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VWI Wissen 2017: Bremen hebt ab!

Quelle: VWI
Unter dem Motto „Bremen hebt ab!“ trafen sich 70 VWI-Mitglieder im April zum VWI Wissen 2017. Die fünf Tage standen ganz im Zeichen der Luft- und Raumfahrt.
Rund um das Thema Luft- und Raumfahrt drehte sich im April das VWI Wissen 2017 in Bremen. Der erste Abend begann schwerelos im ZARM, dem Bremer Zentrum für angewandte Raumfahrt und Mikrogravitation: Neben dem Leiter des Instituts sprachen zwei Mitarbeiter über ihre Projekte in der Schwerelosigkeit, und ein Antriebsingenieur der OHB-Systems AG gab einen spannenden Einblick in die Philosophie von New Space.
Am nächsten Vormittag unternehmen die 70 Teilnehmer eine umfangreiche Exkursion zu den Airbus-Werken in Bremen. Nachmittags stellten sich der Institutsleiter des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) Bremen und ein Professor der Hochschule Bremen den Fragen des Plenums: Unter dem Titel „Fliegen im Jahr 2050“ diskutierten die Teilnehmer visionäre Antriebs-, Flug- und Raumfahrtsysteme. Den Abend prägte ein feierlicher Empfang durch den Bremer Staatsrat im historischen Bremer Rathaus. Der dritte Tag startete mit einer Besichtigung einer Privatjet-Wartungshalle und der Exkursion zu den Laborräumen des Bremer DLR-Instituts für Raumfahrtsysteme. Nachmittags stand eine Kontaktmesse auf der Event-Agenda, außerdem ein Vortrag der Firma P3.

Am vierten Tag hatten alle Teilnehmer die Chance, sich als Flugzeugingenieure auszuprobieren: In der Engineering Competition entstanden Flugmodelle mit bis zu 120 cm Spannweite, die abschließend per Abschussvorrichtung getestet wurden. Am Nachmittag erkundeten die Flugpioniere dann bei einer Stadtrallye die Hansestadt Bremen, bevor die erfolgreichen Tage abends auf der Mensaparty in der Uni gefeiert und am folgenden Sonntagmorgen mit einem ausgiebigen Brunch abgeschlossen wurden.Ausrichter des VWI Wissen 2017 waren die Hochschulgruppen der Universität und der Hochschule Bremen. Die Organisatoren hoffen, dass die Tradition von vielen anderen Hochschulgruppen weiter getragen wird und dieses spannende Format fortbesteht.

Valentin Dehs, Vorstandsvorsitzender VWI-Bremen und Projektleitung VWI Wissen 2017 (ph)

Quelle: Wikipedia/Manfred Sauke

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Die Zeit und „Die schlaueren BWLer?“

Unter dem Titel „Die schlaueren BWLer?“ beschäftigt sich die Wochenzeitung Die Zeit in ihrer aktuellen Ausgabe mit den Wirtschaftsingenieuren. Neben den Ergebnissen des CHE Rankings geht es um Studieninhalte und den fachinternen Konflikt um die Berufsbezeichnung „Ingenieur“.

Die schlaueren BWLer?“ hat die Wochenzeitung Die Zeit in ihrer aktuellen Ausgabe (24. Mai 2017, Seite 64) einen Artikel über Ausbildung und Berufsbild von Wirtschaftsingenieuren überschrieben. Die Geschichte des Wirtschaftsingenieurwesens wird in dem Text kurz angerissen, ebenso die aktuellen Inhalte und Konzepte von Studiengängen an Fachhochschulen/HAW und Universitäten. Erwähnt werden – vor allem wegen ihres guten Abschneidens beim aktuellen CHE Ranking – die Hochschule Reutlingen, die Hochschule Furtwangen, die Hochschule Harz/Wernigerode und die Hochschule für Technik und Wirtschaft in Saarbrücken.

Außerdem geht in dem Artikel um Arbeitsbereiche und Zukunftsaussichten von Wirtschaftsingenieuren sowie um den fachinternen Konflikt, wer die Berufsbezeichnung „Ingenieur“ führen darf. In diesem Zusammenhang kommt auch der VWI zu Wort, der den in 15 von 16 Bundesländern inzwischen gescheiterten Vorstoß der Ingenieurkammern, den Mint-Anteil im Studium auf mindestens 70 Prozent festzulegen und insgesamt ihren Einfluss auszuweiten, scharf kritisiert.

