Industriearbeitsplatz der Zukunft

Quelle: Fraunhofer IPK

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Die Wissenschaftliche Gesellschaft für Produktionstechnik (WGP) beschäftigt sich in ihrem neuen Standpunktepapier „Industriearbeitsplatz 2025“ mit den gesellschaftlichen Folgen von Digitalisierung und Vernetzung der deutschen Industrie. Die WGP will die Umwälzungen, die im Zuge von Industrie 4.0 erwartet werden, möglichst menschengerecht gestalten.

Die Autoren des Standpunktepapiers haben ein Modell entwickelt, das den Automatisierungsgrad in der Industrie analysiert und zeigen soll, wo Handlungsbedarf besteht. Dabei haben sie sich am Stufenmodell für autonomes Fahren orientiert und mit unterschiedlichen Automatisierungsstufen den Weg hin zur Vollautomatisierung beschrieben. Diese Stufen werden auf drei unterschiedliche Dimensionen angewendet: die Material- und Informationsflüsse (Vernetzung), den Anlagenzustand (Betriebszustand) und den jeweiligen Produktionsprozess. Dabei geht es nicht nur um die Frage, ob weiter automatisiert werden sollte oder nicht, sondern auch um die Frage, wie der Industriearbeitsplatz der Zukunft gestaltet wird. So sollen unter anderem Weiterbildungsbedarfe der Mitarbeiter frühzeitig erkennbar werden.

Industriearbeitsplatz: nicht ohne den Menschen

Die WGP ist davon überzeugt, dass Menschen selbst in vollautomatisierten Fabriken längerfristig nicht überflüssig werden: Auch selbstlernende Produktionssysteme müssten von Fachkräften zum Lernen angeleitet werden, und auch autonome Teilsysteme einer Produktionsanlage müssten überwacht und instand gehalten werden. Zudem könnten beispielsweise datenbasierte Dienstleistungen und maschinelles Lernen ganz neue Geschäftsmodelle eröffnen, für die man Beschäftigte mit neuen Qualifikationsprofilen benötige. Und mit Blick auf den Standort Deutschland im internationalen Wettbewerb seien hochqualifizierte Mitarbeiter, die sich durch ein hohes Prozessverständnis auszeichnen, ein Pfund, mit dem man wuchern könne. Nicht zuletzt, so eine weitere Annahme der Autoren, könnte Industrie 4.0 dafür sorgen, dass einfache Tätigkeiten im eigenen Land wieder lukrativer werden, so dass das ein oder andere Unternehmen ins Ausland verlegte Produktionsschritte nach Deutschland zurückholen könnte. Schließlich könne es einen nicht zu unterschätzenden unternehmerischen Vorteil bedeuten, die gesamte Prozesskette an einem Standort überblicken zu können.

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