deutsche Tech-Hubs

Quelle: Deloitte

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Deloitte analysiert Geografie der deutschen Tech-Hubs

In der Theorie spielen Standorte in der Digitalbranche eine untergeordnete Rolle. Trotzdem sammmeln sich Unternehmen und Talente weltweit in Tech-Hubs. Das Silicon Valley ist der bekannteste Standort, aber auch in Deutschland sind Tech-Hubs zu finden – und konkurrieren laut Deloitte vor allem um Talente.

Für die Studienreihe „Datenland Deutschland“ hat sich Deloitte die deutschen Tech-Hubs genauer angesehen und neben einem Statusindex auch einen Potenzialindex entwickelt. Der mit Abstand wichtigste deutsche Tech-Hub ist demnach die Metropolregion München, die sowohl im Status- wie auch im Potenzialindex auf Platz eins liegt und damit das Gesamtranking anführt. Berlin liegt – mit einem zweiten Platz im Statusindex und einem dritten Platz im Potenzialindex – auf Platz zwei. Zu den weiteren Metropolen in den Top Ten des Gesamtrankings gehören laut Deloitte Hamburg (Platz vier), Stuttgart (Platz fünf) und Frankfurt am Main (Platz acht).

Tech-Hubs nicht nur in Metropolen

Kleinere Uni- und Forschungsstädte glänzen als Hidden Champions, so ein weiteres Ergebnis der Studienreihe. Auf dem dritten Platz in der Gesamtwertung verzeichnet Deloitte Darmstadt, das damit die meisten Großstädte hinter sich lässt. Darmstadt punktet demnach vor allem beim Potenzialindex. Als weitere wichtige Hidden Championsnennt Deloitte Erlangen, Karlsruhe und Aachen sowie Münster und Regensburg.

Wissen und somit der Mensch werden immer mehr zum entscheidenden Produktionsfaktor, heißt es bei Deloitte: „Für Unternehmen gilt, dass sie in den für sie relevanten Ökosystemen vertreten sein müssen, wenn sie digitale Innovation führend vorantreiben wollen. Will eine Region Tech-Hub werden oder bleiben, muss sie attraktiv für digitale Talente sein.“ Diese Tendenz zur Ballung der digitalen Wirtschaft und der passenden Talente finde nicht nur auf nationaler, sondern auch auf internationaler Ebene statt. Die Internationalisierung der Innovation bedeute für Unternehmen, dass sie an den richtigen Innovationsstandorten in ihrer Branche oder in ihrem Segment – national wie international – vertreten sein müssen.

Brennstoffzellen

Quelle: BINE Informationsdienst

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Neues Herstellungskonzept für bessere Brennstoffzellen

Brennstoffzellen, die in Fahrzeugen eingesetzt werden sollen, müssen besonders hohe Anforderungen erfüllen. Sie sollen eine große Leistungsdichte erreichen und außerdem kompakt, widerstandsfähig gegen Erschütterungen, Vibration und Temperaturschwankungen, sehr zyklenfest sowie kaltstartfähig und langlebig sein. Das neue BINE-Projektinfo „Brennstoffzellen für Elektrofahrzeuge“ stellt ein neues Herstellungskonzept für einen leistungsfähigeren und kostengünstigeren Brennstoffzellenstapel vor. Entwicklungsziel war, einen kompakten und leichten Motor zu entwickeln und sich dabei dem Kostenniveau eines konventionellen Verbrennungsmotors anzunähern. Außerdem sollten Komponenten und Herstellungsverfahren an die Anforderungen industrieller Serienfertigung angepasst werden.

Im Rahmen des Projekts haben die Zulieferer ElringKlinger, Greenerity, Freudenberg und Umicore gemeinsam mit dem Automobilhersteller Volkswagen einen Niedertemperatur-PEM-Brennstoffzellenstapel mit metallischen Bipolarplatten für den Einsatz in Fahrzeugen entwickelt. Dem BINE-Info zufolge setzt sich ein solcher Stack aus einer dicht gepackten Folge von Funktionsschichten zusammen, die jeweils hohen wechselnden mechanischen und thermischen Belastungen ausgesetzt sind. Mit dem Ziel, eine kontinuier­liche preisgünstige Großserienproduktion vorzubereiten, verbesserten die Projektpartner die Komponenten Membran-Elektroden-Einheit (MEA), Katalysator, Gasdiffusionsschicht (GDL Gas Diffusion Layer), Bipolarplatte und Dichtung und passten sie für eine optimale Funktion aufeinander an.

