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VWI Visit 2019 führte nach Heidelberg

Das VWI Visit 2019 – die Veranstaltung war bislang als VWI Städtetrip bekannt – führte vom 6. bis zum 8. September ins malerische Heidelberg am Neckar. Neu am Konzept des VWI Visit ist, dass je Teilnehmer auch eine Begleitperson willkommen ist. Im Vordergrund stehen die kulturelle Erkundung einer Stadt mit einem bunten Freizeit- und Rahmenprogramm.

Die 15 Personen starke Gruppe des aus dem ganzen Bundesgebiet trafen sich am Freitagabend zum Auftakt des VWI Visit 2019 im Zentrum der Altstadt. Nach einem kurzen Kennenlernen und Wiedersehen mit alten Bekannten wurde das Wochenende mit einem gemeinsamen Abendessen im Brauhaus Vetter eingeläutet. Hier ergaben sich erste Gelegenheiten zum Austausch und Kontakteknüpfen. Hinterher ging es für die Gruppe in den Goldenen Reichsapfel, um dort den Abend bei Musik und Kaltgetränken ausklingen zu lassen.

Mit einer Stadtführung starteten die Teilnehmer in den Samstag. Ausgehend vom Löwenbrunnen ging es durch die Altstadt, wobei Wissenswertes über die Stadt und ihre Geschichte in Erfahrung gebracht wurde. Besucht wurden unter anderem der Heidelberger Studentenkarzer, die ehemalige Wohnung Friedrich Eberts sowie die Universitätsbibliothek. Eine Weinprobe im Heidelberger Schloss gab der Gruppe eine Übersicht über Sorten und Güter aus der näheren Umgebung. Hierbei konnten sich die Teilnehmer den richtigen Wortschatz aneignen, um beim nächsten Geschäftsmeeting oder gesellschaftlichen Anlass punkten zu können.

Im Nachgang bot sich die Gelegenheit, die Stadt auf eigene Faust zu erkunden. Nach dem Abendessen wartete eine besondere Attraktion auf die Gruppe: Die Heidelberger Schlossbeleuchtung tauchte das Neckartal im Takt des Feuerwerks in bunte Farben, wobei auf das Wochenende angestoßen wurde. Mit dem Sonntagsbrunch ging das VWI Visit 2019 zu Ende.

Der VWI und die Teilnehmer bedanken sich herzlich bei Stefanie Pillhofer und Anna Elbert für die Organisation und Durchführung der Veranstaltung. Das VWI Visit soll den Verbandsmitgliedern künftig regelmäßig die Gelegenheit geben, alte Bekannte wiederzutreffen, neue Kontakte zu knüpfen und gleichzeitig tolle Sehenswürdigkeiten zu entdecken. Im Jahr 2020 wird unter dem Stichwort VWI Visit Nature der Fokus im Bereich Outdoor liegen. Vorfreude ist garantiert!

Von Thomas Ritter, VWI-Bundesteam

Flugtaxis Use Cases

Quelle: Fraunhofer IAO

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Flugtaxis im Realitätscheck

Flugtaxis stehen im Mittelpunkt der Studie „Quo vadis 3D-Mobility?“ des Fraunhofer IAO. Wirtschaftsingenieur Daniel Duwe hat gemeinsam mit seinem Team dafür hinterfragt, was die Ziele der Mobilität in der Luft sind, welchen Reifegrad relevante Technologien haben, wie Anwendungsfälle konkret aussehen können, wie die Infrastruktur dafür beschaffen sein müsste, welche Stakeholder einbezogen werden sollten und wie hoch die Nachfrage für 3 D-Mobilität ist. Damit beschäftigt sich die Studie sowohl mit allgemeinen Zielen urbaner Mobilität als auch mit konkreten technologischen und organisatorischen Fragestellungen rund um die 3D-Mobilität.

Sechs Anwendungsfälle machen den Einsatz von Flugtaxis erlebbar

Um den Realitätscheck zu machen, ob und in welcher Form Flugtaxis überhaupt sinnvoll einsetzbar sind, hat das Forschungsteam im Rahmen der Studie verschiedene Anwendungsszenarien durchgespielt. Dabei wurde anhand der Customer Journey praxisnah erlebbar gemacht, wie der Alltag mit einem Flugtaxi von der Buchung bis zum Aussteigen aussehen könnte. Skizziert wurden insgesamt sechs Use Cases: das urbane Lufttaxi, das Lufttaxi als Luftrettungsdienst, Fähren-Ersatz und Flughafen-Shuttle sowie das individuelle Flugauto. In den Szenarien werden die Relevanz der jeweiligen Lösung untersucht, die Zielgruppen definiert und die Eignung der verschiedenen Technologien bewertet. Um den Einsatz noch konkreter greifbar zu machen, hat das Team Routen und Verkehrsströme der Metropolregion Stuttgart analysiert.

