Cybersicherheit

Quelle: BSI

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Cybersicherheit: Corona verschärft Gefährdungslage

Die Corona-Pandemie hat nicht nur großen Einfluss auf Wirtschaft, Staat und Gesellschaft, sondern auch auf die Cybersicherheit. Das zeigt der aktuelle Bericht zur Lage der IT-Sicherheit in Deutschland 2020 des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI). Grund ist der Digitalisierungsschub, den die Pandemie aus verschiedenen Ebenen ausgelöst hat. Ohne Home-Office, Online-Zusammenarbeit, Videokonferenzen und Chats, digitale Geschäftsprozesse, Online-Handel und Video-Streaming wären die Auswirkungen der Pandemie für Wirtschaft und Gesellschaft wohl noch schwerwiegender, als sie es ohnehin schon sind. Viele Menschen, aber auch viele Unternehmen, mussten gewohnte Abläufe innerhalb kürzester Zeit umstellen und neuen Rahmenbedingungen anpassen. IT- und Datensicherheit spielte dabei oft eine untergeordnete Rolle. Das BSI appelliert, jetzt, nachdem sich vieles eingespielt hat, dieses sogenannte „neue Normal“ nachhaltig und sicher zu gestalten, um es Angreifern nicht zu leicht machen.

Die aktuelle Gefährdungslage ist laut BSI weiterhin geprägt von Cyber-Angriffen mit Schadsoftware, die in immer neuen Varianten und mit teils ausgefeilten Methoden eingesetzt wird. Die Zahl der Schadprogramme übersteigt inzwischen die Milliardengrenze. Allein im Berichtszeitraum sind demnach 117,4 Millionen neue Varianten hinzugekommen, also etwa 320.000 neue Schadprogramme pro Tag. Weiterhin dominant ist die Schadsoftware Emotet, die das BSI schon vor rund zwei Jahren als gefährlichste Schadsoftware der Welt bezeichnet hatte. Sie bietet Angreifern zahlreiche fortschrittliche Angriffsmöglichkeiten.

Von Angriffen auf ihre Cybersicherheit betroffen sind Unternehmen und Institutionen aller Größen und Branchen. So wurden Automobilhersteller und ihre Zulieferer ebenso angegriffen wie Flughäfen und Fluggesellschaften. Auch kleine und mittelständische Unternehmen, die sich durch Alleinstellungsmerkmale wie zum Beispiel die Produktion spezieller Komponenten im Maschinenbau auszeichnen, wurden Opfer von Cyber-Angriffen. Ebenso betroffen waren kommunale Verwaltungen, Krankenhäuser und Hochschulen. Bemerkenswert ist laut BSI zudem die Gefährdung der Cybersicherheit durch Daten-Leaks, also den Diebstahl oder die unbeabsichtigte Offenlegung personenbezogener Datensätze.

Weitere Informationen und Beispiele hat das BSI im „Bericht zur Lage der IT-Sicherheit in Deutschland 2020“ zusammengefasst. Der Lagebericht gibt einen Überblick über die Entwicklung der Bedrohungslage im Cyber-Raum vom 1. Juni 2019 bis zum 31. Mai 2020.

Bundesteam

Quelle: VWI

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Bundesteam: Treffen im virtuellen Raum

Das Bundesteamtreffen (BTT) mit etwa 30 aktiven VWI-Mitgliedern sollte Ende September eigentlich im Göttinger Land stattfinden. Dies wäre auch mit einer geringeren Teilnehmendenzahl möglich gewesen, und so standen wir vor der Frage: Soll sich das Bundesteam wirklich in kleiner Runde treffen oder steigen wir auf ein virtuelles Event um, damit mehr Bundesteamler (BTler) dabei sein können?

#Leadership
Das Bundesteam wird derzeit von vier Teamleitern koordiniert. Unser Grundsatz ist hierbei, aktive BTler so viel wie möglich mitgestalten und entscheiden zu lassen. Anstatt also in der Teamleiterrunde zu entscheiden, wie das BTT stattfinden wird, haben wir diesen Ball an die BTler zurückgeworfen. Entgegen unserer Erwartung hat sich ein klares Stimmungsbild gezeigt: Das BTT sollte als virtuelles Event stattfinden.