Wie aus dem BINE-Projektinfo weiter hervorgeht, belegt der Langzeittest des Stapels das gute mechanische Zusammenspiel sowie die elektrochemische Beständigkeit der Komponenten. Im Oktober 2018 sei der neu entwickelte Stack erstmals mit 260 Zellen und 100 kW aufgebaut worden. Das neue Verfahren ermögliche die Herstellung skalierbarer Brennstoffzellensysteme und eine industrielle Serienfertigung.

digitaler Stress

Quelle: alphaspirit - stock.adobe.com

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WiIng legt Studie zu digitalem Stress in Deutschland vor

Die bislang umfangreichste repräsentative Befragung von Erwerbstätigen zur Belastung und Beanspruchung durch Arbeit mit digitalen Technologien hat jetzt Wirtschaftsingenieur Prof. Dr. Henner Gimpel gemeinsam mit einem Autorenteam vorgelegt. Die Studie „Digitaler Stress in Deutschland“ wurde in Zusammenarbeit mit der Fraunhofer-Projektgruppe Wirtschaftsinformatik erarbeitet und von der Hans-Böckler-Stiftung gefördert. „Unsere über Branchen und Bundesländer hinweg repräsentative Studie beschäftigt sich mit der voranschreitenden Digitalisierung und dem aus ihr resultierenden veränderten Belastungs- und Beanspruchungsprofil am Arbeitsplatz“, erläutert Gimpel, der zurzeit eine Professur für Wirtschaftsingenieurwesen an der Universität Augsburg hat und daneben in leitender Position am Kernkompetenzzentrum Finanz- und Informationsmanagement und in der Projektgruppe Wirtschaftsinformatik des Fraunhofer FIT tätig ist. „Häufig wissen die Erwerbstätigen damit nicht oder nur unzureichend umzugehen“, so Gimpel weiter: „Die Folge: Digitaler Stress.“

Der Studie zufolge lässt sich digitaler Stress über alle Regionen, Branchen, Tätigkeitsarten und individuellen demographischen Faktoren hinweg feststellen. Demnach geht übermäßiger digitaler Stress mit einer deutlichen Zunahme gesundheitlicher Beschwerden einher. Beispielsweise leide mehr als die Hälfte der Beschäftigten, die sich einem hohen digitalen Stress ausgesetzt sehen, unter Rückenschmerzen, Kopfschmerzen und allgemeiner Müdigkeit. Nachweislich verringere übermäßiger digitaler Stress die berufliche Leistung und sei zugleich mit einem starken Work-Life-Konflikt verbunden.

Digitalisierungsgrad allein sorgt nicht für digitalem Stress

Wie die Studie weiter zeigt, ist der Digitalisierungsgrad des Arbeitsplatzes allein nicht ausschlaggebend für das Ausmaß an digitalem Stress. Eine zentrale Rolle spiele vielmehr das Ungleichgewicht zwischen den Fähigkeiten im Umgang mit digitalen Technologien einerseits und den Anforderungen, die diese an die Arbeitnehmer stellen, andererseits. „Umso überraschender ist unser Ergebnis, dass digitaler Stress bei den 25- bis 34-jährigen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern ausgeprägter ist als bei anderen Altersgruppen“, so Gimpel. Geschlechterübergreifend werde die Verunsicherung im Umgang mit digitalen Technologien als der größte Stressor wahrgenommen. Aber insbesondere die Unzuverlässigkeit der Technologien und die Überflutung mit digitalen Technologien in allen Bereichen des Lebens spielen laut Studie neben weiteren Faktoren eine signifikante Rolle.

Augmented Reality

Quelle: Toshiba

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Virtual und Augmented Reality im Branchencheck

Technologien für Virtual und Augmented Reality sind für viele Wirtschaftsbereiche geeignet, wenn sie noch leistungsfähiger werden. Das zeigt eine Studie der TU München. Virtual Reality (VR) erzeugt eine virtuelle Umgebung, mit der Menschen mit mobilen Geräten interagieren können. Augmented Reality (AR) zeigt den Nutzerinnen und Nutzern virtuelle Objekte in der natürlichen Umgebung. Laut Studie müssen sich zwischen 2020 und 2040 sieben von 41 untersuchten Branchen auf eine besonders starke Verdrängung bisheriger Produkte, Geschäftsmodelle und Produktionsprozesse einstellen: die verarbeitende Industrie, Fahrzeugwerkstätten, der Einzelhandel, die Immobilienwirtschaft, die Kommunikations- und IT-Service-Industrie, die Musikindustrie und der Bildungssektor.