Ergänzend zum Text finden sich auf der Seite die Ergebnisse des aktuellen CHE Rankings für den Studiengang Wirtschaftsingenieurwesen an Fachhochschulen/HAW sowie an Universitäten. (ph)

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Deutsche Wirtschaft weiter auf Wachstumskurs

Ein Plus meldet das Statistische Bundesamt für das deutsche Bruttoinlandsprodukt im ersten Quartal 2017. Demnach ist die deutsche Wirtschaft im Vergleich zum vierten Quartal 2016 um 0,6 Prozent gewachsen.

Dem Statistischen Bundesamt zufolge ist die deutsche Wirtschaft weiter auf Wachstumskurs. Den aktuell veröffentlichten Zahlen zufolge lag das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im ersten Quartal 2017 – preis-, saison- und kalenderbereinigt – um 0,6 Prozent höher als im vierten Quartal 2016.

Wie die Statistiker melden, kamen die positiven Impulse sowohl aus dem Inland als auch aus dem Ausland. Insbesondere die Investitionen hätten zum Jahresbeginn deutlich angezogen: In Ausrüstungen seien 1,2 Prozent mehr investiert worden als im vierten Quartal 2016, die Bauinvestitionen seien – begünstigt unter anderem durch die milde Witterung – sogar um 2,3 Prozent gestiegen. Zudem hätten die privaten Haushalte ihre Konsumausgaben um 0,3 Prozent gesteigert, und auch die staatlichen Konsumausgaben seien um 0,4 Prozent höher ausgefallen als im Vorquartal.

Die Nachfrage aus dem Ausland hat laut Destatis ebenfalls zugelegt. Den vorläufigen Berechnungen zufolge seien insgesamt 1,3 Prozent mehr Waren und Dienstleistungen exportiert worden als im vierten Quartal 2016. Die Importe hätten sich im selben Zeitraum um 0,4 Prozent erhöht. Insgesamt habe der Außenbeitrag – also die Differenz aus Exporten und Importen – rechnerisch mit 0,4 Prozentpunkten zum Wirtschaftswachstum beigetragen.

Wachstum in fast allen Bereichen

Im Vergleich zum ersten Quartal 2016 hat sich das Wirtschaftswachstum den Statistikern zufolge ebenfalls erhöht: Das preis­bereinigte BIP lag im ersten Quartal 2017 um 2,9 Prozent höher als im ersten Quartal 2016. Zusätzlich korrigiert um den außergewöhn­lich starken Kalendereinfluss aufgrund der Lage der Feiertage habe sich ein Anstieg des BIP um 1,7 Prozent ergeben. „Auf der Entstehungsseite des Bruttoinlandsprodukts war die preisbereinigte Bruttowertschöpfung zum Jahresbeginn 2017 mit Ausnahme der Land- und Forstwirtschaft, Fischerei in allen Wirtschaftsbereichen höher als ein Jahr zuvor“, schreiben die Statistiker: Die größten Zuwachsraten verzeichneten sie im Verarbeitenden Gewerbe (+4,1 Prozent), im Baugewerbe (+4,0 Prozent), im Bereich der Unternehmensdienstleister (+3,8 Prozent) sowie bei den Informations- und Kommunikationsdienstleistern (+3,7 Prozent). Insgesamt sei die preisbereinigte Bruttowertschöpfung aller Wirtschaftsbereiche um 2,9 Prozent höher ausgefallen als im ersten Quartal 2016.

Die ausführlichen Ergebnisse zur Wirtschaftsleistung im ersten Quartal 2017 stellt Destatis online zur Verfügung. (ph)

Quelle: VWI

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HGV Kassel: Wissensaustausch und Ideenschmiede

Zu ihrer jährlichen Hochschulgruppenversammlung (HGV) trafen sich vom 10. bis zum 14. Mai die studentischen VWI-Mitglieder in Kassel. Für die Beteiligten war das Treffen Wissensaustausch, Ideenschmiede und Spaß zugleich.

