ASIIN

Quelle

VWI Redaktion Keine Kommentare

VWI jetzt Mitglied der Akkreditierungsagentur ASIIN

Der Verband Deutscher Wirtschaftsingenieure e. V. (VWI) ist am 12. Juni 2018 offiziell der Akkreditierungsagentur für Studiengänge der Ingenieurwissenschaften, der Informatik, der Naturwissenschaften und der Mathematik e. V. (ASIIN) beigetreten. Der VWI-Vorstand hatte sich zuvor für eine Mitgliedschaft ausgesprochen. Dem Beitritt ging eine zweijährige strategische Partnerschaft mit der ASIIN in Zusammenarbeit mit den 4ING-Falkultätentagen, dem Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultätentag und der Konferenz der Fachbereichstage voraus.

Ziel der bisherigen Partnerschaft war es, die Fachlichkeit und Beruflichkeit im System existierender Fachqualifikationsrahmen für das Hochschulsystem zu entwickeln. Denn während für fast alle Fachkulturen eine ‚Europäisierung‘ der Kriterien (Lernergebnisse und Kompetenzprofile) erreicht werden konnte, blieben die Wirtschaftsingenieure außen vor. Hier sollte ein Umdenken stattfinden und eine Interessenvertretung geschaffen werden – insbesondere vor dem Hintergrund der speziellen Anforderungen an Wirtschaftsingenieure. Durch eine Mitgliedschaft bei der ASIIN besteht aus Sicht des VWI-Vorstands die Möglichkeit, die Zusammenarbeit weiter zu vertiefen und sich verstärkt für die Interessen von Wirtschaftsingenieuren einzusetzen.

Die ASIIN mit Sitz in Düsseldorf ist ein gemeinnütziger Verein, der sich national wie international für die Anerkennung, Vergleichbarkeit und Qualitätsprüfung (Akkreditierung) von Bachelor- und Masterstudiengängen einsetzt. Unter den vom Akkreditierungsrat geprüften Akkreditierungsagenturen ist die ASIIN als einzige spezialisiert auf Ingenieur- und Naturwissenschaften, Informatik und Mathematik. Getragen wird der eingetragene Verein gleichermaßen durch Fachgesellschaften aus Naturwissenschaften und Technik, durch Zusammenschlüsse von Universitäten und Fachhochschulen sowie durch Wirtschaftsverbände der Arbeitgeber- wie der Arbeitnehmerseite.

Jochem Heizmann, Volkswagen

Quelle

VWI Redaktion Keine Kommentare

Sommerinterview: Jochem Heizmann, Volkswagen

Prof. Dr. rer. pol. Dr.-Ing. E. h. Jochem Heizmann ist Mitglied des Vorstands der Volkswagen AG für den Geschäftsbereich ‚China‘. Er hat an der Universität Karlsruhe (TH) Wirtschaftsingenieurwesen studiert und dort auch promoviert.

Herr Dr. Heizmann, warum haben Sie Wirtschaftsingenieurwesen studiert?
Schon im Gymnasium in Speyer hatte ich Interesse an Themen aus den Bereichen Wirtschaft und Industrie. Als Studium kam für mich entweder Betriebswirtschaft oder Maschinenbau in Frage. Das integrierte Studium des Wirtschaftsingenieurwesens an der Technischen Hochschule Karlsruhe war da die ideale Kombination.

Welche Skills, die Sie im Studium erlernt haben, waren für Ihren Werdegang besonders wichtig?
Schon während des Studiums aber besonders während meiner anschließenden Tätigkeit als Hochschul-Assistent habe ich eng zusammengearbeitet mit dem damaligen Institut für Fertigungswirtschaft und Arbeitswissenschaft unter der Leitung von Prof. Rühl. Damit verbundene, eigene Lehrtätigkeiten im Fach Industriebetriebslehre und Erfahrungen in der Unternehmensberatung waren sicher ausschlaggebend für einen Einstieg in die Automobilindustrie im Fachgebiet Arbeitssysteme.

Was bedeutet für Sie als Wirtschaftsingenieur der Faktor Interdisziplinarität?
Interdisziplinarität bedeutet für mich, Themen möglichst ganzheitlich aus unterschiedlichen fachlichen Blickwinkeln systematisch zu beurteilen und auf dieser Basis eine Entscheidung zu treffen. Zumindest Technik/Qualität, Kosten/Wirtschaftlichkeit, Personal, Zeit und Umwelt und das unter Berücksichtigung von Risiko und Chance sind bei fas allen komplexeren Entscheidungsprozessen zu beurteilen.

