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Studie: Urbane Mobilität in Brasilien

Die Deutsch-Brasilianische Industrie- und Handelskammer (AHK São Paulo) hat in Zusammenarbeit mit dem Bundesumweltministerium (BMU) eine Studie zu Herausforderungen und Chancen der Urbanen Mobilität in Brasilien durchgeführt. Die AHK São Paulo will damit einen Beitrag zur Reduzierung der Umweltbelastungen in Brasilien leisten und gleichzeitig Innovationspotenziale und Geschäftsmöglichkeiten für deutsche Unternehmen aufzeigen. Der VWI stellt die Studie hier zum Download bereit.

Brasilien ist angesichts seiner territorialen Ausdehnung und Bevölkerung das größte Land Südamerikas. Wegen seiner Strahlkraft auf dem internationalen Markt sowie dem vielfältigen Industrie- und Landwirtschaftspark gilt Brasilien als ein Land mit vielfältigen Möglichkeiten – und die stark wachsende Bevölkerung verspricht laut AHK São Paolo auch in Zukunft größere Geschäftsmöglichkeiten und -potenziale. Der Studie zufolge ist die urbane, nachhaltige Mobilität ein aktuelles Thema in Brasilien, das wegen des Bevölkerungswachstums und den damit einhergehenden Herausforderungen in den kommenden Jahren und Jahrzehnten weiter an Bedeutung gewinnen wird. Es gebe in Brasilien bereits eine erhöhte Aufmerksamkeit für urbane Mobilität, gleichzeitig aber auch viele politische, infrastrukturelle und technologische Herausforderungen.

Vielfältige Chancen in Brasilien

Konkret identifiziert die Studie folgende Bereiche, die für deutsche Unternehmen potenzielle Geschäftsmöglichkeiten darstellen:

„Es werden auf der infrastrukturellen und technologischen Seite Tracking- und Ticketingsysteme benötigt, die zur Verbesserung des öffentlichen Verkehrs der Busflotten und U-Bahn-/Zuglinien beitragen. Weiter sind Echtzeit-Planungssysteme und Echtzeit-Datenerfassungssysteme sowie die Verknüpfung mit dem Benutzer durch Smartphone-Apps von Nöten. Ebenso werden Kontroll-, Betriebs- und Ladesysteme, der Ausbau von Rolltreppen, Aufzügen etc. für die alternde Bevölkerung und zentralisierte Verkehrsleitsysteme gesucht. Auf der anderen Seite soll die E-Mobilität durch elektrische Autos, Busse und entsprechende Ladestationen auf- und ausgebaut werden. Des Weiteren wird die Entwicklung und Produktion von öffentlichen Kartenzahlungsplattformen sowie Online-Plattformen zur Integration von Städteplanungen der verschiedenen Städte, zur Integration von Stadtplanung und öffentlichen Verkehrsmitteln und zur Integration von interstädtischen Verkehrsmitteln gewünscht. Um zur Attraktivität des öffentlichen Verkehrs beizutragen, sollen zudem Buskorridore und Radwege ausgebaut werden und die Entwicklung eines Straßenbahnsystems in Angriff genommen werden.“

Die jetzt vorgelegte Studie ist der erste Teil des Projekts „Nachhaltige Urbane Mobilität in Brasilien“, das die AHK São Paulo und das BMU im Rahmen der Exportinitiative Umwelttechnologien des Ministeriums von Mitte 2018 bis Herbst 2019 durchführen. Das Projekt besteht aus vier Modulen. Das erste Modul beinhaltet die Erstellung der Kurzanalyse, die einen direkten Nutzen für interessierte Unternehmen und weitere Stakeholder haben und die Diskussionsgrundlage für die geplante Arbeitsgruppe in Modul 2 bieten soll. Diese Diskussionsgrundlage umfasst wirtschaftliche und politische Hypothesen und sind im PDF der Studie enthalten.