#Brainstorming
Aber wie soll ein Event, das so viel zwischenmenschliche Interaktion beinhaltet, virtuell überhaupt stattfinden? Kennenlernen, Teambuilding, Workshops und vieles mehr – es ist die Summe an Details, welche das BTT immer erfolgreich gemacht hat. Das Umdenken haben wir natürlich nicht alleine gemacht: Um hier auch die Ideen der BTler anzapfen zu können, haben wir eine offene Brainstormingrunde durchgeführt – denn 1+1=3. Das Resultat war ein Pool an innovativen Ideen, wie unsere Traditionen und Werte auf ein virtuelles Event umgemünzt werden können.

#BundesTEAM
Einander besser Kennenlernen und das WIR-Gefühl stärken – zwei Elemente, die niemals auf einem BTT fehlen. Um diesen Leitgedanken weiter zu führen und trotzdem nicht den Zeitrahmen zu sprengen, haben wir uns für drei Ideen entschieden:

  1. Gemeinsames Kochen
    Zur Auswahl standen drei Rezepte und je Rezept ein virtueller Raum, in denen sich die BTler während des Kochens austauschen konnten. Der Rest ist Geschichte.
  2. Ein Blick ins Zuhause
    Jeder Teilnehmende hat sich einen Gegenstand mit persönlichem Wert rausgesucht, in die Kamera gehalten und erklärt, warum dieser Gegenstand eine besondere Bedeutung für ihn oder sie hat. Dadurch hatten wir die Möglichkeit, Neues über einander zu lernen.
  3. Eine Storyline bauen
    Eine Geschichte beginnt mit einem Satz, gefolgt von einem unvollständigen Satz. Ein BTler muss diesen vervollständigen und einen weiteren unvollständigen Satz formulieren. Dann ist der nächste BTler an der Reihe, und so geht es bis zum Ende der Geschichte weiter. Mit dieser Methode wird nicht nur die eigene Kreativität angezapft, sondern sie hilft auch, einander zuzuhören und die Teamkooperation zu verbessern.

Der optionale Ausklang im Anschluss des offiziellen Teils war natürlich wie immer auch Teil des BTTs.

#Feedbackkultur
Die persönliche Weiterentwicklung ist eine unserer drei Säulen im Bundesteam, die wir durch eine aktiv gelebte Feedbackkultur fördern. Raum für Feedback haben wir wie folgt gegeben:

  1. Offenes Feedback für Initiativen
    Damit alle einen Überblick über den aktuellen Status laufender Aktivitäten bekommen, geben die Initiativen beim BTT immer ein Update. Um hier virtuell etwas Effizienz reinzubringen, fand das Update in einem Zwei-Minuten-Pitch statt – mit anschließender Möglichkeit, über Mentimeter Feedback in einer Freitext-Funktion zu geben, das offen für jeden sichtbar geteilt wurde.
  2. Secret Friend
    Optional bestand die Möglichkeit, beim „Secret Friend“ teilzunehmen. Dabei hat man einen anderen Teilnehmenden zugelost bekommt, den man über das Event hinweg beobachten sollte. Das anschließende Feedback wurde dann auf eine Postkarte geschrieben und an den Teilnehmenden geschickt, der beobachtet wurde. Somit hat jeder, der wollte, nicht nur persönliches Feedback erhalten, sondern auch eine kleine Erinnerung an das BTT.

#OpenSpace
Schon seit zwei Jahren haben wir das Konzept des BTTs umgestellt. Anstatt Themen für Arbeitsgruppen vorzugeben, fragen wir jedes Mal die Teilnehmenden, welche Themen sie gerne bearbeiten würden. Somit ergeben sich mehrere Zeitslots mit parallel stattfindende Arbeitsgruppen. Dabei kann jeder Teilnehmende selber entscheiden, bei welcher Arbeitsgruppe er oder sie mitarbeiten mag. So gewährleisten wir, dass nur an Themen gearbeitet wird, worauf die BTler auch Lust haben, und dass in den Gruppen immer genau die richtigen BTler sitzen – nämlich die, die dieses Thema gerne weiterentwickeln wollen.