Sind aus Ihrer Sicht Absolventen und Professionals mit einem weiten Horizont momentan besonders gefragt?
Wir brauchen sicher beides: Fachleute mit umfassender Kenntnis ihrer Fachdisziplin und Mitarbeiter mit einem bereiteren Horizont. Wichtig ist aus meiner Sicht, sich nicht nur als ‚Generalist‘ zu sehen sondern sich sehr wohl in einzelnen Bereichen auch tiefere Fachkenntnisse und Erfahrungen anzueignen.

Was raten Sie Wirtschaftsingenieuren, die in Ihrer Branche Fuß fassen wollen?
Hilfreich ist sicher, schon frühzeitig im Rahmen von Studien-, Diplom- oder Doktorarbeiten Kontakt zur Automobilindustrie zu suchen und erste spezifischere Erfahrungen dort zu sammeln.

Stichwort Digitalisierung: Wo sehen Sie für Ihre Branche sowie für Ihren konkreten Arbeitsbereich die Potenziale, aber auch die Herausforderungen?
Die Automobilindustrie befindet sich in einem Transformationsprozess – die Unternehmen entwickeln sich von reinen Automobilherstellern zu Mobilitätsdienstleistern. Die Digitalisierung bietet die Chance, alle Prozesse im Unternehmen nicht nur effizienter zu gestalten sondern auch optimal zu verknüpfen. Die Herausforderung hierbei ist insbesondere, den Prozess der Digitalisierung selbst wettbewerbsgerecht schnell, vernetzt und effizient umzusetzen.

 

In den Sommerinterviews befragt der VWI in loser Folge Wirtschaftsingenieure und Wirtschaftsingenieurinnen, die wichtige Positionen in Industrie und Lehre innehaben, zu ihrem Blick auf das Berufsbild.

VWI zum Koalitionsvertrag, Industrie 4.0

Quelle

  • : Wikipedia/Prométhée
VWI Redaktion Keine Kommentare

Industrie 4.0: Mehr politische Unterstützung wünschenswert

Von Prof. Dr.-Ing. Wolf-Christian Hildebrand, Präsident des VWI

Intelligent und flexibel, effizient und nachhaltig soll die Produktion der Zukunft sein. Unter dem Schlagwort Industrie 4.0 wird die Vernetzung von Produktentwicklung, Fertigung, Logistik und Abnehmern vorangetrieben, was als vierte industrielle Revolution den Wirtschaftsstandort Deutschland verändern wird. Der VWI erkennt in den Themen Digitalisierung, Industrie 4.0 und Smart Factory eine große Aufgabe für die deutsche Wirtschaft. Dabei geht es nicht nur um technologische und soziale Aspekte, sondern auch um Herausforderungen bei der technisch-wirtschaftlichen Betrachtung. Das Tempo der Umsetzung von Industrie-4.0-Technologien wird beispielsweise sehr davon abhängen, wie sich technische Projektwünsche und betriebswirtschaftliche Kriterien vereinbaren lassen.

Der VWI wünscht sich mehr Signale aus der Politik, da die Entwicklung der deutschen Wirtschaft maßgeblich von einem konkreten Engagement im Bereich Industrie 4.0 abhängen wird. Zurzeit sind Produktion, Logistik und Handel auf klassische Weise vernetzt. Das hat sich in den vergangenen Jahrzehnten bewährt und zu den wettbewerblichen Erfolgen der deutschen Industrie beigetragen. Um die zukünftige Wettbewerbsfähigkeit deutscher Unternehmen zu verbessern, wäre die stärkere Förderung industrieller Zusammenarbeit auf Basis der neuen Technologien und Konzepte wünschenswert. Erfolgreiche Projekte könnten das Setzen von Standards oder deren Weiterentwicklung und vielleicht sogar das Entstehen von Plattformen unterstützen. Auch über eine europäische Initiative sollte nachgedacht werden, um die mögliche Durchschlagskraft zu erhöhen, wenn die entsprechenden Akteure schnell genug zu Ergebnissen kommen. Ohne Förderung und Engagement läuft die deutsche Wirtschaft hingegen Gefahr, in wichtigen Bereichen vom Marktführer zum Marktfolger zu werden – ähnlich wie bei der Elektromobilität, wo inzwischen andere die Standards setzen.