Augmented Reality: Großer Einfluss auf sieben Branchen

Zu diesen sieben Branchen kommt die Studie „Impact of Virtual, Mixed, and Augmented Reality on Industries“ zu folgenden Ergebnissen:

In der verarbeitenden Industrie werden Unternehmen, die VR und AR einsetzen, Kosten reduzieren und die Produktivität steigern können. Die Arbeit mit virtuellen Modellen wird die Produktentwicklung stark verändern. In der Produktion werden für alle Arbeitsschritte Anleitungen, Hilfestellungen oder weitere Informationen im Blickfeld der Beschäftigten eingeblendet. Teams von verschiedenen Standorten werden in virtuellen Umgebungen zusammenarbeiten.

In Fahrzeugwerkstätten werden die neuen Technologien die Arbeit erleichtern, die in der jüngeren Zeit aufgrund der komplexer und differenzierter gewordenen Automobiltechnik anspruchsvoller geworden ist. Sogenannte Augmented Manuals werden für eine Vielzahl an Reparaturen die notwendigen Schritte für das jeweilige Fahrzeug anzeigen.

Im Einzelhandel werden sich Sparten, die bislang nur geringe Teile des Handels online abwickeln, tiefgreifend wandeln. Beispiel Möbelhandel: Mit Augmented Reality können Kundinnen und Kunden zu Hause Möbel visualisieren und diese direkt online bestellen. Handelssparten, die bereits online tätig sind, werden Kosten reduzieren können. Beispiel Modehandel: Wenn Käufer Kleidungsstücke mit Avataren ‚anprobieren‘ können, lässt sich die hohe Zahl an Retouren reduzieren.

Die Kommunikations- und IT-Service-Industrie wird sogenannte Social-VR-Dienste zum Massenmedium machen. Unternehmen werden ein großes Angebot an virtuellen Welten anbieten, in denen sich Nutzerinnen und Nutzer treffen und miteinander agieren können. Die Spannbreite wird vom Café über Spiele und Urlaub bis zur Partnervermittlung reichen und den Markt in vielen Sparten umwälzen.

Die Musikindustrie wird massive Veränderungen durchlaufen, weil Konzerte mit VR-Technologie an jedem Ort und zu jeder Zeit, an einer beliebigen Stelle im Publikum oder auf der Bühne sowie mit bester Tonqualität erlebt werden können. Eintrittskarten, die mit dem Rückgang von CD-Verkäufen zur wichtigen Einnahmequelle geworden waren, werden an Bedeutung verlieren.

In der Immobilienwirtschaft wird sich die Vermarktung von Gebäuden ändern. Unternehmen, die virtuelle Rundgänge durch geplante und auch bestehende Immobilien anbieten, werden deutliche Wettbewerbsvorteile haben. Der teure und aufwendige Bau von Prototypen wird überflüssig. Auch für die Planung der Innenausstattung werden VR-Anwendungen Standard sein.

Im Bildungssektor werden Hochschulen mit Fernstudium einen größeren Marktanteil gewinnen. Virtual-Reality-Klassenräume werden das Studieren zu Hause attraktiver und effektiver machen: Sie ermöglichen einen besseren Austausch zwischen Studierenden und Lehrenden sowie neue Lernmethoden und anschaulicheres Lernmaterial.

Graduation Awards 2018

Quelle: VWI

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VWI verleiht Graduation Awards 2018

Der Verband Deutscher Wirtschaftsingenieure (VWI) e.V. hat zwei Absolventen des Studiengangs Wirtschaftsingenieurwesen für die wissenschaftliche Exzellenz, den Innovationsgehalt und die Interdisziplinarität ihrer Abschlussarbeiten ausgezeichnet: Die Graduation Awards 2018 gingen an Nina Lohnert (Master) und Philipp Johannes Horn (Bachelor). „Der Verband hat zwei Arbeiten ausgezeichnet, die sich mit innovativen und zukunftsweisenden Themen befassen und dabei einen starken interdisziplinären Ansatz verfolgen“, sagt die stellvertretende VWI-Präsidentin Dr.-Ing. Frauke Weichhardt. „Zudem honorieren die Graduation Awards die hohe wissenschaftliche Qualität, durch die sich diese Arbeiten ebenfalls hervorheben.“

Graduation Awards 2018 für Nina Lohnert und Philipp Johannes Horn

Den Graduation Award des VWI für die beste Master-Arbeit erhielt Nina Lohnert von der TU Hamburg. Die Wirtschaftsingenieurin beschäftigte sich darin mit der „Entwicklung eines quantitativen Optimierungsmodells für das Revenue Management in der kundenindividuellen Auftragsproduktion“. Der Graduation Award des VWI für die beste Bachelor-Arbeit ging an Philipp Johannes Horn von der TU Ilmenau. Sein Thema war „Die Analyse der Wirtschaftlichkeit von privaten Geothermieanlagen“. Die Auszeichnungen sind mit 1000 Euro (Master) und 500 Euro (Bachelor) dotiert.