Den Grundgedanken dieses Konzeptes haben wir auch virtuell beibehalten und minimal umgestellt. Bereits bei der Anmeldung haben wir Themen abgefragt und zusätzlich am Tag selbst nochmal die Möglichkeit gegeben, Themen einzubringen. So hatten wir die Chance, die Timeslots schon etwas im Vorfeld zu sortieren. Im Anschluss an die Slots hat jede Gruppe kurz die Resultate in einem Recap zusammengefasst. Ansonsten war die Durchführung nicht viel anders als Offline: Sammeln, Ordnen und Pitch der Themen, Slot 1, Recap, Slot 2, Recap.

#EinBlickInDieThemen
Starker Fokus lag dieses Mal auf der Digitalisierung unserer Events. Dabei hatten wir nicht nur eine Arbeitsgruppe dazu, wie bereits bestehende Events digital gestaltet werden können (zum Beispiel Online-HGV), sondern auch dazu, wie wir die aktuelle Entwicklung nutzen können, um VWI-Mitgliedern neue Angebote anbieten zu können (Digitale Angebote).

#VWIFamilie
Am Ende des Tages war auch virtuell zu spüren, wie nah VWIler sich nach jahrelanger Freundschaft stehen und wie schön es ist, gemeinsam das Verbandsleben mitzugestalten.

#WerdeEinTeilDerFamilie
Du hast Lust, dich auf nationaler Ebene bei bundesweiten Initiativen zu engagieren? Cool! Es warten derzeit spannende Aufgaben auf dich:

  • Erarbeitung eines Konzepts zum Wissensaufbau in den Hochschulgruppen im Bereich IT
  • Weiterentwicklung der Regionalgruppen

Oder du kommst mit einer Idee einfach auf uns zu – wir freuen uns immer auf neuen Input!

Mehr Infos und den Kontakt zum Bundesteam gibt es unter diesem Link.

Von Sabrina Richter, Teamleiterin Bundesteam

Israel

Quelle: Pixabay

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Israel: Start-up-Kultur und Tech-Trends entdecken

Was macht das Innovations-Ökosystem in Israel so einzigartig? Wie können deutsche Unternehmen aus dem Maschinen- und Anlagenbau eine fruchtbare Zusammenarbeit mit israelischen Start-ups und Innovatoren beginnen? Um diese Fragen dreht sich eine mehrmonatige hybride Innovationstour des Bundeswirtschaftsministeriums. Das Projekt soll Unternehmen aus dem Maschinenbau – insbesondere KMU – dabei unterstützen, sich mit potenziellen Kooperationspartnern im israelischen Innovations-Ökosystem zu vernetzen.

Höhepunkt bildet eine fünftägige Reise in die Start-up-Nation, die zurzeit für den 6. bis 11. März 2021 geplant ist. Dabei sollen Maschinen- und Anlagenbauer die Chance bekommen, die wesentlichen Innovationszentren in Tel Aviv und Umgebung zu erkunden, sich mit dem Tech-Ökosystem zu vernetzen sowie auf ausgewählte Start-ups zu treffen, die Lösungen für die Pain Points der Industrie bieten.

Wegen seiner einzigarten Innovationskultur und dem Gründermindset gilt Israel als ein Start-up-Eldorado und eine beliebte Innovationsquelle für deutsche Unternehmen. Unter anderem gibt es vielversprechende Tech-Start-ups aus Feldern wie Industrie 4.0, Artificial Intellligence und Cybersecurity. Hinzu kommt die wechselseitige Befruchtung der verschiedenen Technologien und Kulturen. Daher gilt das Start-up-Ökosystem in Israel als wichtiger Baustein, mit dem sich die deutsche Industrie für die Zukunft wappnen kann.