„Einige Technologien befinden sich noch in der Entwicklungsphase“, kommentiert Studienautor Daniel Duwe den Status Quo von Flugtaxis. Er forscht seit einigen Jahren zum Thema 3D-Mobilität und hat auch kürzlich seine Promotion dazu abgegeben. Für den Wirtschaftsingenieur stellen gesetzliche Vorgaben, die Steuerung des Flugverkehrs sowie die Errichtung von urbaner Infrastruktur, insbesondere sogenannter Vertiports zum Starten und Landen, die größten Hürden bei der Umsetzung der Produkttechnologie dar. Daher könne es auch noch einige Jahre dauern, bis Flugtaxis abheben. „In progressiven Regionen dieser Welt, in denen Gesetze und Infrastruktur schnell anpassbar sind, können Flugtaxis aber vielleicht schon in wenigen Jahren zum Einsatz kommen“, so Duwe.

Studienpreis Projektmanagement 2020

Quelle: GPM

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Studienpreis Projektmanagement für 2020 ausgeschrieben

Zukunftsweisende Ideen und originelle Lösungen rund um das Projektmanagement prämiert die Deutsche Gesellschaft für Projektmanagement (GPM) mit ihrem Deutschen Studienpreis Projektmanagement (DSPM). Ausgezeichnet werden laut Ausschreibung in jedem Jahr Dissertationen, Master- und Bachelorarbeiten, die einen Beitrag zur Weiterentwicklung der Projektmanagement-Disziplin leisten, den Wissensstand erhöhen, einen hohen Praxisbezug aufweisen und eine breite Anwendbarkeit in vielen Projektarten und Projektbereichen ermöglichen. Die Bewerbungsphase für den DSPM 2020 ist gestartet und läuft noch bis zum 23. April.

Einer der Preisträger des DSPM 2019 war der Wirtschaftsingenieur Roland Matthias Fuchs. Er erhielt den Studienpreis für seine Masterarbeit zur „Entwicklung eines integrierten Ansatzes zur Geschäftsmodellinnovation mit Design Thinking“, die er als Graduate Student bei der Campana & Schott Technologie und Management Beratung verfasste. Darin arbeitet Fuchs zunächst Probleme und Erfolgsfaktoren der Geschäftsmodellinnovation heraus. Darauf aufbauend liefert er einen innovativen Ansatz, der darstellt, wie Elemente von Design Thinking solche Probleme lösen und die Erfolgsfaktoren begünstigen können. Der Wirtschaftsingenieur ist seit dem Abschluss seines Studiums an der TU Berlin als Business Analyst bei Capgemini Deutschland tätig.

Die Kandidaten für den Studienpreis können sich entweder selbst bewerben oder durch GPM-Mitglieder, Unternehmen und Hochschulen vorgeschlagen werden. Für die Bewerbungsphase 2020 sind Abschlussarbeiten aus den Preiskategorien Dissertation, Master- und Bachelorarbeiten zugelassen, die nach dem 1. Januar 2019 an einer deutschen Hochschule oder durch einen deutschen Staatsbürger an einer ausländischen Hochschule abgegeben wurden. Die Arbeiten dürfen mit keinem Sperr- oder Geheimhaltungsvermerk versehen sein, zudem müssen sie primär ein Thema aus dem Bereich des Projektmanagements behandeln und in deutscher oder englischer Sprache verfasst worden sein. Die Bewerbung ist auf dem Postweg im Award Office einzureichen; eine Einreichung via E-Mail ist unzulässig.

Die Preisträger des DSPM erhalten eine Urkunde und einen Geldpreis von jeweils 1000 Euro. Zudem haben sie die Möglichkeit, kostenlos am PM Forum teilzunehmen. Weitere Informationen zur Einreichung, zum Bewerbungsprozess und zu den aktualisierten Teilnahmevoraussetzung gibt es auf der Homepage der GPM.

Mitarbeiter erwarten Zusatzleistungen

Quelle: Bitkom

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Was Beschäftigte vom Chef erwarten

Mitarbeiter stellen an ihre Arbeitgeber steigende Ansprüche. Das zeigt eine repräsentative Befragung von Berufstätigen in Deutschland im Auftrag des Digitalverbands Bitkom. Demnach erwarten jeweils 73 Prozent der Befragten, dass ihr Arbeitgeber Weiterbildungsmaßnahmen und betriebliche Zusatzleistungen zur Altersvorsorge anbietet. 71 Prozent wünschen sich eine lockere Arbeitsatmosphäre mit Gemeinschaftsgefühl. Arbeitsumfeld und Arbeitsorganisation stehen ebenfalls im Fokus. 66 Prozent wollen ein Mitspracherecht bei der Ausstattung des Arbeitsplatzes, 60 Prozent die Möglichkeit für berufliche Auszeiten wie Sabbaticals. 54 Prozent erwarten Vertrauensarbeitszeit, 53 Prozent Arbeitszeitkonten, 51 Prozent Gleitzeit und 49 Prozent Homeoffice. Bei 48 Prozent steht eine Kita oder eine andere Art der Kinderbetreuung für eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie auf der Wunschliste.

Weitere Aspekte, die Beschäftigte erwarten, sind Mitarbeiter-Events wie Sommerfest und Weihnachtsfeier (38 Prozent), Maßnahmen zur Gesundheitsförderung wie Fitnessstudio oder Massagedienstleistungen (24 Prozent) sowie Spiel- und Unterhaltungsangebote wie Tischkicker oder Spielekonsole (21 Prozent). Konkrete Ansprüche an die Verpflegung haben die Befragten ebenfalls: 34 Prozent setzen Gratis-Getränke voraus, zwölf Prozent eine komplett kostenfreie Verpflegung.

