Optionen für einen klimaneutralen Verkehr

Quelle: FVV

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Die Forschungsvereinigung Verbrennungskraftmaschinen (FVV) hat in der Studie „Defossilisierung des Transportsektors“ die technischen und wirtschaftlichen Optionen für einen klimaneutralen Verkehr untersucht. Demnach werden die Kosten für Autofahrer voraussichtlich steigen, wenn der Verkehr bis zum Jahr 2050 komplett klimaneutral werden soll. Allerdings mache es keinen großen Unterschied, ob ein Mittelklasse-Pkw einen batterieelektrischen Antrieb, eine Brennstoffzelle oder einen mit E-Kraftstoffen betriebenen Verbrennungsmotor an Bord habe.

Drei Pfade zu einem klimaneutralen Verkehr

Die FVV-Studie untersucht die Gesamtkette von der Stromgewinnung über die Herstellung des Energieträgers bis zum angetriebenen Rad für drei Kombinationen von Antrieb und Energieträger: für die direkte Stromnutzung im batterieelektrischen Antrieb, für die Wasserstoffherstellung per Elektrolyse und dessen Nutzung in einer Brennstoffzelle sowie für die Verwendung klimaneutral hergestellter Flüssig- oder Gaskraftstoffe im Verbrennungsmotor. Für jeden Pfad seien dabei die Minimal- und die Maximalkosten auf Basis der zugrundeliegenden Herstellungsverfahren detailliert berechnet worden. Trotz der Varianten unterscheiden sich laut FVV die in der Studie ermittelten Mobilitätskosten für einen klimaneutralen Verkehr nur wenig. Den geringsten Wert für einen Pkw erreiche ein mit E-Methan betriebenes Fahrzeug mit 28,4 Cent pro Kilometer. Für Elektro-Pkw liege der Wert bei 29,4 Cent pro Kilometer, für Brennstoffzellenfahrzeuge bei 29,9 Cent. Die Mobilitätskosten würden von den Fahrzeuganschaffungskosten dominiert.

Umso deutlichere Unterschiede zeige die Studie beim Blick auf den gesamtwirtschaftlich notwendigen Investitionsbedarf für die verschiedenen Szenarien; dieser schwanke zwischen knapp 300 und rund 1.700 Milliarden Euro. Auch hier hätten die über 20 Jahre kumulierten Fahrzeugmehrkosten einen deutlich höheren Anteil als die Investitionen in die Infrastruktur für Strom- und Kraftstoffherstellung.

Laut FVV stellt die Studie neben den technischen und wirtschaftlichen Optionen für einen klimaneutralen Verkehr eine Vielzahl weiterer Ergebnisse bereit. Unter anderem seien die Risiken, die mit der Distribution und der Nutzung neuer Kraftstoffe im Fahrzeug verbunden sind, eingehend analysiert worden. Auch den Forschungsbedarf, der bei der Produktion der Energieträger, der Energiebereitstellung sowie in der Fahrzeug- und Antriebstechnik noch bestehe, habe das Autorenteam analysiert.

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