Bedingungen für die Netzstabilität zu erbringen. Auf dem Terminal Altenwerder werden etwa 100 automatische Containertransportfahrzeuge eingesetzt, die bis zum Jahr 2022 vollständig auf schnellladefähige Lithium-Ionen-Batterien umgestellt sein sollen. Rein rechnerisch könnten sie an den dann 18 Stromtankstellen auf dem Terminalgelände dem Strommarkt eine Leistung von vier Megawatt zur Verfügung stellen.

Natürlich bleibt der Transport von Containern vorrangige Aufgabe der Fahrzeuge. „Aber in weniger aufkommensstarken Zeiten könnten freie AGV ihre Batteriekapazitäten als mobile Stromspeicher zur Gewährleistung der Netzstabilität bereitstellen“, sagt Boris Wulff von der CTA-Terminalentwicklung: „Ob AGV-Kapazitäten frei sind, richtet sich nach der Terminalauslastung. Diese hängt wiederum von solchen Faktoren wie Schiffsfahrplänen, Wetter- und Tidebedingungen, Verkehrsaufkommen und Ladezyklen der AGV ab.“ All diese Parameter müssten mit einfließen, um zuverlässige, effiziente und vor allem automatisierte Abläufe zu entwickeln.

Mit der Energiewende zum weltweit ersten Zero-Emission-Terminal

Der Container Terminal Altenwerder zählt zu den modernsten und effizientesten Umschlaganlagen und wird derzeit zum weltweit ersten Zero-Emission-Terminal weiterentwickelt. Die Ergebnisse des aktuellen insgesamt dreijährigen Projekts sollen später auch anderen Industrien mit mobilen Energieträgern den Strommarktzugang ermöglichen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.