Neben diesen New-Work-Aspekten spielen die Höhe des Einkommens und geldwerte Zusatzleistungen ebenfalls eine große Rolle. 61 Prozent erwarten überdurchschnittliche Gehälter, 59 Prozent ein Jobticket. 49 Prozent setzen voraus, dass bei Smartphone, Tablet oder Notebook die jeweils neueste Gerätegeneration bereitgestellt wird, 45 Prozent wollen diese technischen Dienstgeräte auch privat nutzen dürfen. 19 Prozent der Befragten erwarten einen Dienstwagen. Und zwölf Prozent wollen eine einmalige Bonuszahlung bei Stellenantritt, etwa mit Unternehmensanteilen oder Optionen.

Ausstellung

Quelle: MdbK/Nachlass Elisabeth Voigt.

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Ausstellung: Der optimierte Mensch

„Der optimierte Mensch“ heißt eine Ausstellung, die noch bis zum 1. März 2020 in Leipzig zu sehen ist und Momente der Industriekultur in der bildenden Kunst zeigt. Das Streben nach Selbstoptimierung prägt seit Jahrhunderten die menschliche Entwicklung. Doch welche Auswirkungen brachte der technische Fortschritt und womit muss der Mensch in Zukunft rechnen? Die Ausstellung thematisiert das Verhältnis zwischen Mensch und technischer Entwicklung, daraus resultierende Selbstoptimierungsstrategien bis hin zur Kritik und Verweigerung. Dabei werden die verschiedenen Epochen der Industrialisierung von 1.0 bis 4.0 deutlich und miteinander in Beziehung gesetzt.

Im ersten Abschnitt „Industrie 1.0 – Zeitalter der Dampfmaschine“ wurden Unternehmer noch ganz in der Tradition altmeisterlicher Malerei und Skulptur dargestellt. Doch auch die Arbeit selber wurde teils als Topos heroisch überhöht. Nach und nach gerieten dann die negativen Folgen der frühen Industrialisierung in den Fokus künstlerischer Darstellungen. Im zweiten Abschnitt „Industrie 2.0 – Zeitalter der Elektrifizierung“ geht es unter anderem um die Entwicklung des Arbeiters zum klassenbewussten Kämpfer und eine Reflektion über Selbstoptimierung. Der dritte Abschnitt „Industrie 3.0 – Zeitalter der Automatisierung“ thematisiert die Optimierung im Kollektiv und den Übergang von der analogen zur digitalen Gesellschaft. Im vierten Abschnitt „Industrie 4.0 – Zeitalter der Digitalisierung“ setzen sich zeitgenössische Werke mit der Optimierung des Menschen auseinander. Teilweise greifen sie dabei Themen vorangegangener Abschnitte auf, stellen Verbindungen zu militärisch konnotierten Technologien her oder fragen nach der Verantwortung des Menschen beim Einsatz künstlicher Intelligenz.

Grundlegend für all diese Entwicklungen war die Erkenntnis, dass durch die binäre Codierung des Dezimalsystems sämtliche Rechenleistungen zu bewältigen sind. Der in Leipzig geborene Gottfried Wilhelm Leibniz legte also vor über 300 Jahren den Grundstein für heutige Entwicklungen, deren Konsequenzen für die Zukunft noch nicht abzusehen sind. Leibniz bildet daher die Klammer der Ausstellung und wird durch Foto- und Videoarbeiten künstlerisch in Szene gesetzt.

Die Ausstellung findet im Museum der bildenden Künste Leipzig statt, das sich damit erstmals explizit der Industriekultur öffnet. Die Öffnungszeiten sind Dienstag sowie Donnerstag bis Sonntag 10 bis 18 Uhr, Mittwoch 12 bis 20 Uhr und an Feiertagen 10 bis 18 Uhr. Detaillierte Informationen zu Zeiten und Tickets gibt es auf https://mdbk.de/. Der Blog zur Ausstellung mit vertiefenden Informationen und dem Veranstaltungsprogramm ist unter http://deroptimiertemensch.de/ zu finden.

Weihnachtsmann

Quelle: Pixabay

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Der Weihnachtsmann – eine interdisziplinäre Diskussion

1. Inhalt und Stand der Diskussion um den Weihnachtsmann

ADAM (1995) veröffentlichte einen Artikel, in dem aus wissenschaftlicher Sicht nachgewiesen werden sollte, dass der Weihnachtsmann nicht existieren könne beziehungsweise aufgrund seines spezifischen Handelns ums Leben gekommen sein müsste.

Die wesentlichen Argumente, die einer Bescherung durch den Weihnachtsmann entgegenstehen sollen, lauteten zusammengefasst:
Missverhältnis zwischen der Zahl der zu bescherenden Kinder einerseits und der für die Bescherung zur Verfügung stehenden Zeit andererseits, daraus folgend enorm hohe zu erreichende Geschwindigkeit, daraus wiederum und aus dem erheblichen Gewicht der transportierten Geschenke folgend extrem hohe Energieumwandlungen, denen der Weihnachtsmann sowie die von ihm gelenkten Rentiere ausgesetzt seien.

