Datenschutzhinweis

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Vorsorglicher Datenschutzhinweis

Mit diesem vorsorglichen Datenschutzhinweis informiert der Verband Deutscher Wirtschaftsingenieure e. V. (VWI) seine Mitglieder gemäß DSGVO (Artikel 34, Absatz 3, Buchstabe c) über eine meldepflichtige Datenpanne bei seinen Hochschulgruppen. Der Bundesverband hat zudem die zentrale Meldung an die Berliner Beauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit vorgenommen.

Hintergrund ist ein Trojaner-Angriff auf die Webseiten der VWI-Hochschulgruppen. Über diesen Trojaner wurden im Zeitraum vor dem 5. Februar 2020 Namen, E-Mail-Adressen und Passwörter von registrierten Usern ausgespäht und möglicherweise im Internet veröffentlicht – nach Kenntnis des VWI betrifft das die Webseiten der Hochschulgruppen Bremen, Dortmund, Duisburg-Essen und Hannover. Mögliche Folge sind unsichere Log-ins sowie ein Missbrauch dieser Daten.

Als Gegenmaßnahme hat der VWI eine IT-Agentur damit beauftragt, alle Webseiten zu analysieren und wiederherzustellen.

Für Rückfragen steht die VWI-Datenschutzbeauftragte Andrea Sorgenfrei zur Verfügung (E-Mail: datenschutz@vwi.org).

(Veröffentlicht am 24. März 2020.)

Krise

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Gut durch die Krise mit Produktionsnetzwerken

In Zeiten wie diesen sollten sich Firmen nicht nur mit Krisenmanagement beschäftigten. Sie müssen auch an die Zukunft denken, denn irgendwann wird die Produktion wieder anziehen. Für die Zeit nach der Krise lassen sich bereits heute einige Weichen stellen. Xometry bekommt seit Jahren von tausenden Zulieferbetrieben und Auftraggebern Informationen. Auf Basis dieser Erfahrung haben wir einige Denkanstöße entwickelt, wie Firmen besser durch die Krise kommen können. Erfolg haben am Ende solche Unternehmen, die eine Reihe von Punkten beachten:

  1. Eine digitale und transparente Lieferkette. Die konsequente Digitalisierung erstreckt sich zwar auf sämtliche Bereiche der Lieferkette. Entscheidend ist jedoch, dass Transparenz in den Logistikabläufen besteht. Die wichtigsten Fragen für Manager lauten hier: Wissen wir wirklich, wo unsere Lieferung gerade ist, wann die Teile produziert werden, und vor allem, wann wir sie bekommen? Produktionsnetzwerke wie Xometry zeigen den Kunden in Echtzeit, wann eine Bestellung in die Herstellung geht, wann sie geprüft und wann verschickt wird. Selbst in unsicheren Zeiten ermöglicht das präzise Entscheidungen.
  2. Die Lieferkette muss reagieren können. Innovationen wie unsere Plattform für Produktionsdienstleistungen bieten den Unternehmen ganz neue Möglichkeiten zur Senkung der Kosten. Gleichzeitig machen diese Angebote die Firmen flexibler und ihre Produktion verlässlicher. So verwaltet Xometry ein Netzwerk von 4000 hochqualifizierten Produktionsbetrieben weltweit. Sollten also in einer Region Schwierigkeiten auftauchen, können wir die Produktion rasch in ein anderes Gebiet verschieben. In den USA haben wir diese Flexibilität bereits während einiger Unwetterkatastrophen bewiesen. Wir arbeiten daran, dass unsere Kunden durch diese Möglichkeit auch Ereignisse wie die aktuelle Krise besser überstehen.
  3. Flexible Kapazitäten nutzen. Wer ein Produktionsnetzwerk nutzt, erhält deutlich mehr Freiheiten als bei einer Produktion in eigenen Betrieben. Sollte die Nachfrage kurzfristig einbrechen, kann die Produktion nämlich ohne Schwierigkeiten angepasst werden. Zieht das Geschäft an, nutzt man seine externen Zulieferer wieder stärker. Dabei können über Xometry auch große Produktionsmengen abgewickelt werden. Wegen ihrer nahezu unerschöpflichen Kapazität können Netzwerke Aufträge meist billiger und schneller ausführen als Einzelunternehmen. Große Orders werden im Zweifel auf mehrere Lieferanten aufgeteilt. Das ist wegen der digitalisierten Abläufe schnell und ohne Qualitätsverluste möglich.
  4. Neue Effizienzpotenziale heben. Unsichere Zeiten können eine gute Gelegenheit sein, um die kostenintensiven Bereiche der Lieferkette anzugehen. Zum Beispiel durch die Nutzung anderer Produktionstechniken. Jetzt ist genau die Zeit, um neue Wege auszuprobieren. Auf der Xometry-Plattform werden zum Beispiel die preislichen Konsequenzen einer Materialveränderung in Sekunden sichtbar. Das eröffnet neue Möglichkeiten für die Suche nach Alternativen in der Produktion.
  5. Den genau passenden Zulieferer finden. Produktionsnetzwerke bieten auf einen Schlag unzählige Wahlmöglichkeiten. Jedes der vielen Partnerunternehmen von Xometry fertigt mit anderen Maschinen und bietet spezielle Fähigkeiten. So erhalten Kunden exakt den Betrieb vermittelt, der ihre individuellen Produktanforderungen erfüllen kann. Sie müssen also nicht das Produkt den Herstellungsmöglichkeiten anpassen. Sie machen es umgekehrt.
  6. Fragen Sie die Anderen. In der Krise tauscht man sich oft nur mit den nächsten Kollegen aus. Das ist leider ein Fehler. Innerhalb und außerhalb des Unternehmens gibt es nämlich viele weitere Experten, die bei der Umsetzung neuer Ideen helfen können. Verlassen Sie das übliche Muster also und holen Sie sich Rat – gerne auch vom Xometry-Team. Wir wissen, wie Zulieferketten effizient gestaltet werden können.