Die Hochschulgruppenversammlung (HGV) ist die größte Zusammenkunft studierender Wirtschaftsingenieure in Deutschland. In diesem Jahr trafen sich die studentischen VWI-Mitglieder vom 10. bis zum 14. Mai in Kassel und erlebten das Treffen wieder als gelungene Kombination von Wissensaustausch, Ideenschmiede und Spaß. Die Teilnehmer kamen aus allen Ecken Deutschlands und selbst von der Hochschulgruppe Bukarest, um gemeinsam über vielfältige den Verband betreffende Themen zu beraten.

Nach einer kurzen Begrüßung durch das Organisationsteam der Hochschulgruppe Kassel, VWI-Geschäftsführer Axel Haas sowie Vertreter der Stadt und der Universität Kassel folgten drei gut ausgefüllte Tage mit Sitzungen, Workshops, kleineren Gruppendiskussionen und einem abwechslungsreichen Abendprogramm. Es gab Berichte über studentische Initiativen und über Kooperationen wie zum Beispiel mit dem europäischen Netzwerk ESTIEM (European Students of Industrial Engineering and Management) sowie Abstimmungen zu künftigen Veranstaltungen und Austragungsorten. Als besonders interessant werteten die Teilnehmer die Vorstellung des VWI-Vorstandes, der parallel zur HGV in Kassel seine seine Vorstandssitzung abhielt und zudem bei der Abendveranstaltung das Gespräch mit den zahlreich vertretenen Hochschulgruppen suchte. Wichtiger Bestandteil der HGV war außerdem wieder ein enger Kontakt zur Wirtschaft: Lokale beziehungsweise im VWI aktive Unternehmen trugen mit Vorträgen und Fallstudien inhaltlich wesentlich zur Qualität des Events bei, und auch ein Firmenkontaktforum gehörte wieder zum Programm.

Die Gestaltung der HGV hatten traditionsgemäß maßgeblich die Studentische Vertreter (SV) übernommen, aber auch das Bundesteam und die Hochschulgruppenkooperationen füllten verschiedene Programmpunkte aus. Die Mitglieder des Bundesteams leiteten darüber hinaus verschiedene Arbeitsgruppen, welche viele hilfreiche Tipps für die alltägliche Arbeit der Hochschulgruppen lieferten. Aus Sicht der Hochschulgruppen bietet die HGV stets den perfekten Rahmen, um die gegenseitige Vernetzung voranzutreiben sowie um sich über ähnliche Problemstellungen und hochschulgruppeninterne Aktivitäten vor Ort auszutauschen. Nicht zuletzt kamen in Kassel viele neu angestoßene Projekte des Verbandes zur Sprache, die gerade umgesetzt werden.

Anstrengend und spannend – so lautete das Fazit der Teilnehmer nach der HGV. Und viele kehrten wohl mit dem Gefühl nach Hause zurück, dass der VWI jetzt und in Zukunft sowohl die Interessen der Wirtschaftsingenieure mit starker Stimme vertritt als auch viele spannende Themen zur Weiterentwicklung des Verbandes angeht. Ihr besonderer Dank gilt noch einmal der Hochschulgruppe Kassel für die gute Organisation, den Sponsoren sowie allen engagierten Vertretern des Verbandes, die gemeinsam die Zukunft des VWI aktiv gestalten wollen.

Julia Seitz und Maximilian Löffel, VWI-ESTIEM Hochschulgruppe Karlsruhe (ph)

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Automobile Zukunft: Nutzen statt besitzen

Quelle: McKinsey

Der Markt für neue Mobilitätsdienste wie Carsharing oder E-Hailing soll bis 2030 auf über zwei Billionen US-Dollar wachsen, prophezeit McKinsey. Für die Automobilindustrie bringt das neue Anforderungen an Design und Ausstattung der Fahrzeuge mit sich.