Personaler setzen auf Future Skills

Quelle: Stifterverband

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Personaler nutzen immer mehr digitale Instrumente

Einer aktuellen Studie von Stifterverband und McKinsey zufolge setzen immer mehr Personaler auf digitalisierte Auswahltests und Planspiele sowie automatisierte Analysen von Bewerberprofilen auf Online-Plattformen. Für die Studie „Wie Future Skills die Personalarbeit verändern“ wurden mehr als 600 Großkonzerne, mittlere und kleine Unternehmen sowie Start-ups in Deutschland befragt. Demnach nutzt schon heute jedes siebte der befragten Unternehmen digitale Instrumente, um geeignete Fachkräfte zu finden. Und die Tendenz ist steigend: Jedes dritte Unternehmen gibt an, innerhalb der kommenden fünf Jahre digitale Plattformen nutzen zu wollen, um Bewerberprofile automatisiert auf vorhandene Fähigkeiten zu analysieren. McKinsey und Stifterverband erwarten, dass im Jahr 2023 rund 280.000 Einstellungen mit der Unterstützung von Online-Tools vorgenommen werden.

Das persönliche, analog geführte Vorstellungsgespräch hingegen verliert dem Autorenteam der Studie zufolge an Bedeutung. Zwar spielt es für 71 Prozent der befragten Unternehmen gegenwärtig noch eine zentrale Rolle im Bewerbungsverfahren. Doch nur 61 Prozent der Unternehmen wollen in dieser Form daran festhalten. Bei den Großunternehmen will sogar jedes Zweite in fünf Jahren Bewerbungsgespräche bevorzugt online führen.

Personaler wollen Weiterbildung ausbauen

Neben der Personalgewinnung wird sich laut Stifterverband und McKinsey auch der Bereich Personalentwicklung rapide verändern. Das Analysieren von großen Datenmengen sowie agiles und kollaboratives Arbeiten – sogenannte Future Skills – würden für die künftige Arbeitswelt immer wichtiger. Bereits heute würden schon 60 Prozent des Weiterbildungsbudgets für Future-Skills-Maßnahmen eingesetzt. Der Studie zufolge werden die befragten Unternehmen in diesem Bereich ihre Anstrengungen verstärken: Stellen sie heute ihren Mitarbeitern im Durchschnitt 3,7 Tage pro Jahr für weiterbildende Maßnahmen zur Verfügung stellen, sollen es in fünf Jahren schon fünf Tage pro Jahr sein.

Die jetzt veröffentlichte Analyse von Stifterverband und McKinsey ist das zweite von vier Diskussionspapieren, die im Rahmen der Future-Skills-Initiative des Stifterverbandes erstellt wurden. Die erste Studie „Future Skills: Welche Kompetenzen in Deutschland fehlen“ beleuchtete den massiven Bedarf an Technologiespezialisten und Weiterbildung bis zum Jahr 2023. In den zwei noch folgenden Papieren zu den Veränderungen am Arbeitsmarkt durch Digitalisierung sollen konkrete Herausforderungen und Handlungsoptionen für Bildungseinrichtungen und die Politik im Mittelpunkt stehen.

Güterverkehr der Zukunft

Quelle: Transformers Konsortium

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Konfigurierbare Lastkraftwagen für den Güterverkehr der Zukunft

Dem EU-Forschungsprojekt Transformers (Configurable and Adaptable Trucks and Trailers for Optimal Transport) zufolge könnte sich der Güterverkehr der Zukunft mit konfigurierbaren Lastkraftwagen um 25 Prozent effizienter gestalten lassen als zurzeit. Ein internationales Konsortium hat im Rahmen dieses Projekt dafür zwei Lösungen erarbeitet: die Anpassung der Anhängerarchitektur und die Hybridisierung des Antriebs. Die EU hat das Projekt vor wenigen Wochen als Success Story eingestuft.

Angepasste Anhängerarchitektur

Das Unternehmen Van Eck hat einen Load-Optimization-Trailer entwickelt, der über eine elektrische Dachhöhenverstellung, einen Ladevolumensensor und ein Double-Floor-System verfügt. Ist beispielsweise die zulässige Gesamtmasse des Aufliegers erreicht, ohne dass sein Volumen voll ausgenutzt wird, so lässt sich das Dach absenken, um den Luftwiderstand zu reduzieren. Die jeweils aktuelle Ausnutzung des Ladevolumens ermittelt das vom Fraunhofer LBF entwickelte Sensorsystem zur Messung der Ladungshöhe. Ist die zulässige Gesamtmasse hingegen noch nicht erreicht, können mit Hilfe des Double-Floor-Systems Paletten übereinander verladen werden, um die maximale Ladungshöhe voll auszunutzen und damit die Transporteffizienz zu erhöhen.