Den Auftakt der Innovationstour bildet das digitale Schnupper-Event „Startup-Nation Israel“ am 22. Oktober 2020 von 10 bis etwa 11:30 Uhr. Die Veranstaltung wird von Dreberis, dem Durchführer des BMWi, in Partnerschaft mit dem VDMA durchgeführt. Referenten aus Israel und Deutschland werden dabei sehr praxisnah berichten, das Start-up-Ökosystem in Israel vorstellen und den Teilnehmenden die erforderlichen Entscheidungsgrundlagen für die Frage geben, ob eine Bewerbung für die Innovationstour sinnvoll ist.

Die Teilnahme am Online-Meeting ist kostenlos; zur Anmeldung geht es unter diesem Link. Weitere Informationen zur Innovationstour Israel stehen auf der Projektwebsite sowie im Projektflyer bereit.

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Ausschreibung: German Startup Awards

Noch bis zum 31. Oktober 2020 können Nominierungen für die German Startup Awards eingereicht werden – auch Selbstnominierungen sind möglich, wie der Bundesverband Deutsche Startups mitteilt. Die Preisverleihung ist für den 6. Mai 2021 geplant. Ausgeschrieben werden die Awards in insgesamt neun Kategorien.

In den Kategorien „Gründerin des Jahres“ und „Gründer des Jahres“ sollen Start-up-Gründerinnen und -Gründer mit außergewöhnlichen und beispielhaften Gründungsgeschichten ausgezeichnet werden. „Die Gründung und Entwicklung ihrer Startups sind geprägt durch Höhen und Tiefen sowie den Willen und das Engagement der Gründerinnen und Gründer für ihre Ideen und Visionen zu kämpfen. Damit sind sie zugleich Inspiration und Vorbild für andere“, so der Verband.

Nicht nur Gründerinnen und Gründer in der Later Stage gehen durch Höhen und Tiefen, auch die Gründungsphase selbst kann ein Auf und Ab sein. In den Kategorien „Beste Newcomerin“ und „Bester Newcomer“ werden Gründerinnen und Gründer geehrt, die in den Kalenderjahren 2019/2020 mit ihrem Start-up einen gelungenen Markteintritt erzielen konnten.

In den Kategorien „Social Entrepreneurin des Jahres“ und „Social Entrepreneur des Jahres“ geht es um Gründerinnen und Gründer, die sich mit ihrer Idee den großen Herausforderungen unserer Zeit stellen. Klimawandel, Armut, Bildung, Energiewende – für Social Entrepreneurs ist keine Herausforderung zu groß. Sie verbinden unternehmerischen Erfolg mit sozialer und ökologischer Nachhaltigkeit und wollen die Welt zu einem besseren Ort machen.

Gründerinnen und Gründer benötigen nicht nur eine Idee und Durchhaltevermögen, um erfolgreich zu sein, sondern auch Partnerinnen und Partner, die an ihre Visionen glauben und in sie investieren. In den Kategorien „Investorin des Jahres” und „Investor des Jahres“ sollen Persönlichkeiten ausgezeichnet werden, die außergewöhnliche Ideen erkannt und neben Geld auch mit Mut, Leidenschaft und ihrer Erfahrung unterstützt und zum Erfolg gebracht haben.

Zusätzlich zu diesen acht Kategorien wird es dem Verband zufolge außerdem eine Sonder-Kategorie geben. Dabei sollen Persönlichkeiten geehrt werden, die sich in herausragender Weise für das deutsche Start-up-Ökosystem einsetzen.

Eine Übersicht über die Kriterien der jeweiligen Kategorien sowie die Nominierung gibt die offizielle Website der German Startup Awards.

VWI Visit 2020

Quelle: Anna Elbert

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VWI Visit 2020: Netzwerktreffen am Edersee

Unter dem Motto „Nature“ fand vom 11. bis 13. September das Netzwerktreffen „VWI Visit 2020“ statt. Gemeinsam mit der Regionalgruppe Nordhessen hatte das Bundesteam an den Edersee eingeladen. Der drittgrößte Stausee Deutschlands liegt nicht nur in der Landesmitte, sondern auch inmitten des Nationalparks Kellerwald-Edersee, der Teil des Unesco-Weltnaturerbes ist.