Der Markt für neue Mobilitätsdienste soll einer aktuellen Studie von McKinsey zufolge bis 2030 auf über zwei Billionen US-Dollar wachsen. Das entspräche einem durchschnittlichen jährlichen Wachstum um 28 Prozent weltweit, denn 2016 beliefen sich die Umsätze mit Carsharing und App-basierten Taxi- und Transportdiensten (E-Hailing) auf 53 Milliarden US-Dollar. Dabei steckt der Markt laut McKinsey noch in den Kinderschuhen: Nur rund ein Prozent der in den USA zurückgelegten Personenkilometer werden durch neue Mobilitätsdienste abgedeckt.

„Der Markt für Mobilitätsdienstleistungen verspricht attraktive Wachstumsraten, wenn bisherige Hürden in der Regulierung und Technologie beseitigt werden“, sagt Timo Möller, Automobilexperte bei McKinsey. Außerdem müssten Hersteller und neue Mobilitätsanbieter den Anforderungen der unterschiedlichen Märkte Rechnung tragen. Als Beispiel nennt Möller das Pendeln: „In nur wenigen Städten gibt es derzeit ein wirtschaftlich tragfähiges Modell, das Menschen aus dem Umland einschließt.“

Neue Fahrzeugkonzepte gefragt

Die größte Veränderung erwartet McKinsey jedoch durch die sukzessive Einführung selbstfahrender Fahrzeuge: Sogenannte Robotaxis könnten neue Angebote auch in kleineren Städten wirtschaftlich machen, da derzeit auf die Fahrer rund 43 Prozent der Gesamtkosten entfallen würden. Eine weitere Kostensenkung könnten neue Fahrzeugkonzepte speziell für diesen Einsatzzweck bringen. Laut McKinsey könnten Robotaxis knapp ein Viertel günstiger sein als herkömmliche Wagen, indem es weniger Varianten gebe, der Innenraum einfacher gestaltet werde und die Aerodynamik wegen der niedrigeren Fahrgeschwindigkeiten in Städten eine geringere Rolle spiele.

Dass der Markt der E-Hailing-Kunden künftig ebenso ein wichtiger Aspekt für Design und Ausstattung von Automobilen sein kann, zeigen unter anderem Medienberichte über Didi Chuxing. Das chinesische Unternehmen hat Ende 2016 nach einer aggressiven Preisschlacht das Uber-Geschäft in China übernommen. Kunden können über Didis Smartphone-App Taxis, Privatautos mit freiberuflichen Fahrern und Fahrgemeinschaften ordern. Das Unternehmen mit 7.000 Angestellten ist außerhalb Chinas derzeit noch in Südostasien und Brasilien aktiv, 17 Millionen Fahrer rechnen täglich etwa 20 Millionen Fahrten ab. Beteiligt sind neben den Chinesischen Konzernen Tencent und Alibaba auch Chinas Regierung sowie der amerikanische iPhone-Hersteller Apple.

„Autokonzerne müssen sich radikal wandeln“

Didi-Chefin Jean Lui hat konkrete Vorstellungen, wie geeignete Fahrzeuge künftig auszusehen haben. „Die Autokonzerne müssen sich radikal wandeln. Wir brauchen weniger Fahrzeuge“, zitiert die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung Jean Lui (in „Chinas Superfrau“, 2. April 2017). Weiter schreibt die FAS: „Anders ausgedrückt: Das Land braucht mehr Didi-Fahrzeuge, die sich die Menschen dann teilten. Den deutschen Bossen hat Jean Liu schon einmal mitgeteilt, wie sie sich deren Produkte künftig vorstellt: mit Glasscheiben, die die einzelnen Sitzplätze trennten, damit es privat zugeht, wenn sich sechs Chinesen auf dem Weg zur Arbeit ein Didi-Taxi teilen.“

Den US-Markt hat Didi übrigens schon fest im Blick. Der Hacker Charlie Miller, der unter anderem wegen des Aufdeckens von Apple-Lücken sowie Sicherheitsforschungen bei Autos bekannt ist, hat von Uber zu Dudi Chuxing gewechselt. Unter anderem soll Miller Didi beim Aufbau eines eigenen Forschungslabors zum Thema autonomes Fahren im Silicon Valley unterstützen. (ph)

Ein Thema des Arbeitskreises Produktion & Logistik.