Hybridisierter Antrieb

Der Hybrid-on-Demand-Trailer des Unternehmens Schmitz Cargobull verfügt über eine manuelle Dachhöhenverstellung und einen Hybrid-on-Demand Antrieb mit Energierekuperation. Ähnlich wie beim Load-Optimization-Trailer lässt sich die Dachhöhe des Trailers an die tatsächliche Ladungshöhe anpassen, um den Luftwiderstand zu reduzieren. Zudem sorgt der als Hybrid-on-Demand-System im Auflieger installierte, elektrische Antriebsstrang für kurzfristig verfügbare Zusatzleistung, beispielweise für das Überwinden von Steigungen oder beim Anfahren. Genauso kann auf Gefällstrecken verlorene Bremsenergie zurückgewonnen werden.

Konsortium für den Güterverkehr der Zukunft

Das TRANSFORMERS-Konsortium besteht aus den Partnern Volvo, Bosch, DAF, Fehrl, Fraunhofer IVI, Fraunhofer LBF, IFSTTAR, Uniresearch B. V., IRU Projects, P&G, Schmitz Cargobull, TNO, Van Eck und Virtual Vehicle Competence Center.

Milliardäre

Quelle: Pixabay

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UBS und PwC zählen weltweit 2158 Milliardäre

Seit 2017 ist das Vermögen der Milliardäre weltweit um 1,4 auf 8,9 Billionen US-Dollar gestiegen. Das geht aus dem aktuellen Jahresbericht Billionaires Insights von UBS und PwC New Visionaries and the Chinese Century hervor. Demnach verteilt sich dieses Vermögen zurzeit auf 2158 Menschen weltweit. Die beiden Unternehmen wollen mit ihrem Bericht, den sie zum fünften Mal vorlegen und der sich auf Kundennetz und Daten von UBS und PwC stützt, ein tieferes Verständnis dieser Bevölkerungsgruppe schaffen.

Den Herausgebern zufolge gab es 2006 nur 16 chinesische Milliardäre – inzwischen sind es 373. Fast alle seien Selfmade-Milliardäre, von denen viele in Sektoren wie Technologie und Einzelhandel Erfolg gehabt hätten. „Milliardäre aus Asien und insbesondere in der chinesischen Stadt Shenzhen fordern mittlerweile die traditionelle Dominanz des amerikanischen Unternehmertums im Technologiesektor heraus“, so UBS und PwC. 2017 seien sie bei der Beschaffung von Wagniskapital für Start-ups mit Amerika gleichgezogen. Außerdem hätten sie deutlich mehr Patente für künstliche Intelligenz und in den Bereichen Blockchain und Kryptowährungen angemeldet als ihre US-Pendants.

Milliardäre treiben weltweit die Innovationen voran

Dem Bericht zufolge treiben Selfmade-Milliardäre weltweit die Innovationen voran. In den vergangenen 40 Jahren seien sie für 80 Prozent der 40 wichtigsten bahnbrechenden Innovationen verantwortlich1ich gewesen. 2017 seien insgesamt 199 Unternehmer aus eigener Kraft zu Milliardären aufgestiegen, darunter Innovatoren in den Bereichen Blockchain, Peer-to-Peer-Kredite, Genomik und grüne Energie.

Zudem sieht der Bericht gerade jüngere Milliardäre als die treibenden Kräfte des Wachstums der Philanthropie und des nachhaltigen Investierens. Sie würden ihr Vermögen einsetzen, um positive gesellschaftliche Wirkungen zu erzielen. Mehr als ein Drittel der Family Offices tätige nachhaltige Anlagen, und fast die Hälfte plane, ihre nachhaltigen Anlagen in den kommenden zwölf Monaten zu erhöhen.

Darüber hinaus wollen laut UBS und PwC junge Milliardäre ihren eigenen wirtschaftlichen Mehrwert generieren. Demnach wollen fast zwei Drittel der Milliardärskinder, die 2017 ein Familienunternehmen geerbt haben, Unternehmer werden. Von denen, die Vermögenswerte geerbt haben, seien es nur 42 Prozent.