Insgesamt 1500 Euro Preisgeld

Der VWI verleiht seine Graduation Awards seit dem Jahr 2017. Anlass für die erstmalige Auslobung war das 90-jährige Bestehen des Studiengangs Wirtschaftsingenieurwesen, der 1927 an der heutigen Technischen Universität Berlin aus der Taufe gehoben wurde. Echte Inter- und Multidisziplinarität sind seitdem Markenzeichen des Wirtschaftsingenieurwesens, was den Studiengang zum Erfolgsmodell in der deutschen Wissenschaftslandschaft gemacht hat. Heute wird der Studiengang an über 150 Hochschulen angeboten und als Exportschlager weltweit imitiert. Der VWI will die Graduation Awards für Bachelor- und Masterarbeiten weiterhin einmal im Jahr vergeben.

HOKO 2018

Quelle: VWI/HG München

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HOKO in München zog über 300 Unternehmen an

Über 300 renommierte Unternehmen aus dem Großraum München nutzten im November die 22. Hochschulkontaktmesse (HOKO), um sich mit mehreren tausend Besucherinnen und Besuchern zu vernetzen. Diese konnten so direkten Kontakt zu den Firmen aufnehmen, Praktika, Abschlussarbeiten und Einstiegsmöglichkeiten besprechen sowie potenziellen künftigen Arbeitgebern im persönlichen Gespräch begegnen. 2018 fand die Veranstaltung zum ersten Mal über drei Tage statt.

Wie die Hochschule München meldet, hat das Statistikunternehmen Statista im Rahmen einer Umfrage unter Personalverantwortlichen und -dienstleistern sowie Besucherinnen und Besuchern Karrieremessen miteinander verglichen. „In dieser unabhängigen Datenerhebung schloss die HOKO hervorragend ab – besonders bei AbsolventInnen und Young Professionals aus den Bereichen Betriebswirtschaftslehre und MINT – und darf sich jetzt ‚TOP-Karrieremesse in Deutschland‘ nennen“, so die Hochschule.

HOKO wird jährlich von der WiIng-Fakultät organisiert

Die HOKO wird jährlich von der Fakultät für Wirtschaftsingenieurwesen der Hochschule München organisiert. Sie ist eine der bundesweit größten Messen von ehrenamtlich engagierten Studierenden für Studierende und zugleich das umfangreichste studentische Projekt der Hochschule München. Für die Organisation war das Kernteam der HM-Studierenden in den Bereichen Catering, Druck und Design, Eventmanagement, Finanzen, Human Resources und Communication, IT, Marketing und Technik und Logistik viele Monate lang aktiv.

Beraterversammlung Magdeburg

Quelle: VWI

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VWIler trafen sich zur ersten Beraterversammlung

Von Maximilian Russig, Studentischer Vertreter im Vorstand

Die Hochschulgruppen-Beratung des VWI-Bundesteams hat sich in den vergangenen Jahren zu einem Vorzeige-Programm des Verbandes entwickelt. Wichtigstes Ziel ist es, Hochschulgruppen strategisch zu beraten, damit diese sich besser aufstellen können beziehungsweise nicht geschlossen werden müssen. Daher gehören beispielsweise diverse Workshops zum Portfolio des Programms, die zentrale Themen wie Mitgliederakquise und -motivation behandeln. Den vorläufigen Höhepunkt in der Entwicklung der Hochschulgruppen-Beratung bildete jetzt die erste Beraterversammlung, die vom 17. bis 21. Oktober 2018 in Magdeburg stattfand.