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Mit Drohnen Fabriken optimieren

Das Institut für Integrierte Produktion Hannover will Fabriken künftig mit Hilfe von Drohnen optimieren. Für das Forschungsprojekt „Instant Factory Maps“ suchen die Wissenschaftler noch Partner aus der Industrie – beispielsweise Hersteller von Drohnen oder Unternehmen, welche die automatische Layouterfassung in ihrer Fabrik testen wollen.

Geht es nach dem Institut für Integrierte Produktion Hannover (IPH) gGmbH, werden sich Fabriken in Zukunft deutlich schneller optimieren lassen. Dafür setzen die Wissenschaftler auf Flugroboter. „Viele Fabriklayouts sind historisch gewachsen, die Abläufe werden mit der Zeit oft ineffizient. Hier ließe sich viel optimieren – aber vor allem kleine und mittlere Unternehmen scheuen den Aufwand“, sagt Dominik Melcher, der am IPH das Forschungsprojekt „Instant Factory Maps“ leitet. Schon die Vorbereitung sei enorm zeitaufwendig, da die komplette Fabrikhalle mit sämtlichen Maschinen und Lagerflächen von Hand ausgemessen und anschließend in ein Computermodell übertragen werde. Erst dann könne die eigentliche Optimierung beginnen.

Zwei technische Herausforderungen

„Die händische Datenaufnahme und -analyse macht bis zu 50 Prozent des gesamten Arbeitsaufwandes aus“, sagt Melcher. In Zukunft sollen 3D-Kameras oder Laserscanner an Bord einer Drohne das Fabriklayout im Flug erfassen, danach sollen die Daten am Computer zu einem dreidimensionalen Modell verarbeitet werden, das sich direkt bearbeiten lässt, beispielsweise mit einem CAD-Programm. Statt in wochen- oder monatelanger Handarbeit könnte dann automatisiert binnen weniger Stunden ein 3D-Modell der Fabrik erzeugen. Wie das IPH mitteilt, müssen die Wissenschaftler zunächst jedoch zwei große Herausforderungen meistern. Zum einen muss die Drohne ihren Standort jederzeit exakt bestimmen können – das funktioniert bisher nicht in geschlossenen Räumen. Zum anderen muss ein Algorithmus die Bilder richtig interpretieren – also zuverlässig erkennen, was eine Maschine ist und wo sich beispielsweise ein Hochregal befindet.

Für die Standortbestimmung denken die Forscher beispielsweise über einen Funksender nach, der mit der Drohne über WLAN verbunden ist: Bleibt dieser an einem festen Punkt in der Fabrik stehen, lässt sich die Position der Drohne aus dem Abstand und dem Winkel zum Sender berechnen. Denkbar wäre es laut IPH auch, die Bewegung der Drohne über Beschleunigungssensoren nachzuvollziehen und so zu berechnen, wie weit sie in welche Richtung geflogen ist. Als dritte Möglichkeit gilt die Ortung über einen sogenannten SlaM-Algorithmus (Simultaneous Localization and Mapping): Die Drohne filmt die Fabrikhalle, erstellt aus den Bildern eine Karte und erkennt auf dieser Karte ihre eigene Position. An dem passendes Algorithmus arbeiten die Forscher ebenfalls: Bisher gebe es lediglich Algorithmen, die aus mehreren Einzelaufnahmen ein dreidimensionales Bild zusammensetzen – interpretieren könnten sie dieses Bild jedoch noch nicht. Das IPH will nun einen Algorithmus entwickeln, der aus Erfahrung lernt. Bei den ersten Fabriklayouts, welche die Drohne erfasst, soll noch ein Experte Maschinen und Lager markieren. Der Algorithmus soll dann darin Muster erkennen und in der Lage sein, die Daten automatisch zu interpretieren.