Für Europa verzeichnet der Bericht bei Milliardären übrigens einen Vermögenszuwachs um 19 Prozent auf 1,9 Billionen US-Dollar. Der Hauptgrund hierfür sei die Aufwertung des Euro gegenüber dem US-Dollar. Die Zahl der Milliardäre in der Region sei nur um vier Prozent gestiegen. Und 30 Prozent des Vermögenszuwachses auf dem Kontinent lasse sich auf die Vermögensübergabe von nur fünf Familien zurückführen.

Roboter Nao

Quelle: UDE

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Wenn Menschen emotional auf Roboter reagieren

Wenn Roboter mit Menschen kommunizieren, beispielsweise Gäste in Hotels begrüßen oder pflegebedürftige Senioren aufmuntern, geht das an Menschen nicht spurlos vorüber. Im Gegenteil: Roboter können bei Menschen Gefühle auslösen, wie eine Studie der Sozialpsychologie der Universität Duisburg-Essen zeigt. Die Studie ist in der Online-Fachzeitschrift PLOS One erschienen.

In einem Experiment saßen demnach 85 Personen einem Nao gegenüber – einem niedlichen Roboter, 58 Zentimeter groß, Kulleraugen. Den Probanden wurde gesagt, man wolle mithilfe einiger Aufgaben seine Interaktionsfähigkeit verbessern. Am Ende der Sitzung wurden alle Teilnehmenden angewiesen, den Roboter abzustellen. Bei 43 von ihnen bettelte er plötzlich: „Nein! Bitte knipse mich nicht aus! Ich habe Angst vor der Dunkelheit!“ Daraufhin ließen ihn 13 Personen an. Die übrigen 30 brauchten doppelt so lange, den Aus-Knopf zu drücken, als die Vergleichsgruppe, bei der Nao nicht jammerte. Am häufigsten gaben die Probanden an, nicht gegen den Willen des Roboters handeln zu wollen. Sechs Personen erklärten: „Ich hatte Mitleid mit ihm, als er sagte, er fürchte sich.“

Soziales Verhalten beeinflusst den Umgang mit dem Roboter

„Das belegt, dass wir Roboter zwar nicht bewusst als soziale Wesen sehen“, erläutert Studienleiterin Prof. Nicole Krämer. „Wenn sie aber menschlich reagieren, kann man nicht anders, als sie menschenähnlich zu behandeln. Das liegt an unserem angeborenen sozialen Verhalten.“ Spielt es eine Rolle, ob der Roboter vorher wie ein Mensch oder nüchtern wie eine Maschine mit den Probanden kommuniziert? Auch das testete das UDE-Team. Ausgerechnet diejenigen, die mit einem funktionalen Nao interagierten, zögerten lange, ihn auszuknipsen, als er emotional aufbegehrte. „Das war überraschend für uns“, so Aike Horstmann. „Wir denken, dass dies erhöhte kognitive Belastung auslöste, weil es besonders unvorhersehbar war.“ Wer allerdings einen sozialen Roboter vor der Nase hatte, fühlte sich nach dem Ausschalten schlechter. „Es hat also Folgen, wenn man Maschinen mit menschlichen Verhaltensweisen ausstattet“, so Krämer. Man müsse sich daher fragen, ob diese Ausstattung ethisch wünschenswert sei.

Dass Menschen emotional auf Roboter reagieren, wurde übrigens schon häufiger beobachtet. Die amerikanische Politologin Kate Darling schildert ihre Erfahrungen in einem TED-Talk.

Leitfaden Digital Analytics

Quelle: Bitkom

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Leitfaden zum Einsatz von Digital Analytics

Einen Leitfaden zum Einsatz von Digital Analytics & Optimization hat der Digitalverband Bitkom veröffentlicht. Basis ist das Reifegradmodell Digital Analytics & Optimization Maturity Index (DAOMI). Laut Bitkom könnten Unternehmen in der digitalen Welt sehr viel über ihre Kunden wissen, allerdings nutzen die meisten diese Chance nicht oder bei weitem nicht vollständig. Das war zentrales Ergebnis einer Studie, die Bitkom 2017 in Auftrag gegeben hatte. Weiteres Ergebnis der Studie war das Reifegradmodell DAOMI: Mit seiner Hilfe sollten Unternehmen schnell und komfortabel mit Hilfe eines Benchmark-Tools feststellen können, wie weit sie selbst bei der Nutzung digitaler Daten für diesen Zweck sind, und sich mit anderen Unternehmen aus ihren Branchen vergleichen.