Bei Beraterversammlung Ideen entwickelt und Erfahrungen geteilt

Während die neuen Berater in Trainings und Workshops mit Unternehmensberatungen wie VW Consulting, P3, Auxil Management und Vollmer & Schefczyk ihre Berater-Skills schärften, haben die erfahrenen Berater Ideen für die Weiterentwicklung des Programms gesammelt und ihre Erfahrungen geteilt. Am Ende der Beraterversammlung und als kleine Prüfung konnten die Neuanwärter ihre Erkenntnisse und neu erlernten Methoden in einem realen Beratungseinsatz als Fallstudie anwenden.

An dieser Stelle ein großes Dankeschön an die Hochschulgruppe Magdeburg für die Organisation der Beraterversamlung! Außerdem bedanken wir uns bei Daniel Cancho, Jessica Rahn und Michelle Horn als Programmleiter und Initiatoren des Events.

Führung

Quelle: Pixabay

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Führung in der digitalisierten Arbeitswelt

Vertrauen und der Dialog auf Augenhöhe – das sind aus Sicht von Internetnutzern die wichtigsten Führungsinstrumente in einer digitalisierten Arbeitswelt. Das zeigt eine aktuelle Publikation der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA). Demnach wünscht sich die überwiegende Zahl der Befragten eine direkte personale Führung, wenn auch in veränderter Form.

Führung wird laut BAuA in der Arbeitsforschung häufig als unmittelbare, absichtliche, zielbezogene Einflussnahme der Führungskraft auf andere Personen in der Organisation mit Hilfe von Kommunikation verstanden. Die Digitalisierung schaffe neue Rahmenbedingungen, in der sich feste organisationale Strukturen auflösen könnten und Kommunikation häufig über digitale Kanäle stattfinde. Mit Hilfe der Netnografie als Forschungsmethode hat die BAuA vor diesem Hintergrund ermittelt, wie sich das Thema in einer digitalisierten Arbeitswelt verändert und wie zukünftige Anforderungen aussehen.

Paradigmenwechsel beim Thema Führung?

Zwar lässt sich der BAuA zufolge kein exakter Führungsbegriff aus den Aussagen der Nutzer definieren. Jedoch werde deutlich, dass die Nutzer einen Paradigmenwechsel fordern. „Fast alle lehnen das autoritäre Vergangenheitsbild von Führungskräften ab und fordern einen Wandel“, so die Bundesanstalt. Dabei gebe es unter den Internetnutzern bei der Frage, in welcher Form Führung künftig notwendig sein wird, vier unterschiedliche Typen. Die Typen reichen von einer Führung durch technische Systeme, über vermehrte Selbststeuerung sowie einer Aufteilung von Mensch und technischem System bis hin zur uneingeschränkten menschlichen Führung.

Insgesamt zeige sich, dass die Internetnutzer der Digitalisierung einen großen Einfluss auf die direkte Mitarbeiterführung zusprechen. Jedoch wünsche sich die überwiegende Zahl der Nutzer auch in der digitalen Arbeitswelt direkte Vorgesetzte, die sie unterstützen und ihnen Orientierung geben.

Die Publikation mit dem Titel „Die Notwendigkeit von Führung in einer digitalisierten Arbeitswelt – eine Netnografie“ steht auf der BauA-Homepage zum Download zur Verfügung.

Forschungsprojekte zu KI

Quelle: Ilja Hendel/WiD

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MS Wissenschaft 2019: Forschungsprojekte gesucht

Forschungsprojekte rund um das Thema Künstliche Intelligenz (KI) sucht das Ausstellungsschiff MS Wissenschaft für das Wissenschaftsjahr 2019. Noch bis zum 12. November 2018 können Hochschulen, wissenschaftliche Institute und forschende Unternehmen Vorschläge für interaktive Exponate einreichen. Im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung wird das schwimmende Science Center von Mai bis September 2019 auf Flüssen und Kanälen durch ganz Deutschland reisen und rund 25 Städte ansteuern. Herzstück der Ausstellung sollen Exponate zur Erforschung, Entwicklung und Anwendung von KI sein.

Aktuelle Forschungsprojekte, interaktive Ausstellung

Im Jahr 2018 waren rund 62.000 Besucherinnen und Besucher an Bord der MS Wissenschaft. Das umgebaute Frachtschiff, das früher Kohle und Container an Bord hatte und heute wissenschaftliche Exponate beherbergt, lieferte eine passende Kulisse für das diesjährige Thema. Denn in der Mitmach-Ausstellung beschäftigten sich die Besucherinnen und Besucher mit den Arbeitswelten der Zukunft. Die interaktiven Ausstellungsstücke zeigten, wie die Wissenschaft einen Beitrag zur Gestaltung der Zukunft leisten kann. Denn die Exponate kamen direkt aus der aktuellen Forschung: Institute von Fraunhofer-Gesellschaft, Helmholtz-Gemeinschaft, Leibniz Gemeinschaft, Max-Planck-Gesellschaft und DFG-geförderte Projekte, Hochschulen und weitere Partner haben Ausstellungsstücke beigesteuert.