Ein Gastbeitrag von Xometry.

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Das Corona-Virus infiziert die Branchen

Wie trifft das Corona-Virus verschiedene Branchen? Mit dieser Frage hat sich die Unternehmensberatung Roland Berger beschäftigt und beleuchtet, wie die Ausbreitung des Virus das Wirtschaftswachstum in den wichtigen Wirtschaftszweigen Automotive, Maschinenbau, Logistik und Pharma beeinflusst. Daraus haben sie drei Szenarien entwickelt, wie der weitere Verlauf 2020 und 2021 aussehen könnte. Roland Berger zufolge hängen die Auswirkungen des Corona-Virus auf verschiedene Wirtschaftszweige von unterschiedlichen Angebots- und Nachfrage-Mustern ab.

Die Automobilbranche, die bereits durch schleppendes Wachstum im Jahr 2019 geschwächt wurde, erfährt demnach wahrscheinlich den größten Abschwung. Die Bruttowertschöpfung könnte – verglichen mit dem Basis-Szenario ohne COVID-19-Einflus – 2020 im Worst-Case-Szenario bis zu 10,6 Prozentpunkte fallen, wodurch Automobilverkäufe um zehn Prozent stärker sinken würden als vorhergesagt und aufgrund der gestörten Lieferketten keine Erhöhung möglich wäre. Im moderaten Szenario „Verzögerte Heilung“ folgt auf ein signifikantes Verkaufstief aufgrund von Bauteil-Engpässen und Problemen mit der Lieferkette im ersten Halbjahr 2020 ein Produktionsanlauf im vierten Quartal, wodurch der Effekt übers Jahr minimiert wird. Im Szenario „Schnelle Erholung“ folgt auf einen kleinen Abfall im Verkaufsvolumen im ersten Halbjahr ein ausgleichender Produktionsanlauf im zweiten Halbjahr 2020.

Die Maschinenbaubranche wird laut Roland Berger bis zum ersten Quartal 2021 sowohl Angebots- als auch Nachfrageschocks erfahren, schlimmstenfalls mit Folgeeffekten, die sich erst im zweiten Quartal 2021 einstellen. Im moderaten Szenario wird der Angebotsschock durch die sinkende Nachfrage verschlimmert, aber die Erholung folgt im vierten Quartal 2020. Im Best-Case-Szenario verursacht die Schließung chinesischer Fabriken nur einen geringen Schock, wobei der Versorgungsengpass teils durch Inventar abgefangen werden kann. Der Aufholeffekt stellt sich ein, sobald die Versorgungslage sich im zweiten Quartal 2020 erholt.