CassaMobile

Quelle

  • : Fraunhofer IPA
VWI Redaktion Keine Kommentare

CassaMobile: Produktion to go

CassaMobile heißt eine mobile Fabrik, die zwölf europäische Unternehmen und Institute unter Federführung des Fraunhofer-Instituts für Produktionstechnik und Automatisierung (IPA) im Zuge eines gleichnamigen EU-Projekts entwickelt haben. CassaMobile erinnert zunächst einfach an den italienischen Begriff für Container. Im Inneren des jetzt als Projektergebnis vorgestellten Containers verbirgt sich jedoch eine intelligente Minifabrik, worin sich Knochenbohrschablonen als 3D-Druck fertigen, in einer Fräse nachbearbeiten, qualitativ überprüfen und steril verpacken lassen.

Knochenbohrschablonen für Chirurgie-Patienten müssen individuell angefertigt werden und helfen dem Operateur dabei, die Schrauben optimal zu platzieren. Da diese Schablonen nur an wenigen Standorten gefertigt werden, kann es bis zu einer Woche dauern, bevor sie im jeweiligen Krankenhaus ankommen. Mit CassaMobile soll das schneller gehen – innerhalb von zwei Tagen.

Intelligent, flexibel, mobil

Grundsätzlich wollten die Projektpartner Unternehmen die Möglichkeit eröffnen, mit CassaMobile flexibel an Standorten direkt in Kundennähe zu produzieren. Die Abmessungen wurden laut Fraunhofer IPA bewusst so gewählt, dass der Container gerade noch ohne Eskorte per Lkw transportiert werden kann. Vor Ort soll die Produktion dann sofort starten können, sobald CassaMobile mit Strom, Wasser und Druckluft versorgt ist. Zudem soll die Minifabrik nicht auf Knochenbohrschablonen begrenzt sein, die modular aufgebaute Prozesskette lässt sich dem Institut zufolge flexibel ändern oder erweitern. So sei die mobile Fabrik beispielsweise nach Erdbeben in Katastrophengebieten einsetzbar: Direkt vor Ort könne sie dringend benötigte Bauteile produzieren, beispielsweise damit das Technische Hilfswerk die Trinkwasserversorgung wieder herstellen kann. Denkbar seien auch Produktionen in Gegenden, in denen es sehr aufwändig wäre, eine Fabrik aufzubauen – beispielsweise Autoersatzteile Afrika.

Kernmodul von CassaMobile ist ein am Fraunhofer IPA entwickelter 3D-Drucker. Für den Druck werden dem Institut zufolge zwei Materialien kombiniert: Polyamid für das Bauteil selbst und ein Supportmaterial für die Stellen, an denen später kein Material sein soll. Dieses Supportmaterial wird nach dem Druck in einem Lösungsmittel aufgelöst. Beide Druckmaterialien liegen als aufgerollte Kunststoffschnur vor. Eine Kamera überwacht den gesamten Druckvorgang und hilft bei der Korrektur von Fehlern. Sollte eine Oberfläche nicht ideal sein, kann sie über ein Fräsmodul nachbearbeitet werden. Ein zentraler Rechner verbindet alle Komponenten und steuert das gesamte Produktionssystem.

Corporate Benefits

Quelle

  • : Corporate Benefits
VWI Redaktion Keine Kommentare

Neuer Kooperationspartner: Corporate Benefits

Der Verband Deutscher Wirtschaftsingenieure e. V. (VWI) hat einen weiteren Kooperationspartner gewonnen: das Unternehmen Corporate Benefits. Corporate Benefits wurde im Jahr 2003 gegründet und hat sich inzwischen zur größten Agentur für Mitarbeiterangebote in Europa entwickelt. Rund 2300 Unternehmen und mehr als 3,2 Millionen registrierte Nutzer profitieren bereits von den Services von Corporate Benefits. Jetzt gehören auch der VWI und seine Mitglieder zu diesem Kreis.

VWIler erhalten im Zuge der Kooperation Zugriff auf das Portal, das ihnen attraktive Einkaufsvorteile und Rabatte bei rund 480 Anbietern von Produkten und Dienstleistungen ermöglicht. Zu den Anbietern gehören Firmen aus den unterschiedlichsten Bereichen – von Adidas und Apple über Dorint, Expedia, Sky, Tausendkind und Telekom bis zu weg.de und Zalando. Über die integrierte Karte im Portal lassen sich zudem spezielle Angebote rund um den eigenen Standort anzeigen. Das Portal ist intern über den VWI-Mitgliederzugang erreichbar.