Wissenschaftsjahr 2019: Künstliche Intelligenz

Im Wissenschaftsjahr 2019 macht das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) die Erforschung, Entwicklung und Anwendung von KI zum Thema: Die Chancen maschinellen Lernens, die intelligente Auswertung großer Datenmengen und die Interaktion zwischen Mensch und Maschine sind nur einige von vielen Facetten des Themas. Die Bandbreite des Themenfelds und die gesamtgesellschaftliche Bedeutung der KI sollen sich auch in der Ausstellung an Bord der MS Wissenschaft widerspiegeln.

Interessenten finden alle Informationen auf der Internetpräsenz der MS Wissenschaft.

Automotive Vertrieb im Wandel

Quelle: Pixabay

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Automotive: Vertrieb im Wandel

Konzerne und Autohäuser müssen sich enger verzahnen, wenn sie die Hoheit über den Vertrieb verteidigen wollen. Denn die Bereitschaft der Kunden, direkt beim Automobilhersteller oder über eine Online-Plattform zu kaufen, steigt deutlich an. Das zeigt eine PwC-Studie zur Zukunft des klassischen Autohauses. Dem Papier „The Future of Automotive Retail – the path towards mobility provider“ zufolge meinen 58 Prozent der 1800 befragten deutschen Autohändler, das traditionelle Autohaus werde in den kommenden Jahren spürbar an Bedeutung verlieren. Als größte Bedrohung für das klassische Distributionsmodell gelten der Direktvertrieb der Hersteller (82 Prozent) und unabhängige Verkaufsplattformen im Internet (72 Prozent). Zudem stellt jeder zweite Händler fest, dass die Loyalität der Kunden sowohl gegenüber der Marke als auch gegenüber dem angestammten Händler abnimmt.

Eine weitere PwC-Umfrage unter 1000 deutschen Verbrauchern hat zwar ergeben, dass diese mehrheitlich den Händler beim Kauf eines Autos als die wichtigste Informationsquelle einstufen. Und 84 Prozent der Befragten können sich „unter keinen Umständen“ vorstellen, ein Auto völlig ohne vorherige persönliche Beratung zu erwerben. Laut PwC heißt das aber nicht, dass sie das Fahrzeug letzten Endes auch wirklich beim stationären Händler kaufen. Denn viele Befragte zeigten sich offen für den Kauf direkt beim Hersteller oder über eine Online-Plattform. Am Ende könnten es also unabhängige Drittanbieter sein, die das Geschäft machen, so die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft.

Vertrieb mit maßgeschneiderten Dienstleistungen ergänzen

„Die Autohäuser als solche werden nicht verschwinden. Aber sie werden ihr Geschäftsmodell weiterentwickeln, und um neue maßgeschneiderte Dienstleistungen rund um Mobilität und Beratung erweitern müssen“, sagt Felix Kuhnert, Global Automotive Leader bei PwC: „In Zukunft unterschreibt der Kunde im Autohandel kein Verkaufsvertrag mehr, idealerweise bekommt er dort möglichst unkompliziert das passende Mobilitätskonzept bereitgestellt.“

Die PwC-Studie kommt zu dem Schluss, dass beim Vertrieb das Händlermodell in den nächsten Jahren sukzessive einem Agentenmodell weichen dürfte. Dabei würden die Autohäuser nicht nur von ihrer selbstbestimmten Preisspanne leben, sondern von einer Vertriebsprovision. Kuhnert geht bei dieser Konstellation davon aus, dass die Autokonzerne künftig den Ton angeben und die meisten Händler nur dann überleben, wenn sie die neue Rolle als stationäre Verkaufspartner und individuelle Mobilitätspartner annehmen.

Erste Automobilhersteller testen beim Vertrieb übrigens schon neue Wege. Mercedes erprobt derzeit neue Modelle des Direktvertriebs – allerdings unter Einbeziehung der Händler. Volkswagen hat angekündigt, von 2020 an neue Händlerverträge einführen zu wollen. die zumindest ansatzweise schon in Richtung Agentenmodell gehen. Und BMW hat seinen i3 zunächst über ein Netz sogenannter „i-Agenten“ vertrieben.