Die Logistikbranche reagiert laut Roland Berger unmittelbar auf jegliche Schwächung der Handelsströme, was die Branche besonders anfällig für die negativen Auswirkungen des Corona-Virus macht. Schlimmstenfalls sieht das Szenario „Tiefgreifende Rezession“ ein schwerwiegendes Nachfragetief vorher, bei dem die Erholung erst mit einem Gesamtwirtschaftswachstum im ersten Halbjahr 2021 stattfindet. Das moderate Szenario sagt ausgedehnte Produktions-Stillstände voraus, welche die Nachfrage nach Logistik-Dienstleistungen langfristig senken. Der Branche drohen auch Risiken durch weitere ausgeweitete Grenzschließungen. Im Best-Case-Szenario zeigt sich die größte Auswirkung in China, aufgrund der Quarantänemaßnahmen und der Abriegelung ganzer Provinzen.

Auch die Pharmabranche wird laut Roland Berger zunehmend eine Belastung der Lieferketten erleben, aber eine anhaltende Nachfrage sollte für weiteres Wachstum sorgen. Schlimmstenfalls bleiben die Wachstumsraten der schwachen Weltwirtschaft entsprechend niedrig, solange nicht essenzielle Einkäufe aufgeschoben werden. Im moderaten Szenario verlangsamt sich das Wachstum aufgrund von Versorgungsschocks, aber die Nachfrage bleibt stabil. Im Falle einer schnellen Erholung dürften etwaige Produktionsausfälle durch Lagerbestände überbrückt werden, gefolgt von einem schnellen Produktionsanlauf frühestens im zweiten Quartal 2020. In diesem optimistischen Szenario sind die Auswirkungen auf Europa und die Vereinigten Staaten gering.

Lebensmittel-Logistik

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Lebensmittel-Logistik: Zentral für die Versorgung

Welche zentrale Rolle der Lebensmittel-Einzelhandel und eben auch die Lebensmittel-Logistik spielt, zeigt sich während der Corona-Epidemie besonders deutlich. Prof. Dr. Heinrich Kuhn von der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt (KU) ist überzeugt, dass trotz Schlagzeilen über leere Regale die Versorgung gewährleistet ist. Der Wirtschaftsingenieur ist Inhaber des Lehrstuhls für Supply Chain Management an der KU und hat vor kurzem eine Studie zu den Herausforderungen von Oster- und Weihnachtsfeiertagen für die Lebensmittel-Logistik veröffentlicht.

„Mit dieser zusätzlichen Nachfrage, die auch nur ganz bestimmte Warengruppen und Preissegmente betrifft, konnte der Handel vorab nicht rechnen. Das unterscheidet die aktuelle Situation vom Feiertagsgeschäft zu Weihnachten und Ostern. Hier hat der Handel Erfahrungen aus der Vergangenheit und bereitet sich ganz gezielt vor“, erklärt Kuhn. Leere Regale seien in der aktuellen Situation meist kein Hinweis auf einen längerfristigen Produktmangel, sondern eher auf einen akuten, kurzfristigen Kapazitätsmangel in Produktion und Logistik.

Kuhn weiter: „Die logistischen Prozesse sind sehr fein abgestimmt und einjustiert, um den Kunden bei Normalnachfrage die vielen unterschiedlichen Produkte – rund 50.000 unterschiedliche Produkte in einem normalen Lebensmittelsupermarkt – mit hoher Verfügbarkeit und vor allem zu akzeptablen Preisen anbieten zu können. Wenn nun derartig kurzfristige und in der Höhe extreme Nachfragespitzen auftreten, dann dauert es halt eben eine gewisse Zeit, bis diese Produkte vom Lieferanten über die Zentral- oder Regionallager an die Märkte wieder ausgeliefert werden.“

Ein Warenverteilzentrum eines Lebensmittelhändlers habe nur eine gewisse Tageskapazität zur Kommissionierung und zur Ein- und Auslagerung sowie zum Transport der Produkte zur Verfügung. Wenn plötzlich mehr nachgefragt werde, müssten sich die Nachfüllaufträge der Märkte in eine Warteschlange einreihen. „Die Produkte sind aber verfügbar, entweder beim Lieferanten oder sie liegen bereits im Verteilzentrum des Handels. Also keine Sorge, der Nachschub wird klappen.“ Selbst bei kritischen Warengruppen wie Desinfektionsmitteln rechnet Kuhn mittelfristig mit Entspannung.