Projektpartner gesucht

Um den Algorithmus anzulernen, ist das IPH auf der Suche nach produzierenden Unternehmen, die die Layouterfassung per Drohne ausprobieren wollen und bereit sind, die Ergebnisse zu prüfen und zu korrigieren. Auch Unternehmen, die Drohnen herstellen, mit Drohnen arbeiten oder sich mit Bildverarbeitung beschäftigen, können sich am Forschungsprojekt „Instant Factory Maps“ beteiligen, das vom Bundeswirtschaftsministerium finanziert wird und zwei Jahre läuft. Das erste Projekttreffen findet am 27. Juni 2017 in Hannover statt. Interessierte Unternehmen können sich direkt bei Projektleiter Dominik Melcher melden. (ph)

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Cybersicherheit: Anschnallgurt der digitalen Gesellschaft

Quelle: Pixelio/Bernd Wachtmeister

In einem Policy Paper beleuchtet das Institut der deutschen Wirtschaft Köln die direkten und indirekten Kosten von Cyberspionage für deutsche Unternehmen. Hintergrund ist der Virus Wanna Cry.

Der Cyberangriff mit der Erpressungssoftware Wanna Cry hat in den vergangenen Tagen Daten auf hunderttausenden Rechnern weltweit verschlüsselt – bei Unternehmen ebenso wie im Gesundheitswesen oder bei Infrastruktureinrichtungen. Angesichts der enormen Kosten, die dieser Angriff nach sich ziehen wird, hat das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) Köln ein Policy Paper mit dem Titel „Wirtschaftliche Kosten der Cyberspionage für deutsche Unternehmen – Cybersicherheit als Grundvoraussetzung der digitalen Transformation“ vorgelegt.

Das Papier schlüsselt neben Zielen und Methoden von Cyberspionage auch verschiedene daraus entstehende Kosten auf und schätzt deren Quantität ein. Angesichts der Vielfalt der Kostenarten und der Höhe der Kosten sei es essentiell, Cybersicherheit als Grundvoraussetzung für alle unternehmerischen Tätigkeiten zu verstehen, um die Wettbewerbsfähigkeit und die Stabilität der deutschen Wirtschaft zu schützen, heißt es in dem Papier. Deutsche Unternehmen seien aufgrund ihrer innovativen Produkte – besonders auch im Bereich Industrie 4.0 – und ihrer starken Position auf den Weltmärkten ein lukratives Ziel für Hacker. Cybercrime werde deshalb von vielen deutschen Unternehmen als die größte Bedrohung für deutsche Unternehmen und den Wirtschaftsstandort Deutschland gesehen.

Eine erfolgreiche Digitalisierung von Staat, Wirtschaft und Gesellschaft kann es ohne Cybersicherheit nicht geben, heißt es in dem IW-Papier weiter. Das volle Potenzial digitaler Technologien könne nur ausgeschöpft werden, wenn Institutionen, Unternehmen und Privatpersonen sich auf die Sicherheit ihrer Daten und Systeme verlassen können. Bislang sei das nicht der Fall. Im Zuge der Digitalisierung und mit einer zunehmenden Anzahl an internetfähigen Produkten und Maschinen werde zudem die Angreifbarkeit der Unternehmen und ihrer Daten zunehmen und das Thema Cyberspionage weiter an Brisanz gewinnen. „Politik, Unternehmen und die Zivilgesellschaft sind angehalten, für Gefahren aus dem Netz zu sensibilisieren und Cybersicherheit zu fördern, denn zur Digitalisierung gibt es keine Alternative“, schreibt IW-Autorin Barbara Engels: „Cybersicherheit ist der Anschnallgurt der digitalen Gesellschaft.“ (ph)

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CHE Hochschulranking zeigt viele Facetten

Das aktuelle CHE Hochschulranking ermöglicht einen Überblick über die Studienbedingungen unterschiedlicher Fächer an Fachhochschulen/HAW und Universitäten. In jedem Jahr wird ein Drittel der Fächer neu beurteilt, 2017 ist auch das Wirtschaftsingenieurwesen darunter.

Das Wirtschaftsingenieurwesen gehörte im Jahr 2017 zu den Fächern, die Studierende für das CHE Hochschulranking 2017 neu bewertet haben. Insgesamt sind in das aktuelle Ranking die Urteile von rund 150.000 Studierenden und 9.000 Professoren eingegangen. Ergebnis des Rankings ist jedoch keine starre Rangliste. „Die Ergebnisse der Untersuchung werden bewusst nicht zu einer Gesamtpunktzahl zusammengerechnet. Der Grund: Es gibt einfach nicht ‚die beste Hochschule‘, nicht für ein Fach und erst recht nicht für alle Fächer“, schreiben die Verantwortlichen.