Umsicht-Wissenschaftspreis 2018

Quelle

  • : Fraunhofer Umsicht/Ilka Drnovsek
VWI Redaktion Keine Kommentare

Wirtschaftsingenieur erhält Umsicht-Wissenschaftspreis

Für seine Dissertation „Dezentrale Flexibilitätsoptionen und ihr Beitrag zum Ausgleich der fluktuierenden Stromerzeugung Erneuerbarer Energien“ hat Wirtschaftsingenieur Dr. Stefan Kippelt jetzt den Umsicht-Wissenschaftspreis erhalten. Mit dem Preis will der Umsicht-Förderverein seit neun Jahren Menschen auszeichnen, die hervorragende industrie- und marktnahe Forschung leisten. Der Wissenschaftspreis ist mit 8000 Euro dotiert.

Stefan Kippelt hat der Jury zufolge in seiner Dissertation aufgezeigt, dass die zunehmende Sektorenkopplung und Digitalisierung eine Chance bieten, neue Flexibilitätsressourcen zu erschließen. „Dadurch kann der Anteil erneuerbarer Energien in Deutschland erhöht werden, um sowohl Strom als auch den Wärme- und Mobilitätsfaktor nachhaltiger zu gestalten“, sagt der Wirtschaftsingenieur. Da das Stromangebot aus Wind- und PV-Anlagen aufgrund von Wetter und Tageszeit stark variiere, komme es zu einer zusätzlichen Belastung der Stromnetze, die schneller auf aktuelle Situationen reagieren müssten. Das zwinge Stromverbraucher und -erzeuger zu mehr Flexibilität. Sogenannte dezentrale Flexibilitätsoptionen seien eine Alternative zu gängigen Stromspeichern – also Stromverbraucher und -erzeuger wie etwa Elektrofahrzeuge, Wärmepumpen oder Blockheizkraftwerke, die eine geringe Leistung haben, aber meist in sehr großer Anzahl vorhanden sind und somit betriebliche Flexibilität aufweisen.

Tool zur Simulation der nutzbaren Flexibilität

Im Rahmen seiner mit dem Umsicht-Wissenschaftspreis ausgezeichneten Arbeit hat Stefan Kippelt ein Tool entwickelt, das die nutzbare Flexibilität simuliert. Mithilfe eines Modells stellt er das Energiesystem im Jahr 2035 dar und demonstriert, welchen Beitrag dezentrale Flexibilitätsoptionen leisten können. Das Szenario zeigt, dass diese im Vergleich zu anderen Speichertechnologien wie den heute üblichen Pumpspeicherwerken oder Lithium-Speichern über einen sehr hohen Speicherwirkungsgrad von über 99 Prozent verfügen. Ein weiteres Ergebnis: Die flexible Betriebsweise der betrachteten Anlagen hat nur einen geringfügigen Einfluss auf den zukünftigen Ausbaubedarf der deutschen Verteilnetze.

Markus Bauer Infront Mountainbike

Quelle

  • : Infront
VWI Redaktion Keine Kommentare

Karriere mit dem Mountainbike

Dem Mountainbike verdankt Markus Bauer seine Karriere. Nach mehreren Jahren im Profisport wurde der Wirtschaftsingenieur im Oktober 2017 Deutscher Meister im Mountainbike-Marathon. Kurz darauf beendete er sein Profisportlerleben und startete in Freiburg als Unternehmer neu durch: mit der eigenen Bike-Marke Infront für Elektro-Mountainbikes. Grund für dieses Umsatteln ist der Umbruch, den Markus Bauer im Mountainbike-Profisport beobachtet. „Während für die Hersteller die E-Bikes wirtschaftlich immer wichtiger werden, verliert der MTB-Sektor an Bedeutung – und die Neigung der Hersteller, Geld für den Unterhalt von Radteams bereitzustellen, schwindet“, sagte er der Badischen Zeitung. Jetzt will der Wirtschaftsingenieur selbst vom E-MTB-Trend profitieren und dafür seine Erfahrung aus dem Rennsport und das Know-how aus dem Studium kombinieren.