„Wesentlich erscheint mir in dieser angespannten Situation anzuerkennen, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Lebensmittelhandel und Drogerien zurzeit eine wesentliche Versorgungsleistung für uns alle leisten – und dies im internationalen Vergleich mit sehr effizienten Logistiksystemen“, betont Kuhn. Daher bestehe auch kein Grund zu Hamsterkäufen. Kuhn fordert alle Kundinnen und Kunden zu respektvollem Verhalten im Supermarkt auf. Dazu gehöre beispielsweise, die notwendige Distanz zu Verkäufern und anderen Kunden zu halten und im Idealfall mit Karte zu bezahlen, um Bargeldaustausch zu minimieren.

Das komplette Interview zur Lebensmittel-Logistik in Corona-Zeiten hat die KU auf ihrer Webseite veröffentlicht.

Teaballs

Quelle: Teaballs

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WiIng-Start-up Teaballs: Teegenuss ohne Beutel

Die Idee entstand am Frühstückstisch, jetzt gibt es das Produkt nicht nur im eigenen Online-Shop, sondern auch in ersten stationären Läden: Teaballs, die beutellose Tee-Alternative – eine Erfindung des Wirtschaftsingeneurs Simon Schmidt aus Gründau im Main-Kinzig-Kreis. Hinter der Idee stand Schmidts Wunsch, Teebeutel zu umgehen. Ihn störte nicht nur das Warten während der Ziehzeit des Tees, sondern auch das Geschlabber und der Müll in Verbindung mit den gängigen Teebeuteln. Gemeinsam mit seiner Schwester ertüftelte er daher eine beutellose Alternative: ein schneller und mobiler Tee aus dem Spender.

Der Herstellungsprozess von Teaballs beginnt zunächst mit der Pflanze. Über ein schonendes Dampf-Extraktionsverfahren, bei dem laut Teaballs alle wertvollen Inhaltsstoffe erhalten bleiben, wird ein pulverförmiges Extrakt gewonnen und in Tablettenform gepresst. Danach folgen die Veredlung und die Qualitätskontrolle, wobei die Teaballs entstaubt und auf Größe, Gewicht und Löslichkeit geprüft werden. Zwei bis vier Kügelchen reichen, um mit heißem oder kaltem Wasser einen sofort trinkfertigen Tee herzustellen. „Tee ist etwas für die Sinne, das soll es auch bleiben. Wir verändern quasi nur die Praktikabilität der Verpackung bei gleichzeitiger Erhöhung der Genussqualität“, sagt Simon Schmidt. Die Abfüllung der Teaballs erfolgt übrigens in den Werkstätten des Behinderten-Werk Main-Kinzig e.V. (BWMK). Und die Spender für die Teaballs sind nachfüllbar, dafür werden die Kügelchen in umweltfreundlichen, recycelbaren Glasflaschen angeboten.

In fünf klassischen Geschmacksrichtungen gibt es Teaballs bereits: Earl Grey, Grüner Tee, Hibiskus, Minze und Kamille. Weitere Geschmacksrichtungen sind geplant. Erhältlich sind sie im Online-Shop, in einigen kleineren Fachgeschäften im Main-Kinzig-Kreis sowie seit Januar in den Sorten Minze, Kamille und Grüner Tee auch bei der Drogeriekette Müller. „Wir freuen uns sehr, dass die Drogeriekette Müller unsere Teaballs bundesweit listet und so jeder Teetrinker regional unser Produkt kaufen kann. Für das Unternehmen ist ein so starker Partner ein großer Gewinn, stellt uns für die Zukunft aber auch vor ambitionierte Herausforderungen in Sachen Produktion, Logistik und Produktqualität“, so Erfinder Simon Schmidt.

Corona

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VWI-Verbandskreditkarte: Stornierungskosten bei Corona

Viele Mitglieder nutzen die kostenlose Verbandskreditkarte des VWI. Vor dem Hintergrund der Corona-Krise verzeichnet VWI-Kooperationspartner John Kames zurzeit etliche Anfragen von Mitgliedern, die mit der Kreditkarte Reisen gebucht haben, die sie jetzt aus den unterschiedlichsten Gründen nicht mehr antreten können. Vielfach wird nachgefragt, ob die in der Mastercard Gold inkludierte Reiserücktrittsversicherung eventuell anfallende Stornierungskosten übernimmt.