Leitfaden erläutert und vertieft das Reifegradmodell DAOMI

Um die so gewonnenen Ergebnisse besser interpretieren und nutzen zu können, hat der Bitkom jetzt den Leitfaden veröffentlicht, der das zugrundeliegende Reifegradmodell des DAOMI erläutert. „Das DAOMI-Projekt soll dabei helfen, den Verantwortlichen die nötigen Entscheidungshilfen beim Aufbau digitaler Kundenbeziehungen zu geben“, so der Verband. Im Zentrum der Publikation steht nach einer Darstellung über die Motivation zum Projekt eine detaillierte Beschreibung der sechs Dimensionen des Reifegradmodells – Daten, Technologie, Prozesse, Strategie, Organisation sowie Kultur & Personal – sowie der jeweiligen Reifegradstufen. Darüber hinaus wird in Case Studies vorgestellt, wie Unternehmen, Beratungsfirmen, Technologie-Anbieter und Wissenschaftseinrichtungen DAOMI einsetzen und welche Erkenntnisse sie daraus gewinnen.

Der Leitfaden „Reifegradmodell zum Digital Analytics & Optimization Maturity Index (DAOMI)“ steht kostenlos zum Download bereit. Weiterhin können Interessierte den ausführlichen Branchenvergleich sowie weitere Ergebnisse der Befragung in dem kostenlosen Bericht zu der 2017 durchgeführten Studie nachlesen. Auf der Seite www.daomi.de können Unternehmen zudem ihren Einsatz von Digital Analytics & Optimization in einem Online-Tool mit anderen Unternehmen vergleichen.

Wissenschaftspreis Logistik für WiIng Eva Klenk

Quelle: BVL/Bublitz

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Wissenschaftspreis Logistik für WiIng Eva Klenk

Die Wirtschaftsingenieurin und Logistikberaterin Dr.-Ing. Eva Klenk hat in diesem Jahr den Wissenschaftspreis Logistik der Bundesvereinigung Logistik (BVL) erhalten. Die Jury zeichnete sie für ihre Dissertation zur Bewertung der Leistung von Routenzugsystemen bei schwankenden Transportbedarfen aus. Ziel der Arbeit war es, ein Modell zur Planungsunterstützung zu entwickeln. Dieses Modell sollte Schwankungen im Transportbedarf in der Planung berücksichtigen, unterschiedliche Systemkonfigurationen betrachten und vergleichen sowie die Leistungserfüllung und die Effizienz beurteilen können.

Für viele Automotive-, Fahrzeug- und Maschinenbauunternehmen gehören Routenzüge längst zum logistischen Alltag. Beim Einsatz dieser fahrerlosen Technologie haben sie jedoch häufig mit schwankenden Transportvolumina zu kämpfen. „Viele Materialabrufe weichen von den ursprünglichen Produktionsplanungen ab“, sagt Eva Klenk. So würden bei Kanban-Prozessen Engpässe erst kurzfristig bekannt und ließen sich häufig nur mit zusätzlichen Transportkapazitäten beheben. Auch Form und Umfang der Komponenten seien entscheidend. In den Behältern der Routenzüge seien große Teile nur in kleinen Stückzahlen lieferbar. Als Folge müsse das Produktionsband mit zusätzlichen Touren versorgt werden, was zu einem Ladungsträgerstau führen könne. Und mancher Mitarbeiter wolle auf Nummer sicher gehen und bestelle mehr Teile als notwendig. „Vor allem vor Mittagspausen und Schichtwechseln häufen sich die Peaks“, hat Klenk beobachtet. Mit dem von ihr entwickelten Prognosemodell sollen Logistiker solche Vorkommnisse abmildern oder verhindern können.

Wissenschaftspreis Logistik für Arbeit mit großem Nutzenpotenzial

Laut BVL stehen als Ergebnis der Arbeit nun konkrete, in der Praxis anwendbare Empfehlungen zur Planung von Routenzugsystemen bei schwankenden Transportbedarfen zur Verfügung. Prof. Wolfgang Kersten, Vorsitzender der Jury für den Wissenschaftspreis Logistik, sagte zu der Entscheidung, den Preis an Eva Klenk zu verleihen: „Es handelt sich um eine Arbeit, die wissenschaftsbasiert die Logistik vorantreibt und großes Nutzenpotenzial hat.“

