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AmazonQuelle: Amazon

Kunden bestellen immer schneller und immer häufiger bei Amazon. Das zeigt die neue Studie „Amazonisierung des Konsums“ des IFH Köln. Demnach orderten Amazon-Kunden 2017 im Schnitt 41 mal Artikel bei dem Online-Giganten – und damit doppelt so häufig wie vor fünf Jahren. Noch stärker stieg die Bestellhäufigkeit bei Mitgliedern des Kundenbindungsprogramm Prime: von durchschnittlich 27 Bestellungen in 2013 auf 61 im vergangenen Jahr. Parallel zur steigenden Bestellhäufigkeit sinkt der Studie zufolge die Größe der Warenkörbe; der Trend gehe weg von Sammelbestellungen hin zum direkten One-Click-Buy.

Amazon als „Infrastruktur des Konsums“

Der IFH-Studie zufolge erlangt das Unternehmen jedoch nicht nur als Kaufort immer mehr Relevanz, sondern durchdringt zudem immer mehr Konsumbereiche – und entwickelt sich zur „Infrastruktur des Konsums“, schreiben die Autoren. Dass der Anteil des Online-Kaufhauses am Onlinehandel in Deutschland inzwischen bei 46 Prozent liegt, erscheint dabei fast nebensächlich. Interessanter sind andere Zahlen der IFH-Studie: 52 Prozent der Top-Online-Shops in Deutschland arbeiten mit Amazon Web Services, 15 Prozent bieten Amazon Pay an. Und auch bei Produzenten wird die Bedeutung des Unternehmens sichtbar: 73 Prozent der Top-Hersteller von Unterhaltungselektronik bieten mit Alexa kompatible Produkte an, und bei 40 Prozent der Top-Autohersteller ist eine Integration von Alexa geplant.

Umfassend im Relevant Set der Konsumenten verankert

Aus Sicht des IFH Köln hat sich Amazon gerade in den vergangenen fünf Jahren nachhaltig und umfassend im Relevant Set der Konsumenten verankert – und zwar so stark, dass der Weg zum Kunden für andere Anbieter regelrecht abgeschnitten wird. Eine Neukundengewinnung scheine so nahezu unmöglich. Immerhin verbuche das Unternehmen – über den Eigenhandel und den Marketplace zusammengenommen – 46 Prozent der Onlineumsätze in Deutschland für sich. Ein weiterer großer Teil der Umsätze im Netz werde zudem von Amazon beeinflusst, weil Konsumenten dort zuvor nach Produktinformationen, Preisen, Kundenbewertungen oder Marken gesucht haben. Beispielsweise sei Amazon bei 21 Prozent der Onlineumsätze mit Consumer Electronics und Elektro Teil der Customer Journey. Und sieben von zehn Euro, die Konsumenten im Netz für Consumer-Electronic-Artikel ausgeben, gehen laut IFH Köln direkt über Amazons virtuelle Ladentheke.

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