Leider nicht in jedem Fall, so John Kames: „Reiserücktrittsversicherungen zahlen in der Regel nicht für Ausfälle durch unvermeidbare außergewöhnliche Umstände. Die Ausbreitung eines Virus gilt als so ein außergewöhnlicher Umstand. Die Mastercard Gold Reiserücktrittsversicherung – Versicherungsbedingungen Abschnitt 7a, Seite 18 – greift bei familiären Todesfällen und bei Krankheit. Bei beiden muss eine entsprechend Bescheinigung vorgelegt werden.“

Wie John Kames weiter mitteilt, werden bei einem Flugausfall aufgrund einer behördlich angeordneten Quarantäne die Reisekosten in der Regel voll rückerstattet. Werde jedoch ein Flug trotz einer Reisewarnung des Auswärtigen Amts durchgeführt, sei eine kostenfreie Stornierung oft nicht möglich. Kames empfiehlt, die Fluggesellschaft sofort zu kontaktieren und um eine kostenlose Umbuchung oder Kostenerstattung zu bitten. Zwar könne auch die Fluggesellschaften darauf hinweisen, dass dieser Virus ein außergewöhnlicher Umstand sei, für den das Unternehmen nicht verantwortlich gemacht werden könne. Die meisten Fluggesellschaften würden sich aber sehr kulant verhalten.

Klassische Pauschalreisen können in der Regel am einfachsten storniert werden, so Kames weiter. Je nach Zeitpunkt und Kurzfristigkeit könne ein Veranstalter allerdings dafür prozentual eine Gebühr verlangen, denn er habe den Corona-Virus als außergewöhnlichen Umstand nicht zu verantworten. Angesichts der Lage seien jedoch die meisten Veranstalter großzügig; sie erstatten den kompletten Reisepreis oder buchen die Reise kostenlos um. „Hier sollte – auch bei Reisen die für den Sommer bereits gebucht wurden – Kontakt mit dem Veranstalter aufgenommen werden, denn es ist nicht sicher, wie lange dieser Virus grassiert und ob die Reise auch dann angetreten werden kann“, sagt Kames. „Im Internet gibt es eine Vielzahl von Hinweisen, wie man sich verhalten kann und was bei bereits gebuchten Reisen zu tun ist.“

Eine Übersicht dazu hat beispielweise der Verbraucherzentrale Bundesverband zusammengestellt.

Kostenlose Mastercard Gold für VWI-Mitglieder

Der VWI bietet seinen Mitgliedern als Verbandskreditkarte eine kostenfreie Mastercard Gold an. Möglich macht das eine Kooperation mit der Advanzia Bank. Jedes VWI-Mitglied kann für sich und den Partner zu gleichen Konditionen diese Verbandskreditkarte beantragen. Sie ermöglicht nicht nur das bargeldlose Bezahlen weltweit, sondern auch zahlreiche weitere zahlreiche Vorteile – unter anderem eine kostenlose Reiseversicherung sowie Rabatte bei Autovermietungen. Über die Details informiert der VWI im Mitgliederbereich.

Noch kein Mitglied im VWI? Das können Sie hier ändern!

SaSCh

Quelle: BIBA/Bosch

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SaSCh: Lieferketten durchgängig überwachen

Mit einer lückenlosen Qualitätsüberwachung in der Lieferkette hat sich das Projekt SaSCh befasst, dessen erfolgreichen Abschluss das Bremer Institut für Produktion und Logistik an der Universität Bremen (BIBA) jetzt meldet. SaSCh steht für „Digitale Services zur Gestaltung agiler Supply Chains“. Ergebnis ist laut BIBA eine technische Innovation: ein cyber-physisches System, das mobile Sensoren und Gateways, 3D-Bildverarbeitung, Cloud-Plattformen und digitale Services integriert. Damit soll SaSCh die durchgängige digitale Erfassung qualitäts- und zustandsrelevanter Daten in der Lieferkette ermöglichen. Die Projektergebnisse seien am Beispiel von Zulieferteilen für die Automobilindustrie erfolgreich geprüft worden und auch auf andere Branchen übertragbar.