Die 23 Teilnehmenden reisten am Freitagabend aus ganz Deutschland zum Ferienzentrum Albert Schweizer an. Dort stand den VWI-Mitgliedern und ihren Begleitpersonen ein komplettes Haus zur Verfügung. Im Laufe des Abends gab es zahlreiche Möglichkeiten, sich mit alten und neuen Bekannten beim Abendessen oder dem ein oder anderen Spiel auszutauschen.

Gutes Wetter begleitete alle am nächsten Tag, als es nach einem gemeinsamen Frühstück durch die Ausläufer des zum Teil recht trockenen Edersees zu einer Sehenswürdigkeit ging. Ganz getreu dem Motto „Nature“ entschieden sich die Teilnehmenden auf dem Rückweg für eine Abkürzung durch den Fluss, den alle ohne zu nass zu werden durchquerten.

Gemeinsam erlebte die Gruppe auf dem Weg zum Nachmittagsprogramm ein etwas anderes Picknick: Dank verschiedener Gerichte von Trek’n Eat ließ sich schnell eine vollwertige Outdoor-Mahlzeit mit Campingkochern zaubern. So konnten sich die Teilnehmenden gestärkt den Alpakas widmen, mit denen es am Nachmittag zu einer zweistündigen Wanderung ging. Da die Tiere eigene Vorstellungen von dieser Wanderung hatten und nicht immer willig folgen wollten, waren mehr oder weniger freiwillige Pausen Teil des Spaziergangs.

Die viele frische Luft und Bewegung sorgte bei allen Teilnehmenden für guten Appetit, der dank des Gillmeisters Christian ausreichend gestillt werden konnte. Dabei wurden vor allem die Wünsche der vielen Vegetarier berücksichtigt. Den Abschluss des VWI Visit 2020 bildete am Sonntagvormittag noch eine Besichtigung von Schloss Waldeck. Dann ging es für alle wieder nach Hause.

Einen weiteren Bericht über das Netzwerktreffen gibt es bei „Erlebnisse finden draußen statt“.

Von Stefanie Pillhofer, VWI-Bundesteam

Corona, CEO-Outlook, Auswirkungen auf die Produktion

Quelle: Pixabay

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Corona: Auswirkungen auf die Produktion

Als „kurzen Schrecken mit schnellem Ende“ beschreiben viele Produktionsunternehmen die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Produktion. Das zeigt eine Umfrage der Grean GmbH. Das Unternehmen ist eine Ausgründung der Leibniz Universität und hat Effekte der Krise – konkret die Produktion in der Corona-Zeit und die Auswirkungen der Pandemie auf Fabriken – in einer Studie untersucht. Denn die Corona-Krise und vor allem der in vielen Ländern angeordnete Lockdown hatte nicht nur deutliche Auswirkungen auf die Weltwirtschaft, sondern zwang viele Unternehmen dazu, ihren Betrieb kurzfristig und drastisch umzustellen. Nach dem Lockdown geht es inzwischen weiter. Doch wie genau? Welche Aspekte sind wichtig? Welchen Einfluss hat Corona auf die Performance der Produktion?

Im Mittelpunkt der Studie standen die Fragen nach logistischen Indikatoren wie der Auslastung der Produktion, den Beständen, der Lieferperformance oder der Fertigungstiefe. An der Befragung beteiligt waren hauptsächlich Unternehmen aus den Branchen Metallverarbeitung, Maschinen- und Anlagenbau sowie Kunststoffverarbeitung mit rund 250 bis 1000 Beschäftigten. Demnach empfinden viele der befragten Unternehmen die wirtschaftliche Gesamtlage als überraschend gut – durchaus ein Gegensatz zur allgemeinen Wahrnehmung der Situation. Instrumente wie Kurzarbeit oder auch die Aufgabe von bestimmten Glaubenssätzen konnten offenbar durch die Krise retten. Beispielsweise werden Bestände im Lager oft nicht mehr per se negativ gesehen. Statt dessen werden höhere Bestände – und damit Kosten – akzeptiert, um zukünftige Risiken in der Supply Chain abzusenken.