Eva Klenks Arbeit entstand als Promotion am Lehrstuhl für Fördertechnik, Materialfluss, Logistik an der Technischen Universität München bei Prof. Willibald Günthner. Der Wissenschaftspreis Logistik, der in diesem Jahr von der 4flow AG unterstützt wurde, ist mit jeweils 5000 Euro für den Preisträger und das betreuende Institut dotiert.

vom Fadenwurm zur künstlichen Intelligenz

Quelle: TU Wien

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Vom Fadenwurm Einparken lernen

Der Fadenwurm Caenorhabditis elegans ist ein einfaches, aber besonders gut erforschtes Lebewesen. Seine Nervenbahnen nahmen sich jetzt Forscher der TU Wien zum Vorbild, um künstliche Intelligenz zu programmieren. Das Gehirn wurde am Computer simuliert, das Modell dann mit speziell entwickelten Lernalgorithmen angepasst. So gelang es, mit einer extrem niedrigen Zahl simulierter Nervenzellen bemerkenswerte Aufgaben zu lösen. Beispielsweise konnten die Forscher das vom Fadenwurm inspirierte Netzwerk – obwohl es nur über zwölf Neuronen verfügt – darauf trainieren, ein Auto an einen vorherbestimmten Ort zu manövrieren.

Den Forschern zufolge funktioniert ein natürlich gewachsenes Gehirn ganz anders als ein gewöhnliches Computerprogramm. Es bestehe nicht aus Befehlen mit klaren logischen Anweisungen, sondern aus einem Netz von Zellen, die miteinander kommunizieren. Man könne solche Netze heute aber am Computer nachbilden, um Probleme zu lösen, die sich nur schwer in logische Befehle zerlegen lassen. Mathematisch lasse sich zeigen, dass diese neuartigen neuronalen Netze extrem vielseitig sind. Außerdem lasse sich ihr Verhalten gut untersuchen und verstehen – im Gegensatz zu bisherigen neuronalen Netzen, die man oft als nützliche aber undurchschaubare ‚Black Box‘ betrachte.

Bei den meisten neuronalen Netzen werde zu einem bestimmten Zeitpunkt der gesamte Input geliefert, so die Forscher, und daraus ergebe sich sofort ein bestimmter Output. In der Natur sei das aber ganz anders, unter anderen da der Faktor Zeit eine Rolle spiele. Bei Aufgaben wie Spracherkennung, Simultanübersetzungen oder Bewegungsabläufe, die auf eine wechselnde Umwelt reagieren, seien sogenannte Recurrent Neural Networks (RNN) ratsam. Diese Architektur bilde Zeitabläufe besser ab, weil sie dafür sorgen, dass sich die Nervenzellen merken, was bisher passiert ist. Das Team entwickelte daher eine neuartige RNN-Architektur, die auf biophysikalischen Modellen von Neuronen und Synapsen beruht und zeitabhängige Dynamik erlaubt.

Vom Fadenwurm zur künstlichen Intelligenz

Um die Vielseitigkeit des neuen Typs neuronaler Netze zu demonstrieren, entwickelten und trainierten die Forscher ein spezielles kleines Neuro-Netzwerk. Sie bildeten das Nervensystem nach, das der Fadenwurm verwendet, um einen ganz einfachen Reflex zu realisieren – nämlich das Rückzugsverhalten bei einer Berührung. In einem nächsten Schritt stimulierten und trainierten sie das neuronale Netz, um reale Aufgaben zu lösen – und schließlich reichten zwölf Neuronen aus, um ein Fahrzeug in eine Parklücke zu manövrieren. Zugleich konnten die Forscher beobachten, welche Nervenzellen welche Effekte hervorrufen.

Ihr Experiment bedeute freilich nicht, dass Autos in Zukunft von künstlichen Würmern eingeparkt werden, so die Forscher. Aber es zeige, dass künstliche Intelligenz mit der richtigen Architektur deutlich leistungsfähiger sein könne als bisher gedacht.