„Die Überwachung der Qualität von Bauteilen, Komponenten und Produkten entlang der ganzen Lieferkette erfolgt durch mobile Sensoren und stationäre Kameras. Sie erfassen und digitalisieren qualitätsrelevante Umwelteinflüsse. Die Daten werden in einer Cloud, also in einer Datenwolke gespeichert“, sagt Michael Teucke. Der Wirtschaftsingenieur ist BIBA-Wissenschaftler und -Projektleiter. Der unternehmensübergreifende Austausch der Ereignisdaten erfordert die Verwendung einer einheitlichen Sprache, hier nach dem EPCIS-Standard. EPCIS steht für „Electronic Product Code Information Services“; er wurde von der Standardisierungsorganisation GS1 entwickelt und im Rahmen des Projektes erweitert.

Auf Basis der technischen Lösungen und der dadurch möglichen Datenauswertung wurden im Projekt innovative Geschäftsmodelle für verschiedene smarte digitale Services zur Sicherung von Produktqualität sowie Just-in-Time- und Just-in-Sequence-Anlieferungen entwickelt. Zu den Services zählen unter anderem Tracking und Tracing von Produktkomponenten in multimodalen Transportketten – also Kombinationen von Schiff, Bahn und Lkw etc. – sowie automatische Benachrichtigungen an Zulieferer und Logistik-Dienstleister bei Auftreten unerwarteter Ereignisse in der Kette. Um solche Ereignisse handelt es sich beispielsweise, wenn Waren absehbar verspätet beim Empfänger ankommen oder sie unterwegs außergewöhnlichen Bedingungen wie extremen Temperaturen, Feuchte beziehungsweise Nässe oder Schocks durch Erschütterungen ausgesetzt waren. Das System bedient sich dafür diverser Sensoren zur Registrierung und der smarten Verarbeitung der Daten zu den Umgebungsbedingungen.

Die Potenziale einer sensorischen Lieferkettenüberwachung im Hinblick auf eine Verbesserung ihrer logistischen Leistungsfähigkeit wurden vom BIBA mittels eines Simulationsmodells einer multimodalen Zulieferkette bestimmt. Dadurch konnte unter anderem gezeigt werden, dass die zeitnahe Erfassung von Störungen an verschiedenen Transportstufen Rückmeldungen beschleunigt und die Planungssicherheit erhöht. Zudem hat das Forscherteam einen Leitfaden für digitale Geschäftsmodelle erstellt, der verschiedene Methoden zur Analyse und Bewertung von Geschäftsmodellen beschreibt und mit einem Vorgehensmodell koppelt. Dabei werden auch die rechtlichen Aspekte berücksichtigt.

„Angesichts der weltweit verteilten Produktionsnetze und den zugehörigen komplexen Lieferketten gilt die Logistik mittlerweile als ein bedeutender, wettbewerbsrelevanter Differenzierungsfaktor“, sagt BIBA-Leiter Prof. Dr.-Ing. Michael Freitag. Entsprechend wichtig sei ein umfassendes Monitoring der Waren auf den vielfältigen Transportwegen. „Die Herausforderung dabei ist der unternehmensübergreifende Datenaustausch entlang der Lieferketten. Die Architektur des SaSCh-Systems mit seiner Organisation der Datentransfers gewährleistet höchstmögliche Transparenz bei gleichzeitiger Wahrung der Datensouveränität. Alle Akteure im Netzwerk können auf standardisierte Funktionen und Prozesse zurückgreifen und erhalten für sie relevante Statusmeldungen noch vor der Ankunft der Ware. Damit können die Beteiligten nicht nur wie bisher reaktiv, sondern nun proaktiv handeln.“

An dem Forschungsprojekt waren neben dem BIBA die Unternehmen BLG Logistics (Bremen), Bosch (Stuttgart/Bühl) und queo (Dresden) sowie die Standardisierungsorganisation GS1 Germany (Köln) beteiligt. Es wurde vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie im Technologieprogramm „PAiCE – Digitale Technologien für die Wirtschaft“ gefördert und vom DLR Projektträger im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR, Bonn) betreut. Die Projektpartner arbeiten nun an einer Lösung für den Markt.