Weiterer interessanter Aspekt: Viele Befragte sehen die Digitalisierung der Produktion sowie klassische Effizienzthemen als zentrale Stellhebel, um aus der Krise zu kommen. Dennoch gibt nur eine Minderheit der Befragten an, dass sie Produktionsstrukturen grundsätzlich hinterfragen werden, um ihre Fertigung effizient zu gestalten und ihre Strukturen auf Resilienz auszurichten. Statt dessen wollen die meisten der Befragten möglichst schnell ‚back to business‘, ohne dabei grundlegend ihr Geschäftsmodell oder ihre Produktionsstrukturen zu hinterfragen.

„Was uns überrascht hat, ist dass die wirtschaftliche Gesamtsituation – etwas gegen den allgemein wahrgenommenen Trend – eher als gut beschrieben wird. Gleichzeitig scheint COVID-19 derzeit keine strukturellen Veränderungen auszulösen“, so Grean-Geschäftsführer und Wirtschaftsingenieur Dr. Tobias Heinen: „Hier liegt durchaus ein Risiko.“

HOKO 2020

Quelle: HOKO

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HOKO 2020: Messe als digitales Format

Schon seit 1997 organisieren Studierende der Fakultät für Wirtschaftsingenieurwesen und weiterer Fakultäten der Hochschule München die Hochschulkontaktmesse HOKO. Unternehmen sollen dort die Möglichkeit bekommen, ihre Führungskräfte von morgen kennen zu lernen. Wegen der Corona-Pandemie wird es in diesem Jahr die HOKO 2020 als eine rein digitale Messe geben. Diese soll allerdings einer Präsenzmesse sehr nahe kommen.

Wie die Veranstalter mitteilen, haben Unternehmen im Rahmen der HOKO 2020 vom 10. bis zum 20. November 2020 die Möglichkeit eines individuell gestalteten digitalen Messeauftritts. Dazu gehören beispielsweise Daten, Logo und Link des Unternehmens über die HOKO-Homepage sowie die Präsentation der Stellenanzeigen auf der Online-Jobwall.

Die eigentlichen Messetage sind vom 10. bis zum 12. November. An einem dieser Tage ist dann der digitale Messestand des Unternehmens online. Vorgesehen sind Möglichkeiten für Einzelgespräche mit Studierenden über ein Online-Konferenztool und die Bereitstellung eines Konferenz-Programms (Zoom) zur Interaktion mit Messebesuchern, außerdem Textchat, Videochat, Bildschirm-Sharing und virtuelle Räume für Einzelgespräche.

Teil der HOKO 2020 ist außerdem ein Start-up-Pitch. Die Teilnehmeranzahl ist auf 15 Start-ups begrenzt, Anmeldeschluss ist der 25. Oktober. Die Pitches werden am 10. und 11. November über Zoom stattfinden. Anschließend haben die Zuschauer haben die Möglichkeit, für ihr favorisiertes Startup abzustimmen. Der Pitch soll Start-ups die Chance geben, das Unternehmen gebührenfrei interessierten Studierenden vorzustellen und von ihnen Feedback zu erhalten. So können Reichweite für das Produkt generiert oder potenzielle Mitarbeiter erreicht werden. Die beliebtesten drei Start-ups bekommen außerdem eine Präsentation auf der HOKO-Webseite und einen kostenlosen Stand auf der HOKO 2021.

Auf der Webseite der HOKO 2020 stehen alle relevanten Informationen sowie eine Broschüre für Aussteller zur Verfügung. Außerdem präsentieren die Veranstalter dort das gesamte Leistungsangebot der HOKO 2020 sowie einen Überblick über die Fakultäten und Studierenden der Hochschule München.