Mountainbike für sportliche Touren und den Stadtverkehr

Gerade hat Bauer sein erstes eigenes E-Mountainbike der Marke Infront auf den Markt gebracht: ein Hardtail namens IF-1 für sportliche Touren und für den Stadtverkehr, ausgestattet mit Bosch-Antriebstechnik, Shimano-XT-Komponenten, Rock Shox Reba RL Boost Federgabel, höhenverstellbarer Kind Shock E20 Sattelstütze und Magura MT Trail Scheibenbremsen. Bei Infront in Freiburg werden die Elektro-MTB konzipiert und konstruiert, gefertigt werden sie dann bei Cycle Union in Oldenburg. Parallel zum ersten Modell arbeitet das junge Unternehmen – Bauer wird von einem dreiköpfigen Mitarbeiterteam unterstützt – an einem E-Fully, also an einem elektrischen Mountainbike mit Vorder- und Hinterradfederung. Neben der Technik findet Bauer auch die sozial positive Wirkung von E-Bikes interessant: „Sie erleichtern es, gemeinsam Rad zu fahren, auch wenn das Niveau unterschiedlich ist, und sie bringen Menschen aufs Rad zurück, die ohne Elektrounterstützung gar nicht mehr fahren würden.“

Markus Bauer ist übrigens nicht der erste Wirtschaftsingenieur, der in der Region Freiburg eine Radmarke gegründet hat: 2005 machte sich WiIng Oliver Römer mit der Firma Tout Terrain selbstständig. Tout Terrain produziert in Gundelfingen Fahrräder unterschiedlicher Typen mit und ohne E-Antrieb sowie Radanhänger.

Forschungsagenda Produktionstechnik

Quelle

  • : Pixabay
VWI Redaktion Keine Kommentare

Forschungsagenda für die Produktion bis 2030

Unter Federführung des Fraunhofer-Instituts für Produktionstechnik und Automatisierung (IPA) und des Verbands Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) haben jetzt mehr als 140 Vertreter aus Industrie und Wissenschaft sowie Branchenverbände die Forschungsbedarfe deutscher Produktionsunternehmen aus dem Bereich der Produktionstechnik ermittelt. In Form einer Forschungsagenda wurden diese Bedarfe von der European Technology Platform for Manufacturing (Manufuture) bereits an das Bundesministerium für Bildung und Forschung übergeben. Diese Forschungsagenda ist in drei strategische Säulen gegliedert und umfasst zehn Handlungsfelder, denen 35 Forschungsfelder untergeordnet sind. Insgesamt konnten laut Fraunhofer IPA 279 Forschungsthemen identifiziert und bezüglich ihres technologischen Reifegrads sowie ihrer strategischen Relevanz bewertet und zeitlich eingeordnet werden.

Für eine forschungs- und innovationsgetriebene Industrie

Dem Fraunhofer IPA zufolge konsolidiert die Forschungsagenda die Interessen unterschiedlicher Industriesegmente und setzt inhaltliche Schwerpunkte für die Forschungsförderung mit einem Zeithorizont bis zum Jahr 2030. Außerdem ziele sie auf die Verbesserung der Wettbewerbsposition der verarbeitenden Industrie insgesamt ab. Wie das Institut weiter mitteilt, hat der rasche Wandel der industriellen Strukturen im vergangenen Jahrzehnt zahlreiche Initiativen zur Stärkung und Orientierung der Produktion in Europa und insbesondere in Deutschland hervorgebracht – beispielsweise die Plattform Industrie 4.0 oder die European Factories of the Future Research Association (EFFRA). Die Initiative Manufuture habe bereits 2006 eine Vision zur Zukunft der Produktion verfasst; die sogenannte Strategic Research Agenda betrachtet die Jahre bis 2020. Insgesamt gehe es um den Wandel von einer industriell geprägten Gesellschaft hin zu einer wissensbasierten Ökonomie mit einer forschungs- und innovationsgetriebenen Industrie.

In einem 34-seitigen Management Summary werden die wichtigsten Ergebnisse und Forschungsbedarfe zusammengefasst. Dieses Management Summary sowie weitere Informationen zu der von Fraunhofer IPA und VDMA durchgeführten Untersuchung sind bei Dr. Birgit Spaeth erhältlich.

Projektmanagement, Project Manager Award

Quelle

  • : Pixabay
VWI Redaktion Keine Kommentare

GPM Young Project Manager Award – Jetzt bewerben!

Die Deutsche Gesellschaft für Projektmanagement (GPM) und die GPM Young Crew suchen für den diesjährigen GPM Young Project Manager Award wieder talentierte Nachwuchs-Projektmanagerinnen und -Projektmanager. Jung, dynamisch und erfolgsorientiert sollen laut GPM die YPMA-Bewerber sein. Denn mit dem Award sollen Personen ausgezeichnet werden, die trotz einer noch jungen Projektmanagement-Karriere in beeindruckender Weise darlegen, dass sie ein komplexes und vielseitiges Projekt managen und nachhaltig zum Erfolg führen können.