Ziel ist statt dessen ein multidimensionales Bild: Mehrere Ranglisten, nach ganz unterschiedlichen Kriterien erstellt, zeichnen ein differenziertes Bild von den Stärken und Schwächen der einzelnen Hochschulen. Für jedes Fach werden bis zu 34 unterschiedliche Kriterien gerankt, die sich beispielsweise auf die Studierbarkeit eines Studienganges, die internationale Ausrichtung der Lehre, die Ausstattung oder die Forschungsaktivitäten am Fachbereich beziehen. Da im CHE Hochschulranking Werte unterschiedlicher Kriterien nicht zusammengefasst werden, gibt es somit auch bis zu 34 verschiedene Ranglisten je Fach.

Die Ergebnisse des CHE Hochschulrankings sind im ZEIT Studienführer 2017/18 erschienen. Das vollständige Ranking steht jedoch auch unter www.zeit.de/che-ranking nach einer kostenlosen Registrierung zur Verfügung: Die Nutzer können mit interaktiven Suchmöglichkeiten das Ranking nach ihren individuellen Studienbedürfnissen nutzen, um die passende Hochschule zu finden.

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Zehn Fähigkeiten guter Chefs

Gute Vorgesetzte verfügen nicht nur über Fachwissen und Durchsetzungsfähigkeit. Karriereberater nennen weitere wichtige Kompetenzen.

Im Rahmen des Schwerpunktthemas „Change 2017“ hat die Plattform Xing in ihrem Portal „Xing spielraum“ Karriereberater nach den zehn wichtigsten Eigenschaften gefragt, die einen guten Vorgesetzten ausmachen. Hier die Ergebnisse:

1. Eine Vision haben
Nur wer sich selbst für etwas begeistert, kann Beschäftigten attraktive Ziele setzen und erreichen, dass sie mitmachen – freiwillig und engagiert.

2. Druck standhalten
Vorgesetzte müssen ihre Sandwich-Position aushalten können und Druck von oben abfedern, statt ihn weiterzugeben.

3. Mitarbeiter fördern
Wer Mitarbeiter klein hält, demotiviert sie – besser ist es, sie zu fördern und zu fordern, ohne sie dabei zu überfordern.

4. Auf Stärken besinnen
Gute Chefs bauen Stärken der einzelnen Mitarbeiter gezielt aus, statt zu versuchen, die Schwächen auszugleichen.

5. Loben
Positives Feedback ist einer der stärksten Motivatoren.

6. Zuhören
Wer Beschäftigten zuhört und sie dabei ehrlich verstehen will, gibt ihnen Raum und die Möglichkeit etwas loszuwerden.

7. Fehler eingestehen
Auch Chefs dürfen mal Fehler machen, ohne direkt die Achtung ihrer Mitarbeiter zu verlieren.

8. Grenzen setzen
Auch in unangenehmen Situationen, wenn Vorgesetzte sich durchsetzen müssen oder Beschäftigten kündigen müssen, sollte es menschlich korrekt zugehen.

9. Gerecht sein
Es ist nicht ungerecht, Mitarbeiter individuell zu behandeln – Führung soll menschenbezogen sein.

10. Die Rolle verstehen
Bei Führung klingen aus psychologischer Sicht Aspekte aus der Kindheit durch. Ähnlich wie Eltern sollten Chefs mit den Menschen, für die sie zuständig sind, pfleglich umgehen. (ph)

Ein Thema des Arbeitskreises Produktion & Logistik.

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Smarte Displays aus dem Drucker

In seiner Bachelorarbeit an der Hochschule Landshut hat Wirtschaftsingenieur Maximilian Wurzer Elektrolumineszenz-Displays entwickelt, die sich in Textilien integrieren lassen. Über eine eigene Treiberschaltung lässt sich programmieren, wann welches Pixel leuchten soll.