Arbeitgeberwahl

Quelle: Pixabay

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Studie: Arbeitgeberwahl beeinflusst Karrierechancen

Entscheidend is auf’m Platz. Dass sich dieser berühmte Spruch des Fußballspielers und -trainers Adi Preißler auch auf den Arbeitsmarkt übertragen lässt, zeigt eine aktuelle Studie der Universität Köln. Kern der Studie ist die Frage, wie die Arbeitgeberwahl die Karrierechancen beeinflusst. In einem theoretischen Modell haben die Forschenden dafür zunächst einen Karrierewettbewerb innerhalb eines Unternehmens modelliert und anschließend die Vorhersagen mit Daten aus der Fußball-Bundesliga getestet. Ergebnis: Wer sich dem Wettbewerb in einem kompetitiven Unternehmen stellt, verbessert dadurch seine Karrierechancen.

Ein Automatismus ist dieser Effekt laut Studie allerdings nicht. Zwar wagen demnach vor allem junge und von sich und ihren Fähigkeiten überzeugte Beschäftigte den Eintritt in ein sehr kompetitives Unternehmen. Aber dort treffen sie im Wettbewerb um Beförderungen auf fähigere Konkurrenz als bei einem Eintritt in ein weniger kompetitives Unternehmen. Diese starke Konkurrenz lässt die internen Aufstiegschancen insgesamt sinken. Schafft man aber den nächsten Schritt auf der Karriereleiter, sendet dies ein besonders starkes Signal an den Arbeitsmarkt.

Mit Daten aus dem Profifußball konnten die Forschenden diese Vorgänge empirisch über die Entwicklung der Marktwerte von Spielern verdeutlichen. Beispiel: Wenn ein Spieler etwa bei einem Transfer die Arbeitgeberwahl zwischen zwei Vereinen hat und sich für den Club entscheidet, in dem die Konkurrenz auf seiner Position besonders stark ist, besteht die Gefahr, nur in wenigen Spielen eingesetzt zu werden. Setzt sich der Spieler jedoch in der Mannschaft und in der Konkurrenz um seine Position durch, führt dies zu einer besonders großen Erhöhung des Marktwertes. Das wiederum verbessert die allgemeinen Karrierechancen, auch über den aktuellen Verein des Spielers hinaus. Den Forschenden zufolge gibt es zudem Evidenz dafür, dass von ihren Befähigungen überzeugte Spieler eher zu kompetitiven Mannschaften wechseln und dass die Effekte stärker für junge als für ältere Spieler sind.

Die Publikation „Firm choice and career success – theory and evidence“ ist im Fachjournal European Economic Review erschienen.

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Bioökonomie: Aufruf zum Hochschulwettbewerb

Impulse für die gesellschaftlichen Herausforderungen von morgen – das ist das Ziel des Wissenschaftsjahres 2020|21, das ganz im Zeichen der Bioökonomie steht. Bioökonomie wird definiert als Summe der Sektoren und Dienstleistungen, die biologische Ressourcen wie Pflanzen, Tiere und Mikroorganismen nachhaltig und innovativ nutzen. Welche Ansätze und Mechanismen bietet das Konzept der Bioökonomie, um nachhaltige Impulse für die Gesellschaft von morgen zu setzen? Und wie können jene innovativen Konzepte der Gesellschaft nähergebracht werden? Darum geht es bei dem Hochschulwettbewerb 2021 „Zeigt eure Forschung!“.

Im Zuge des Wettbewerbs lädt die Initiative Wissenschaft im Dialog (WiD) Studierende, Promovierende und junge Forschende aller Fachrichtungen ein, bis zum 31. Oktober 2020 Konzepte und Kommunikationsideen rund um das Thema Bioökonomie einzureichen, mit denen sie Impulse für die gesellschaftlichen Herausforderungen von morgen geben wollen. Mit ihrem Wettbewerbsbeitrag sollen die jungen Forschenden ihre Arbeit einer breiten Öffentlichkeit zugänglich machen und gleichzeitig deren gesellschaftliche Bedeutung hervorheben. Die zehn besten Vorschläge werden mit 10.000 Euro für die Umsetzung der Ideen sowie mit Workshops und Schulungen zur Wissenschaftskommunikation belohnt. Alle Infos zu Ausschreibung und Bewerbung gibt es unter diesem Link.

