Minifabrik Skinmade

Quelle: Fraunhofer IPA/Foto: Rainer Bez

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Wissenschaftler vom Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA haben eine Minifabrik gebaut, mit der sie personalisierte Hautcreme direkt am Verkaufspunkt wirtschaftlich herstellen können. In drei Douglas-Filialen ist die Minifabrik bereits im Einsatz, die Wirtschaftsingenieur Viktor Balzer gemeinsam mit seinem Team entwickelt hat. Das Gerät ist nicht größer als ein kleiner Schrank, hat ein Touchdisplay und ein Ausgabefach für das personalisierte Produkt.

In sieben Minuten zum fertigen Podukt

Um die Minifabrik bedienen zu können, ist weder dermatologisches Fachwissen noch Erfahrung im Umgang mit Maschinen nötig. Ohnehin steht in den Filialen immer ein Mitarbeiter bereit. Denn Balzer zufolge interagieren die meisten Menschen lieber mit anderen Menschen als mit Maschinen. Zudem müsse die sensorische Messung, bei der Feuchtigkeits- und Fettgehalt der Haut erfasst werden, an genau festgelegten Stellen im Gesicht erfolgen.

Nach der Messung werten selbstlernende Algorithmen die Ergebnisse aus und berechnen, welche Inhaltsstoffe die personalisierte Hautcreme in welcher Konzentration enthalten soll. Messergebnisse und Inhaltsstoffe werden dann auf dem Display angezeigt. Und nach einem Klick auf die Schaltfläche „Kaufen und produzieren“ stellt die Minifabrik die personalisierte Hautcreme her – nach etwa sieben Minuten kann ein Tiegel mit 30 Millilitern der personalisierten Gesichtspflege mitgenommen werden. Laut Balzer reicht die Menge für vier bis sechs Wochen. Danach sei eine erneute Messung ratsam, um zu sehen, wie sich der Hautzustand zwischenzeitlich verändert hat und ob das Produkt angepasst werden sollte.

Ein Start-up für die Minifabrik

Bereits Anfang März hat Viktor Balzer gemeinsam mit Lars Rüther, dem Forschungs- und Entwicklungsleiter von dermatest, für die Vermarktung der Minifabrik das Start-up Skinmade GmbH gegründet. Balzers Ziel ist es zunächst, dass Skinmade schon bald in weiteren Douglas-Filialen vertreten ist. Darüber hinaus sieht er die Zukunft aber eher im Online-Handel, beispielsweise indem die Kunden in den Geschäften nur noch ihren Hautzustand messen und ihre Creme dann zugeschickt bekommen. Außerdem arbeitet Skinmade gerade an einem Mini-Hautmessgerät samt zugehöriger App für zu Hause – dann müssten die Kunden nicht einmal mehr das Haus verlassen, um ihre personalisierte Hautcreme zu erwerben. Bis Mitte 2019 soll es soweit sein.

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