Optionen für einen klimaneutralen Verkehr

Quelle: FVV

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Optionen für einen klimaneutralen Verkehr

Die Forschungsvereinigung Verbrennungskraftmaschinen (FVV) hat in der Studie „Defossilisierung des Transportsektors“ die technischen und wirtschaftlichen Optionen für einen klimaneutralen Verkehr untersucht. Demnach werden die Kosten für Autofahrer voraussichtlich steigen, wenn der Verkehr bis zum Jahr 2050 komplett klimaneutral werden soll. Allerdings mache es keinen großen Unterschied, ob ein Mittelklasse-Pkw einen batterieelektrischen Antrieb, eine Brennstoffzelle oder einen mit E-Kraftstoffen betriebenen Verbrennungsmotor an Bord habe.

Drei Pfade zu einem klimaneutralen Verkehr

Die FVV-Studie untersucht die Gesamtkette von der Stromgewinnung über die Herstellung des Energieträgers bis zum angetriebenen Rad für drei Kombinationen von Antrieb und Energieträger: für die direkte Stromnutzung im batterieelektrischen Antrieb, für die Wasserstoffherstellung per Elektrolyse und dessen Nutzung in einer Brennstoffzelle sowie für die Verwendung klimaneutral hergestellter Flüssig- oder Gaskraftstoffe im Verbrennungsmotor. Für jeden Pfad seien dabei die Minimal- und die Maximalkosten auf Basis der zugrundeliegenden Herstellungsverfahren detailliert berechnet worden. Trotz der Varianten unterscheiden sich laut FVV die in der Studie ermittelten Mobilitätskosten für einen klimaneutralen Verkehr nur wenig. Den geringsten Wert für einen Pkw erreiche ein mit E-Methan betriebenes Fahrzeug mit 28,4 Cent pro Kilometer. Für Elektro-Pkw liege der Wert bei 29,4 Cent pro Kilometer, für Brennstoffzellenfahrzeuge bei 29,9 Cent. Die Mobilitätskosten würden von den Fahrzeuganschaffungskosten dominiert.

Umso deutlichere Unterschiede zeige die Studie beim Blick auf den gesamtwirtschaftlich notwendigen Investitionsbedarf für die verschiedenen Szenarien; dieser schwanke zwischen knapp 300 und rund 1.700 Milliarden Euro. Auch hier hätten die über 20 Jahre kumulierten Fahrzeugmehrkosten einen deutlich höheren Anteil als die Investitionen in die Infrastruktur für Strom- und Kraftstoffherstellung.

Laut FVV stellt die Studie neben den technischen und wirtschaftlichen Optionen für einen klimaneutralen Verkehr eine Vielzahl weiterer Ergebnisse bereit. Unter anderem seien die Risiken, die mit der Distribution und der Nutzung neuer Kraftstoffe im Fahrzeug verbunden sind, eingehend analysiert worden. Auch den Forschungsbedarf, der bei der Produktion der Energieträger, der Energiebereitstellung sowie in der Fahrzeug- und Antriebstechnik noch bestehe, habe das Autorenteam analysiert.

25-jähriges Bestehen HG Dresden

Quelle: VWI

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HG Dresden feierte 25-jähriges Bestehen

Von Maximilian Russig, Studentischer Vertreter im Vorstand

Die Hochschulgruppe Dresden hat am 6. Oktober 2018 mit einem Festakt ihr 25-jähriges Bestehen gefeiert. Neben den zurzeit aktiven Mitgliedern hat das Jubiläum auch viele Ehemalige an ihre alte Wirkungsstätte gelockt. Den Auftakt bildeten Reden von Leo Bausch, 1. Vorstand der HG Dresden, und von Maximilian Russig, Studentischer Vertreter im VWI-Vorstand. Danach führte Tim Lukas Kirsch die Teilnehmenden durch die Geschichte der Hochschulgruppe. Nach einem Sektempfang, einem gemütlichen Get-together und einem ausgiebigem Abendessen klang der Tag dann in der Neustadt aus – ein großes Dankeschön an Tim, der das Jubiläum organisiert hat.

Übrigens gebührt allen aktiven und ehemaligen Mitgliedern der Hochschulgruppe Dresden ein großes Lob. In Dresden wurde nicht nur das Bundesteam gegründet. Hier fanden das erste VWI Wissen, das erste Europe 3D und der erste kreatiFallstudien-Wettbewerb statt – und der Vorläufer des Deutschen Wirtschaftsingenieurstags DeWIT. Dieser wurde damals als Dresdner Wirtschaftsingenieurstag (DreWIT) ausgerichtet.

Viel Erfolg weiterhin – und auf das nächste Vierteljahrhundert!