Mit der vorliegenden Betrachtung dieses Problems möchte der Verfasser zum einen nachweisen, dass der von ADAM veröffentlichte Artikel den selbst gestellten Anspruch der Wissenschaftlichkeit nicht erfüllt, und zum anderen einen alternativen Ansatz zur Erklärung des Weihnachtsmann-Phänomens entwickeln. Auf den bemerkenswerten Beitrag von HACKE (1995) soll in diesem Zusammenhang nicht näher eingegangen werden, da der Verfasser einen andersartigen Ansatz verfolgt. Dennoch sei auf den Wert jenes Beitrages ausdrücklich hingewiesen.

2. Kritik am von ADAM veröffentlichten Artikel

2.1 Formale Einwände

Der wohl gravierendste Schwachpunkt des Artikels ist das Fehlen jeglicher Angabe über den Autor. Dies verletzt in eklatanter Weise die Gepflogenheiten wissenschaftlicher Publikation und erschwert in erheblichem Maße den wissenschaftlichen Diskurs über das Thema. Als Quellenangabe ist lediglich ein unvollständiger Nachweis über Publikationszeitschrift und Erscheinungsort, nicht jedoch über das Erscheinungsjahr aufgeführt. Diese Missstände lassen den Verdacht aufkeimen, dass der Autor jenes Artikels überhaupt nicht aus dem Wissenschaftsbereich oder anderen kompetenten Kreisen stammt und es sich lediglich um eine pseudo- oder „populär“-wissenschaftliche Arbeit handelt.

2.2 Inhaltliche Einwände

Wenngleich die wissenschaftliche Kompetenz des unbekannten Autors angezweifelt werden mag, so bleibt festzustellen, dass er aus einem natur- beziehungsweise ingenieurwissenschaftlichen Ansatz heraus argumentiert. Bei aller dabei aufgewandten Exaktheit vernachlässigt er dabei jedoch gesellschafts- und wirtschaftswissenschaftliche sowie geographische Aspekte.

3. Zur Frage der Singularität oder Pluralität des Weihnachtsmannes

Stillschweigend geht der unbekannte Autor von einer wesentlichen, in wissenschaftlichen Kreisen kontrovers diskutierten Grundvoraussetzung aus, ohne diese zu erwähnen, nämlich der Annahme, dass es nur einen Weihnachtsmann gäbe. Im Gegensatz zu HACKE, der einen astrophysikalischen Erklärungsansatz der potenziellen Existenz eines Weihnachtsmannes beisteuerte, soll in diesem Beitrag von der Annahme der Existenz vieler Weihnachtsmänner ausgegangen werden. Folgende Überlegungen geben dazu Anlass:

3.1 Berichte über den Weihnachtsmann

Es existieren unterschiedliche Berichte über Aussehen und Verhaltensweise des Weihnachtsmannes, insbesondere in der zentralen Frage seiner Fortbewegung. Allein dort reicht das Spektrum von fliegenden über normal im Schnee fahrenden Rentierschlitten bis hin zu einem fußläufigen Weihnachtsmann, der die Geschenke in einem Sack transportiert. Auch die Art und Weise der Bescherung variiert von heimlichem Ablegen der Geschenke bis hin zu persönlichem Erscheinen und dem Einfordern von Darbietungen (Gedichte, Lieder). Bei aller Unterschiedlichkeit der Berichte ist dem Verfasser keine Dokumentation bekannt, in der von der wahnsinnigen Geschwindigkeit, wie sie vom unbekannten Autor postuliert wurde, die Rede wäre.

Besondere Beachtung verdient in diesem Zusammenhang die große räumliche Differenzierung der Berichte sowohl auf nationaler als auch auf regionaler Ebene. So werden verschiedene Herkunftsorte und regionale Präferenzen des Weihnachtsmannes überliefert (vgl. SCHÜMER, 1995). Die Annahme, dass jederorts von einem Weihnachtsmann nach anglo-amerikanischem Vorbild (fliegender Rentierschlitten, heimliche Geschenkablieferung, Zutritt durch den Schornstein) in Erscheinung tritt, wird dem Anliegen einer allgemeinen, das heißt unter anderem globalen Erklärung des Phänomens nicht gerecht. Die Heterogenität der Berichte über den Weihnachtsmann lässt sich am schlüssigsten mit dessen Pluralität begründen.

3.2 Pluralität im Lichte volkswirtschaftlicher Modellbildung

Der unbekannte Autor hat in unzulässiger Weise die makro- und die mikroökonomische Betrachtungsebene vertauscht, indem er die Existenz eines Weihnachtsmannes, der alle Kinder beschert, verneinte. Dem soll gegenübergestellt werden, dass entweder ein Weihnachtsmann einige Kinder beschert (mikroökonomische Ebene) oder viele Weihnachtsmänner alle Kinder bescheren (makroökonomische Ebene).

Diese fehlerhafte Aggregation des unbekannten Autors beweist wiederum dessen Mangel an Wissenschaftlichkeit beziehungsweise zumindest an Interdisziplinarität.