Gesucht werden WiD zufolge Projektideen, die einen Dialog beispielsweise zu Mobilitätskonzepten, Klimaschutz- und Nachhaltigkeitsprojekten oder Forschungsarbeiten rund um die lokale Kreislaufwirtschaft initiieren wollen. Dabei seien vor allem Konzepte aus der digitalen Welt gefragt, zum Beispiel durch Scrollytelling, Online-Spiele oder interaktive Social-Media-Formate. Für eine praxisorientierte Umsetzung ist neben der Verbreitung der Inhalte in den sozialen Medien zudem die Einbindung von lokalen Partnern wie Kommunen und Unternehmen, Start-ups und Initiativen erwünscht.

Nach der Einreichung des Bewerbungsformulars und der Arbeitsprobe bis zum 31. Oktober 2020 nehmen die Initiatoren bis November 2020 eine Vorauswahl vor. Mitte Dezember 2020 endet dann die Frist zur Einreichung der Detailskizzen. Mitte Januar 2021 sollen die Gewinnerprojekte bekannt gegeben werden.

Der Hochschulwettbewerb 2020 hatte ebenfalls die Bioökonomie zum Thema. Die Jury wählte dabei insgesamt 15 Gewinnerprojekte aus. Einen Überblick über die Themen und Konzepte gibt es hier.

Quelle: Pixabay

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Soft Skills: Corona verändert den Fokus

Die Corona-Pandemie hat den Blick vieler Manager auf die Profile der Bewerber verändert. Das zeigt die aktuelle Arbeitsmarktstudie des Personaldienstleisters Robert Half. Demnach sind 36 Prozent aller Führungskräfte in Deutschland der Meinung, dass Soft Skills für den Umgang mit anhaltenden Belastungen und Unsicherheiten durch die Pandemie eine größere Bedeutung erlangen werden – international sehen das sogar 41 Prozent der Befragten so. Führungskompetenz gehört ebenso zu diesen gewünschten Soft Skills wie kreatives sowie strategisches Denken, eine gute Kommunikationsfähigkeit und Agilität.

Soft SkillsQuelle: Robert Half

Gleichzeitig ist laut Robert Half die digitale Transformation durch die Pandemie für rund 32 Prozent der Führungskräfte auf ihrer Agenda nach oben gerückt. Sie sehen in ihr eine Chance, das Unternehmen für künftige Anforderungen zu rüsten. Im Fokus stehen dabei häufig die IT-Abteilungen, die Strukturen für mobiles Arbeiten schaffen müssen. Bewerber für diese Bereiche benötigen dafür allerdings laut Studie mehr technisches Verständnis, um neuen Arbeitsweisen und der digitalen Transformation gerecht zu werden: Knapp ein Drittel der befragten CIOs geben an, dass IT-Profis ausreichende Kenntnisse im IT-Management und in der IT-Sicherheit fehlen. Vor allem veränderte Kundenanforderungen und neue Arbeitsmuster hätten die Qualifikationslücken aufgedeckt. Als die wichtigsten drei Fachkompetenzen nennen die Befragten IT-Security mit 32 Prozent, IT-Management mit 30 Prozent und Financial Management mit 25 Prozent.

Der Arbeitsmarktstudie zufolge wird die Pandemie dazu führen, dass Stellenprofile künftig neu oder anders gestaltet werden. Seit Beginn der Pandemie seien Arbeitsmodelle schon deutlich agiler, robuster und viel stärker an die Belegschaft angepasst worden. Das hybride Arbeiten, das sich inzwischen in etlichen Firmen durchgesetzt habe, sei dafür ein gutes Beispiel. Viele Unternehmen hätten entdeckt, dass sie auch mit Remote-Teams effektiv arbeiten und schnell auf veränderte Anforderungen reagieren können. Für einige Firmen bedeute das, dass sie Arbeitnehmer mit Schlüsselqualifikationen kurzfristig für geschäftskritische Aufgaben einsetzen können. Zudem hätten sich die Talentpools vergrößert, da Mitarbeiter im Prinzip weltweit zur Verfügung stehen.