Der YPMA-Wettbewerb ist in zwei aufeinander aufbauende Runden gegliedert. Die eingereichten Projekte sowie die angewandten Techniken und Methoden bewertet eine unabhängige Jury. Gekürt werden die drei besten Projektmanagerinnen und Projektmanager mit ihren Projekten. Wie die GPM mitteilt, bringt die Auszeichnung viele Vorteile: Für Young Professionales markiere sie einen Meilenstein in ihrem PM-Lebenslauf, und Unternehmen könnten damit ihren talentierten PM-Nachwuchs fördern und motivieren.

Bis 8. Juli für Young Project Manager Award bewerben

Bewerber um den Young Project Manager Award dürfen zum Zeitpunkt ihrer Bewerbung das 35. Lebensjahr noch nicht vollendet haben. Bewerbungsgegenstand ist ein selbst durchgeführtes und abgeschlossenes Projekt. Dieses sollte nach den gängigen Definitionen die Eigenschaften eines Projektes haben, in jedem Fall aber ein einmaliges und neuartiges Vorhaben sein, das in Zeit, Kosten und Leistung definiert ist. Gegenüber anderen Vorhaben sollte es klar abgegrenzt sein und eine projektspezifische Organisation aufweisen. Zudem sollte das Projekt eine gewisse Größe aufweisen, etwa mindestens 100 Personentage Aufwand und mehrere beteiligte Organisationseinheiten. Der Projektabschluss darf nicht länger als 18 Monate vor der Bewerbung liegen. Ergebnisse oder messbare Erfolge müssen vorliegen. Aus der Bewerbung soll außerdem eindeutig nachvollziehbar sein, dass der Bewerber maßgebend zum Erfolg des Projektes beigetragen hat.

Bewerbungen sind noch bis zum 8. Juli 2018 möglich. Alle Details finden sich auf der GPM-Webseite.

Passinger zu Nachfrageschwankungen

Quelle

  • : WH/BL
VWI Redaktion Keine Kommentare

Mit Mathematik gegen Nachfrageschwankungen

„Mathematik hilft immer“ – mit dieser Überzeugung hat sich Wirtschaftsingenieur-Professor Dr. Henrik Passinger von der Westfälischen Hochschule in Recklinghausen jetzt des Themas Nachfrageschwankungen angenommen. Mit seinem mathematischen Modell namens Heijunka-Opti sollen künftig in der Produktion die Folgen solcher Nachfrageschwankungen ausgeglichen werden können.

Wie die Hochschule mitteilt, haben die meisten produzierenden Unternehmen das Problem, dass sie am liebsten das ganze Jahr hindurch dieselbe Menge von Dingen mit derselben Menge von Werktätigen herstellen würden, die Nachfrage aber wechselt. Folge die Nachfrage beispielsweise einem Wellenmuster – warme Jacken im Herbst, Autos in Deutschland gerne im Frühjahr – , lasse sich das noch mit Erfahrungswerten kalkulieren. Doch gerade in der Automobilproduktion seien im Laufe der Zeit lange Produktionsketten entstanden, in denen ein Vorproduzent an den nächsten liefert, bis am Ende der Kette ein Auto auf dem Hof steht. Nachfrageschwankungen könnten sich über diese Kette sogar so aufschaukeln, dass die Planungssicherheit für den einzelnen Betrieb abnehme.

Folgen von Nachfrageschwankungen glätten

Die Zickzack-Linien, die Nachfrageschwankungen im Produktionsdiagramm hinterlassen, will Passinger mit seinem mathematischen Modell glätten, denn sie verkomplizieren und verteuern die Produktion. „Das Ziel der Produktionsplanung muss daher sein, auf eine ausgeglichene, geglättete Linie zu kommen, die ihren Kurvencharakter nach Möglichkeit völlig verliert“, so Passinger. Vorbild ist das japanische Verfahren Heijunka, das den Produktionsfluss mengenmäßig harmonisieren will. Dieses Verfahren kombiniert der Wirtschaftsingenieur-Professor mit der mathematischen „Methode der generalisierten reduzierten Gradienten“ zu Heijunka-Opti. Produktionsplaner können Passinger zufolge einfach ihre Bestandszahlen und Aufträge in das Computerprogramm eintragen: „Und das geht von Tag zu Tag und im Produktionsalltag der Unternehmen.“ Passingers Fazit: Wenig Arbeit für eine glatte Produktion.