Fachkolloquium Soziale Innovationen

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Fachkolloquium Soziale Innovationen: Call for Abstracts

In einem Fachkolloquium wird sich der VWI am 12. November 2020 in Magdeburg zum zweiten Mal dem Thema Soziale Innovationen widmen. Bekannte Beispiele für Soziale Innovationen sind das Internet, Wikipedia, Smartphones oder Wearables: Während Innovationen für sich betrachtet Erfindungen sind, die in einem Markt bei einer zahlungsbereiten Kundschaft ankommen, stellen Soziale Innovationen zusätzlich einen Nutzen für die Gesellschaft dar. Die Veranstalter des Fachkolloquiums suchen mit diesem Call for Abstracts für die Themen Energie, Mobilität und Klimawandel – die zentralen Herausforderungen unserer Zeit – ganzheitliche, interdisziplinäre Lösungsansätze und Vorschläge für Soziale Innovationen. Für das Einreichen der Abstracts steht dieses Dokument online zur Verfügung; Einsendeschluss ist der 30. April 2020.

Das Thema Nachhaltigkeit mit den drei Säulen Ökonomie, Ökologie und soziale Verantwortung bringt neue Anforderungen für das Management von Unternehmen. Während ein Unternehmen wie von selbst eine ökonomische Nachhaltigkeit anstrebt, bedarf es hinsichtlich Ökologie und sozialer Verantwortung gezielter Anstrengungen, die nicht selten Kosten verursachen, aber eine Einschätzung des Return on Investment oder der Amortisationszeit von weniger als drei Jahren schwierig machen. Ingenieure sind der Ansicht, dass nur mit Technologieeinsatz die Herausforderungen der Umwelt und Gesellschaft gemeistert werden können. Sozialwissenschaftler sehen das häufig anders. Eine Brücke könnten hier Soziale Innovationen bauen, die in den vergangenen Jahrzehnten zunehmend von technologischen Erfindungen geprägt worden sind.

Können Unternehmen und deren Beschäftigte mit Sozialen Innovationen Lösungen auf die aktuellen Herausforderungen finden? Wie können Soziale Innovationen gefördert werden? Bedarf es spezieller Skills bei Beschäftigten und Führungskräften, die bereits in der Ausbildung vermittelt werden müssen? Bedarf es interdisziplinärer Teams, um ganzheitlich und schnell derartige Lösungen zu entwickeln? Sind spezielle Organisationsformen notwendig? Das 2. Fachkolloquium Soziale Innovationen geht diesen Fragen nach und diskutiert unter anderem Lösungen für eine Wende bei Energie und Mobilität sowie gegen den Klimawandel.

Auvisus

Quelle: Auvisus/KIT

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WiIng-Start-up Auvisus automatisiert das Kassieren

Geht es nach den Gründern des Start-ups Auvisus, wird Künstliche Intelligenz bald in vielen Kantinen anzutreffen sein – nicht am Herd, aber an der Kasse. „Warteschlangen in der Kantine sind ärgerlich für Kundinnen und Kunden, aber auch für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einer Kantine“, sagt Wirtschaftsingenieur Felix Schweikardt, der gemeinsam mit Elektroingenieur Kai Dierenbach Auvisus am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) gegründet hat: „Mittels Bilderkennung auf Basis Künstlicher Intelligenz können wir dieses Problem lösen.“

Um das Kassensystem mit Auvisus zu nutzen, müssen die Kantinenkunden ihr Tablett einfach unter eine Kamera stellen. Ein künstliches neuronales Netz identifiziert dann unmittelbar Merkmale wie Form, Größe oder Farbe und sortiert die Speisen entsprechend in einem imaginären Raum. Ähnliche Speisen werden entlang dieser Merkmale einem ähnlichen Ort zugeordnet – und hat man die KI entsprechend trainiert, ist auch die Speise gleich erkannt. Das bedeutet: Die Kamera erfasst in Echtzeit Gerichte und Getränke auf dem Tablett und zeigt den Preis an; bezahlt wird dann per Karte. Das normale Kantinengeschirr kann dafür weiter verwendet werden. Und auch Salate, die an der Kasse gewogen werden müssen, kann das System erkennen und abrechnen: Wenn der Algorithmus den Salat erkennt, wird der Kunde gebeten, ihn anzuheben. Über das Negativgewicht lässt sich dann der Preis bestimmen.