3.3 Pluralität und simultanes Erscheinen des Weihnachtsmannes

Ernstzunehmende Berichte über den Weihnachtsmann können nur dann erwartet werden, wenn dieser auch leibhaftig in Erscheinung tritt, anders ausgedrückt, wenn der Berichterstatter den Weihnachtsmann zu Gesicht bekommen hat. Unter dieser Voraussetzung müsste es mit Hilfe moderner Kommunikationsmedien möglich sein, das simultane Auftreten des Weihnachtsmannes an mehreren Orten nachzuweisen. Wenn man den Ansatz nach HACKE (Manipulation des Raum-Zeit-Gefüges von Seiten des Weihnachtsmannes) außer Acht lässt, dürfte eine positive Evaluation dieser These den wohl überzeugendsten Beweis für die Pluralität des Weihnachtsmannes liefern. Wenn trotz der Annahme der Existenz mehrerer Weihnachtsmänner weiterhin der Begriff „der Weihnachtsmann“ benutzt wird, so ist damit die Verallgemeinerung auf das Phänomen Weihnachtsmann gemeint.

4. Fragestellungen einer weitergehenden Erforschung des Phänomens Weihnachtsmann unter Annahme dessen Pluralität

Der Verfasser möchte mit dieser Aufstellung einen Vorschlag zur Definition der Stoßrichtung weiterer wissenschaftlicher Weihnachtsmann-Forschung unterbreiten:

4.1 Verhältnis der pluralen Weihnachtsmänner untereinander

Von besonderem wirtschaftswissenschaftlichem Interesse dürfte die Frage sein, wie die pluralen Weihnachtsmänner zueinander stehen. Möglich ist dabei:

– Die Weihnachtsmänner arbeiten kooperativ, wobei die Kompetenzabgrenzung von Interesse wäre. Am ehesten wäre von regionaler Kompetenzabgrenzung auszugehen, allerdings sind auch andere Bestimmungsgrößen denkbar.
– Die Weihnachtsmänner stehen in Konkurrenz zueinander, was die Position der Bescherten auf dem Markt erheblich stärken würde.

4.2 Anzahl der pluralen Weihnachtsmänner

Ausgehend von den Berechnungen des unbekanntes Autors könnte zwar die maximale Bescherungsquote je Weihnachtsmann und daraus in Kombination mit der Zahl der zu bescherenden Kinder die Anzahl der pluralen Weihnachtsmänner errechnet werden, jedoch lässt die regionale Differenzierung des Weihnachtsmann-Verhaltens die Möglichkeit, eine allgemeine Formel zur Bestimmung dieser Quote aufzustellen, zweifelhaft erscheinen. Für einen empirischen Befund wären andererseits zunächst umfangreiche Untersuchungen auf regionaler Maßstabsebene durchzuführen. Grundsätzlich ist jedoch davon auszugehen, dass sich die Anzahl der pluralen Weihnachtsmänner einer durch den Term Grenzbescherung nach Grenzaufwand beschriebenen optimalen Anzahl pluraler Weihnachtsmänner annähert (vgl. erstes GOSSENsches Gesetz).

4.3 Räumliches Auftreten der pluralen Weihnachtsmänner

Die geographisch relevante Frage nach der räumlichen Organisation der pluralen Weihnachtsmänner müsste zunächst einmal im Lichte der Standorttheorien betrachtet werden. Ausgehend von der Annahme regionaler Kompetenzabgrenzung scheint hierbei die Anwendung der Theorie der zentralen Orte (CHRISTALLER, 1933) geboten. Aufbauend auf einer Berechnung der Reichweite und somit des Aktionsraumes eines einzelnen Weihnachtsmannes ergibt sich die Zentralität des Standortes des betreffenden Weihnachtsmannes, die in Interdependenz zur Standortzentralität benachbarter Weihnachtsmänner zu einem charakteristischen räumlichen Verteilungsmuster führt, das sich idealtypischerweise einem Sechseckmuster annähert. Raumwirtschaftspolitische Brisanz enthielte eine Untersuchung über Zweck und Notwendigkeit einer bewussten Weihnachtsmannförderung, insbesondere im Hinblick auf Bescherungs-Infrastruktur.

Anzuregen wäre auch eine spezielle Verkehrsgeographie der pluralen Weihnachtsmänner, die in engem Zusammenhang mit deren spezifischer Bescherungstypologie stünde.

4.4 Organisationsform der pluralen Weihnachtsmänner

Eher betriebswirtschaftlicher Art wäre die Frage nach der inneren Organisation des Systems pluraler Weihnachtsmänner. Da nicht davon auszugehen ist, dass diese sich nationalem Handelsrecht zu unterwerfen haben, können allenfalls Parallelen zwischen weihnachtsmännischen und (hier beispielhaft aufgeführten) deutschen betrieblichen Organisationsformen gezogen werden. Von zentraler Bedeutung ist dabei die bereits unter 4.1 angesprochene Kooperation oder Konkurrenz der pluralen Weihnachtsmänner untereinander.

Sollten sie kooperativ, letztlich also nicht marktregulativ bescheren, so wäre dies am ehesten mit einer Körperschaft öffentlichen Rechts zu vergleichen, die ein individuelles Organisationsgefüge vorweisen wird.