Smarte Fitnessuhren, die den Puls messen und Schritte zählen, sind längst nichts Neues mehr. Ein smartes Shirt könnte Botschaften senden – zum Beispiel über ein integriertes Elektrolumineszenz-Display (ELD). „Die Elektronik wird einfach auf einen flexiblen Träger gedruckt, zum Beispiel auf eine Folie“, erklärt Prof. Dr. Artem Ivanov von der Fakultät Elektrotechnik und Wirtschaftsingenieurwesen der Hochschule Landshut. Die Auflösung könne zwar noch lange nicht mit Smartphones oder Tablets mithalten. Trotzdem kann sich Ivanov vorstellen, dass ELDs in smarter Kleidung zum Einsatz kommen, „denn sie sind biegsam, robust und günstig zu produzieren.“

Fünf Schichten auf Trägerfolie

Wie ein solcher Einsatz aussehen könnte, hat Maximilian Wurzer in seiner Bachelorarbeit zum Abschluss seines Wirtschaftsingenieur-Studiums untersucht. „Es ging darum, wie sich ELDs mit dem aktuellen Stand der Technik sinnvoll, sicher und schick in Kleidung integrieren lassen“, so Wurzer. Dafür hat er zunächst das rund fünf Zentimeter lange Display entworfen und aufgebaut. Es besteht aus fünf Schichten, die er nacheinander im Labor auf die Trägerfolie aufgedruckt hat. „Man muss sich das wie Siebdruck vorstellen. Für jede Schicht wird eine Siebschablone hergestellt. Darauf gibt man die Paste und zieht den Überschuss wieder ab“, erklärt Wurzer. „Ohne die Hilfe der Labormeister wäre das gar nicht möglich gewesen. Sie wissen genau, welche Pasten sich eignen, wie schnell man sie auftragen oder wie man die Parameter an der Maschine einstellen muss.“

Kernstück der Displays sind Wurzer zufolge die zwei Elektrodenschichten: Legt man dort Wechselstrom an, entsteht ein elektrisches Feld. Das bewirkt, dass die dazwischenliegende Phosphorschicht, die aus verbundenen Pixeln besteht, leuchtet und sich als blaue Formen oder Schriftzüge auf dem Display zeigt. Um Kurzschlüsse zu vermeiden, hat Wurzer zwei weitere Schichten aus isolierendem Material aufgebracht. „Auf manche Displays haben wir noch einen blauen Farbfilter appliziert. Das erhöht den Kontrast des blauen Leuchtstoffs“, so Wurzer.

Um programmieren zu können, wann welches Pixel leuchten soll, hat der Wirtschaftsingenieur eine eigene Treiberschaltung gebaut. „Das ist auch das Besondere an der Arbeit: Bisher gab es keine kompakten Treiberschaltungen für pixelbasierte ELDs, auf denen man unterschiedliche Inhalte zeigen kann. Das ist etwas ganz Neues“, so der betreuende Professor Ivanov. In diesem Zusammenhang musste Wurzer sich auch mit den Sicherheitsvorgaben befassen: „Je höher die Spannung, desto heller leuchtet das ELD. Doch ist sie zu hoch, halten die Bauteile das nicht aus oder es ist zu gefährlich, das Display am Körper zu tragen. Ist sie zu niedrig, leuchtet das Display nicht mehr“, fasst Wurzer zusammen. Er hat daher Widerstände und einzelne Bauteile der Schaltung so eingestellt, dass man sie sicher berühren kann. Leider hat das Display dadurch etwas an Helligkeit eingebüßt: Im Dunkeln und in künstlich beleuchteten Räumen kann man gut erkennen, welcher Schriftzug über die Displays läuft; für einen Sonnenplatz reicht die Leuchtkraft der Phosphorschicht nicht ganz.

Einsatz im Bereich E-Health möglich

Bislang hat Maximilian Wurzer seine ELDs auf einen Rucksack, Shirts und Caps integriert. „Die Technologie lässt sich weiterentwickeln und mit anderer Steuerungselektronik koppeln“, meint er. Zum Beispiel in Sachen E-Health: „Wenn ein Diabetespatient zu weit in den Unterzucker fällt und bewusstlos wird, könnte das Zuckermessgerät über einen Funksender das Display aktivieren, das im Shirt integriert ist. Darauf würde dann erscheinen: ‚Diabetespatient im Unterzucker, bitte rufen Sie einen Notarzt.’“ (ph)