Das Marktpotenzial ist aus Sicht der Gründer groß. Immerhin werden jährlich elf Milliarden Mahlzeiten in europäischen Kantinen serviert. „Die Idee, Kantinenessen optisch zu erfassen, ist tatsächlich entstanden, als wir selber zu lange in der Mensa in der Schlange standen“, sagte Schweickhardt im SWR: „Und dann war der erste Schritt zu testen: Ist es technisch möglich auf der einen Seite und auf der anderen Seite: Ist der Markt da? Und als wir das erkannt haben, haben wir das Unternehmen gegründet.“

Auvisus ist als Plug-in mit bestehenden Prozessen kompatibel und kommt im Idealfall ohne Personal aus. Am KIT haben die Gründer ihre Lösung bereits erfolgreich getestet. Und im Februar erhielten sie dafür den Intergastra Innovationspreis 2020.

Studie Künstliche Intelligenz

Quelle: Fraunhofer IAO

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Künstliche Intelligenz als Wettbewerbsfaktor

Wie kommt Künstliche Intelligenz in der Unternehmenspraxis an? Welche Potenziale versprechen sich Unternehmen davon, welche Auswirkungen erhoffen und fürchten sie, und wo werden KI-Technologien schon in der Praxis eingesetzt? Diese und weitere Fragen zu den Potenzialen und Auswirkungen von KI hat das Fraunhofer IAO auf Basis einer Befragung untersucht und in der Publikation „Künstliche Intelligenz in der Unternehmenspraxis“ zusammengestellt. Das Papier ist ab sofort kostenlos erhältlich und gibt eine Übersicht darüber, inwieweit KI in Unternehmen in Deutschland bereits eingesetzt wird, welche Auswirkungen von KI auf Organisation, Personal und Führung zu erwarten sind und welche Konzepte und Strategien Unternehmen verfolgen, die bereits KI-Anwendungen implementiert haben.

„Wir waren erstaunt, wie viele Unternehmen bereits KI-Anwendungen sehr erfolgreich im Einsatz haben“, sagt Wirtschaftsingenieur Thomas Meiren, der zum Autorenteam gehört: „Die Resonanz der Unternehmen hat gezeigt, dass es sich lohnt, sich einfach zu trauen, Dinge auszuprobieren. Alle der befragten Unternehmen, die KI-Technologien einsetzen, profitieren davon. Oft genügen anfangs auch kleine Lösungen, die große Wirkung entfalten.“

Künstliche Intelligenz gilt als sogenannter Game Changer für die Arbeits- und Lebenswelt. In der Politik werden laut Fraunhofer IAO gerne Wettbewerbsvergleiche zwischen den führenden Industrienationen angestellt, in der Forschung neue Initiativen und Projekte gefeiert und in Talkshows bunte Zukunftsszenarien autonom agierender Anwendungen skizziert. Dabei werde jedoch oft vergessen, dass KI kein neues Phänomen sei, sondern bereits Einzug in die Praxis vieler Unternehmen gehalten habe.

Kernbestandteil der Studie bildet eine schriftliche Befragung, an der sich insgesamt 309 Unternehmen beteiligt haben. Ein besonderes Augenmerk gilt dabei den 49 Betrieben, die bereits KI-Anwendungen im Einsatz und in einem gesonderten Fragebogenteil über ihre Praxiserfahrungen berichtet haben. Ergänzt wird die Breitenerhebung durch Interviews mit ausgewählten Expertinnen und Experten aus Wirtschaft und Gesellschaft sowie drei Fallbeispielen aus Unternehmen unterschiedlicher Branchen und Größenordnungen.

Wie die Studie zeigt, beschäftigen sich derzeit 75 Prozent der befragten Betriebe mit Fragestellungen zu KI, 16 Prozent haben bereits eine praktische KI-Anwendung im Einsatz. Unternehmen erwarten von KI in erster Linie einen Beitrag zu Produktivitätssteigerung. Hindernisse werden in den Bereichen Datenschutz und Datensicherheit, dem Fehlen maßgeschneiderter Lösungen und den hohen Kosten zur Einführung gesehen. Sämtliche befragten Unternehmen, die bereits über praktische Erfahrungen mit Künstlicher Intelligenz verfügen, bescheinigen ihren jeweiligen Anwendungen einen hohen Nutzen.

Für die Unternehmen kommt es laut Fraunhofer IAO nun darauf an, die Potenziale für den Einsatz von KI systematisch zu ermitteln, tragfähige Lösungen zu entwickeln und die Anwendungen unter enger Einbeziehung der Mitarbeitenden umzusetzen. Ein Leitfaden am Ende der Studie soll dafür eine Reihe an Vorschlägen und Empfehlungen liefern.