Liegt jedoch eine Konkurrenzsituation vor, wäre zunächst zu klären, ob diese vorwiegend in personen- oder kapitalgesellschaftsähnlichen Formen ausgeprägt ist. Dies hat weitreichende Konsequenzen für die Bescherten, da davon abhängt, ob der einzelne Weihnachtsmann für etwaige Schäden oder sonstige Beeinträchtigungen, die mit dem Geschenk zusammenhängen, haftbar zu machen ist beziehungsweise ob dies in unbegrenzter oder beschränkter Haftung geschieht. Beispiele für Personengesellschaften wären u.a. Einzelweihnachtsmann, Offene Bescherungsgesellschaft (OBG) und Konditoritgesellschaft (KG), für Kapitalgesellschaften Bescherung mit beschränkter Haftung (BmbH) und Spekulatiengesellschaft (SG). Nicht von der Hand zu weisen wäre die Vermutung, es könne sich um eine eingetragene Weihnachtsmannschaft (eW) handeln. Mangels entsprechender Berichte kann vorläufig nur spekuliert werden, ob für die pluralen Weihnachtsmänner ein Bescherungsverfassungsgesetz existiert. Eine Klärung dieser Frage würde einen entscheidenden Durchbruch in der Bescherungwirtschaftslehre (BWL) bringen.

Eine erhebliche volkswirtschaftliche Relevanz käme im Falle konkurrierender Weihnachtsmänner dem Umstand bei, ob es sich um einen Markt mit vollständiger Konkurrenz oder um ein Oligopol handelt.

4.5 Zur Problematik anderer Bescherungspersonen

Bisher wurde ausschließlich von Weihnachtsmännern ausgegangen. Jedoch liegen in nicht unerheblichem Maße Berichte über andere bescherende Personen vor. Nikolaus und Knecht Ruprecht werden zwar ähnlich dem gemeinen Weihnachtsmann beschrieben, jedoch ist eine personelle Identität nicht eindeutig nachgewiesen. Man könnte das Problem jedoch mit der regionalen beziehungsweise soziologischen Differenzierung der pluralen Weihnachtsmänner erklären. Komplizierter verhält es sich im Falle des bescherenden Christkindes. Hier scheint jegliche personelle Identität mit dem allgemeinen Weihnachtsmann ausgeschlossen. Die Fragestellung bei paralleler Existenz und Bescherung von Weihnachtsmann und Christkind, wäre: Verhalten diese sich gegenseitig
– substituierbar, d.h. können sie letztendlich beliebig gegeneinander ausgetauscht werden,
– komplementär, d.h. bedingen sie sich gegenseitig (ohne Christkind keine Bescherung durch den Weihnachtsmann), oder
– indifferent, d.h. besteht keinerlei funktionale Beziehung zwischen beiden Parteien.

5. Ausblick

Die oben aufgeführte Reihe von Vorschlägen zur Erforschung des Phänomens Weihnachtsmann erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Vielmehr soll sie einen breiten, interdisziplinären Diskurs anregen, der der Vielschichtigkeit des Themas gerecht würde. Wünschenswert wäre dabei auch eine Beteiligung der Sozialwissenschaften. Am Wesentlichsten erscheint es dem Verfasser, dass sich die Wissenschaft in ihrer Gesamtheit dem Thema öffnet, damit der öffentliche Diskussion über den Weihnachtsmann nicht länger von unwissenschaftlichen, von einseitigen Interessen dominierten Argumenten beherrscht wird. Stattdessen möge eine versachlichte, dem Wahrheitsgehalt und nicht der interessenvertreterischen Opportunität verpflichteten Behandlung des immer wieder aktuellen Themas Weihnachtsmann eintreten.

Literatur
– BASSELER, U., J. HEINRICH und W. KOCH: Grundlagen und Probleme der Volkswirtschaft, Köln 1988
– CHRISTALLER, W., Die zentralen Orte in Süddeutschland; Jena 1933
– HACKE, U., Memorandum Mehr zum Thema Weihnachtsmann; Hannover 1995
– N.N., Gibt es den Weihnachtsmann, in: Akzente, Krefeld (Erscheinungsjahr unbekannt; veröffentlicht von ADAM)
– L. SCHÜMER, D., Julenisses Mütze – Weihnachten als Ideologie: Norwegen feiert, in: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 23.12.1995

von Peter Jenkner, Hannover

Lastenrad

Quelle: Otto von Guericke Universität Magdeburg

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Lastenrad statt Rentierschlitten?

Geht es nach Forschenden der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, steigen der Weihnachtsmann und sein Team demnächst vom Rentierschlitten aufs Lastenrad um – ebenso wie andere Zusteller, die ganzjährig im innerstädtischen Bereich unterwegs sind. Das interdisziplinäre Forschungsteam „Lastenraddepot“ um Wirtschaftsingenieur Tom Assmann hat einen Planungsleitfaden für Lastenradumschlagsknoten erarbeitet. Er soll Kommunen und Wirtschaftsunternehmen bei der Planung von sogenannten Mikro-Hubs für den Einsatz von Lastenrädern in innerstädtischen Bereichen unterstützen. Dafür bietet er sowohl einen umfangreichen Werkzeugkasten für den Planungsprozess sowie Einblicke in die Akzeptanz und bürgergerechte Gestaltung der Umschlagsknoten und gibt Empfehlungen für die lastenradgerechte Gestaltung von Stadtstraßen.

„Paket- und Kurierdienstleister wollen solche Umschlagsknoten“, sagt Projektleiter Tom Assmann vom Institut für Logistik und Materialflusstechnik der Universität Magdeburg. Das hätten Untersuchungen ergeben. Umschlagsknoten sind kleinere Depots im Innenstadtbereich, die Kuriere anfahren können, um ihr Lastenrad neu zu beladen. So müsste nur ein großes Fahrzeug am Tag in den Stadtverkehr fahren, um die Stationen zu füllen. Kommunen müssen allerdings aktiv mitwirken, solche Stationen zu schaffen, weil die Flächen in Städten begrenzt sind. Dabei soll der Planungsleitfaden helfen.

„In der Vorweihnachtszeit transportieren Kurier-, Express- und Paketdienste (KEP) bis zu doppelt so viele Pakete wie in den anderen Monaten des Jahres“, erklärt Wirtschaftsingenieur Assmann: „Volle Straßen sowie begrenzte Halte- und Parkmöglichkeiten werden zum Problem für Zusteller und andere Verkehrsteilnehmer.“ Eine Paketzustellung auf Lastenrädern könnte das ändern: Sie sind umweltfreundlich, fahren am Stau vorbei und nehmen beim Halten viel weniger Platz ein. „In Kombination mit geeigneten Umschlagspunkten in den Innenstädten schlagen sie theoretisch aktuelle Logistikkonzepte. Aber die herkömmliche Infrastruktur gibt flächendeckende Lastenradlogistik bisher nicht her“, so Assmann.

Das Team hat für sein vom Bundesverkehrsministerium geförderte Forschungsprojekt bereits mit verschiedenen Dienstleistern zusammengearbeitet, darunter ein lokaler Kurierdienst aber auch große Unternehmen wie UPS und DPD. Die Ergebnisse seien unterschiedlich, aber durchweg positiv ausgefallen, so Tom Assmann. Die Unternehmen hätten CO2 und Geld gespart. „Mit einem Lastenrad ist es in bestimmten Stadtbereichen durchaus möglich, die gleiche Menge Pakete auszuliefern wie mit einem Van, wenn es einen Umschlagsknoten in der Innenstadt gibt. Das Lastenrad kommt dann im Stadtverkehr mindestens genauso schnell oder sogar schneller voran als ein Transporter, da es Zeit beim Abstellen spart.“

Das Projekt „Lastenraddepot“ wird durch das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) aus Mitteln zur Umsetzung des Nationalen Radverkehrsplan 2020 gefördert. Interessierte Kommunen und Unternehmen können den Planungsleitfaden kostenlos auf der Webseite der Uni Magdeburg herunterladen.

Global denken, weltweit arbeiten

Quelle: morgen-berlin.com

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Global denken, weltweit arbeiten

Global denken, weltweit arbeiten – unter diesem Motto findet am 25. Januar 2020 von 10 bis 17 Uhr die jährliche IO-Karrieremesse im Auswärtigen Amt in Berlin statt. Zahlreiche internationalen Organisationen, europäische Institutionen und Nachwuchsförderprogramme beraten dort über Bewerbungsverfahren, mögliche Berufseinstiege sowie Chancen für eine internationale Karriere. Damit ist die IO-Karrieremesse eine gute Gelegenheit für alle, welche die globale Zukunft mitgestalten, im Ausland leben, in multikulturellen Teams arbeiten und dabei auch ihren ganz persönlichen Horizont erweitern wollen.

Die Veranstaltung richtet sich an Studierende, Graduierte und Berufstätige, die an einer Tätigkeit in internationalen Organisationen und europäischen Institutionen interessiert sind. Wie die Veranstalter mitteilen, sind die Berufsprofile der Mitarbeiter von internationalen Organisationen so unterschiedlich wie ihre Arbeitsfelder weltweit. Gesucht werden demnach nicht nur Wirtschafts- und Politikwissenschaftler, sondern auch Architekten, Ingenieure, Chemiker, Ärzte, Juristen, Informatiker, Medienprofis, Geografen, Verwaltungswissenschaftler, Meteorologen und andere.

Es ist übrigens ein Ziel der Bundesregierung, die deutsche Personalpräsenz in internationalen Organisationen zu erhöhen. Um deutschen Bewerberinnen und Bewerbern einen tagesaktuellen Überblick über die Vielzahl der freien Stellen bei internationalen Organisationen und EU-Institutionen zu geben, veröffentlicht das Büro der Koordinatorin für internationale Personalpolitik im Auswärtigen Amt Stellenausschreibungen in einer kostenfreien Datenbank.

Alle Informationen zur IO-Karrieremesse sowie Tickets gibt es auf der Webseite der Veranstaltung. Achtung: Vor Ort ist kein Ticketkauf möglich. Zudem muss für die Sicherheitskontrolle am Eingang ein Ausweisdokument und etwas Zeit mitgebracht werden. Große Gepäckstücke sind nicht erlaubt.

Am 26. Januar 2020 findet zudem das Seminar „Bewerbung bei internationalen Institutionen und Organisationen“ statt, das die Schmidt Gramoll Partnergesellschaft und Seibel WeltWeit Leben in Kooperation mit dem Auswärtigen Amt anbieten. Nähere Informationen zum Seminar gibt es hier.

Softskill-Weekend 2019

Quelle: VWI

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Rückblick auf das erste Softskill-Weekend

Das VWI-Trainerprogramm bietet den studentischen Mitgliedern jetzt ein neues Eventformat an: das Softskill-Weekend. Als Grundlage für die Inhalte dient das Train The Trainer, das ein Mal im Jahr stattfindet. Gemeinsam ist beiden Formaten, dass es auf zwölf Teilnehmende beschränkt ist. Das Softskill-Weekend kann jedoch öfter angeboten werden, da es zum einen vier statt sieben Tage dauert und zum anderen lediglich zwei bis drei Trainer und Trainerinnen involviert sind. Ziel des neuen Events ist es, den studentischen Mitgliedern eine Plattform zu bieten, bei der sie sich zwang- und angstfrei ausprobieren können. Außerdem erhalten sie das Handwerkszeug, das sie in die Lage versetzt, eigene Workshops nach den Standards des VWI-Trainerprogramms zu konzipieren.

Von den Teilnehmenden des ersten Softskill-Weekends in Kaiserslautern haben Vivien Kolczynski und Maximilian Russig positives Feedback erhalten. Bis zur Frühjahrs-HGV in Bremen werden die Trainerkoordinatoren das neue Format auf Grundlage der gesammelten Erfahrungswerte überdenken und gegebenenfalls anpassen. In Bremen wird das Softskill-Weekend dann offiziell vorgestellt.

Ein großer Dank gilt der HG Kaiserslautern, im Besonderen Lisa Goll und Dorothee Frey, die sich um die Organisation gekümmert haben.

Bei Fragen zum Event stehen die Trainerkoordinatoren unter trainer@vwi.org zur Verfügung.

Von Maximilian Russig, Trainerkoordinator im VWI-Trainerprogramm

E-Motoren singen lassen

Quelle: Hochschule München/Dean Causevic

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Elektromotoren zum Singen bringen

Wie klingt die Mobilität von morgen? Dieser Frage widmet sich nicht nur ein Psychoakustik-Team an der TU München, sondern auch ein interdisziplinäres Forschungsteam aus Akustikern und Regelungstechnikern der Hochschule München (HM). Ihr Ziel ist es, Elektrofahrzeuge durch Sound-Design hörbar zu machen. Dafür hat das HM-Team eine Methode und ein Produkt entwickelt, um Elektromotoren zum Singen zu bringen. Die Motoren sollen damit unter anderem selbst zu Lautsprechern werden und sich im Verkehr zukünftig bemerkbar machen können. Denn verglichen mit Verbrennungsmotoren surren Elektrofahrzeuge ungewohnt leise. Um deren Wahrnehmbarkeit und damit die Sicherheit auf den Straßen zu erhöhen, schreibt eine neue EU-Verordnung vor, dass in allen neuen Typen von Elektrofahrzeugen akustische Warnsignale installiert sein müssen.

Bei der Methode des sogenannten „Active Sound Generation“ (ASG) sucht das Forschungsteam nach Möglichkeiten, den Antrieb von Elektromotoren zugleich zur Geräuscherzeugung zu nutzen. Die Stromversorgung des Motors wird dabei so moduliert, dass dieser zusätzlich zu seiner normalen Drehung winzige Bewegungen in Drehrichtung und radialer Richtung ausführt. Die leichte Hin-und-Her-Bewegung, die die Forscher damit erzeugen, ist für das bloße Auge unsichtbar. Das Motorgehäuse lässt sich so in Vibrationen versetzen, dass Schallwellen entstehen und der E-Motor zu singen beginnt. Das Gehirn zur Klangerzeugung ist eine Echtzeithardware zum Ansteuern des E-Motors. Die Hardware wird mit einer beliebigen Audioquelle – etwa einem Handy oder einem MP3-Player – verbunden und setzt deren Audiosignale in Steuersignale um, die dann den E-Motor zum Schwingen bringen.

Singen wie ein Verbrenner – oder ein Sternenjäger aus Star Wars

Alternativ zur zwischengeschalteten Hardware können mit einem im selben Labor entwickelten Produkt, dem sogenannten MXsounddesigner, Klänge auch mathematisch entwickelt und live eingespielt werden. Der Sounddesigner ist den Forschern zufolge so konzipiert, dass der Klang vom Betriebszustand des Motors abhängt und durch das Ändern typischer Motorparameter wie Drehzahl oder Lastverhältnis entsteht. Das System soll ohne wesentliche Zusatzkosten, Bauraum und Mehrgewicht in vorhandene E-Motoren integriert werden können. Welcher Sound letztlich aus E-Fahrzeugen mit einem Sounddesigner ertönt, ist im Prinzip frei wählbar – die Wissenschaftler könnten einen normalen Verbrennungsmotor nachahmen oder auch einen Sternenjäger aus Star Wars. Sogar die Wiedergabe des Radioprogramms oder gesprochene Gefahrenhinweise wären möglich.

Für unerwünschte Geräusche aus dem Motor soll ergänzend zur Technologie der Sounderzeugung (ASG) das Active Noise Cancellation (ANC) zum Einsatz kommen. Diese Technik macht sich den physikalischen Effekt zunutze, dass zwei überlagernde Schwingungen sich gegenseitig aufheben können – eben als destruktive Interferenz. Die neue Methode kann E-Fahrzeuge somit durch Unterdrückung von Störgeräuschen leiser und gleichzeitig durch Hinzufügen von gestalteten Warngeräuschen oder Geräuschen zur auditiven Hervorhebung der Fahrdynamik besser hörbar machen.