Quelle: Siemens AG

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Spezielle Plattformen für die Industrie 4.0 machen die Anbindung der Maschinen an das Internet und die Auswertung der riesigen Datenmengen überhaupt erst möglich. Unter den Anbietern gibt es derzeit einen scharfen Wettbewerb.

Viele Menschen sind bereits über das Internet vernetzt, und unter dem Schlagwort Industrie 4.0 folgen derzeit die Maschinen. Sinn der Datenströme zwischen industriellen Anlagen ist ein Informationsaustausch über alle Stufen der Produktion, möglichst bis hin zum Kunden. Produktion, Logistik und Lagerhaltung sollen so miteinander interagieren und sich jeweils auf den aktuellen Bedarf flexibel einstellen können. Außerdem bekommen Produktionsanlagen einen digitalen Zwilling, also eine simulierte virtuelle Abbildung, mit dem die reale Maschine mit Hilfe von Sensoren ständig Daten über ihren Status austauscht. Beim industriellen Internet der Dinge (Internet of Things, IoT) geht es damit nicht nur um Software, Datenbanken und Vernetzung, sondern auch um Standards und das Verarbeiten von Big Data. Nach Schätzungen von Siemens sind bislang erst rund 3,5 Prozent der Fabriken weltweit an eine IoT-Plattform angeschlossen – in zehn Jahren könnten bereits 75 Prozent der Fertigungsstätten digital angebunden sein. Und das Beratungsunternehmen Frost & Sullivan erwartet, dass allein der industrielle Servicemarkt dank der neuen digitalen Möglichkeiten bis zum Jahr 2021 um jährlich etwa sieben Prozent auf 125 Milliarden Dollar wachsen wird.

Unter den Cloud-Plattformen, welche die Anbindung der Maschinen an das Internet und die Auswertung der riesigen Datenmengen überhaupt erst möglich machen sollen, gibt es derzeit einen scharfen Wettbewerb. General Electric (GE) mit Predix, Siemens mit Mindsphere, PTC mit Thingworx, Konzerne wie SAP, IBM, Amazon oder Microsoft mit ihren jeweiligen Angeboten – noch ist offen, welches Unternehmen und welche Lösung einmal den Markt dominieren wird. Einer der Gründe für diese Situation ist dem Onlinemagazin t3n zufolge, dass bislang keines dieser Unternehmen einen sogenannten Netzwerkeffekt bewirken konnte. Der Netzwerkeffekt beschreibt den Nutzen eines Dienstes: Dieser Nutzen fällt für den Einzelnen umso größer aus, je mehr Menschen den jeweiligen Dienst verwenden – wer beispielsweise viele Freunde bei Facebook oder WhatsApp hat, wird nicht lange nach Alternativen suchen. Die Branche hält es jedoch auch für möglich, dass sich – ähnlich wie iOS und Android im Bereich Smartphones – langfristig mehrere starke Konkurrenten den IoT-Markt teilen.

Der t3n-Text schildert zudem die aktuelle Wettbewerbssituation, vor allem mit Blick auf den Wettlauf zwischen GE und Siemens – beziehungsweise zwischen den USA und Europa. Bei der IT-Revolution seien Innovationen in den vergangenen Jahrzehnten fast immer aus den USA gekommen, schreibt t3n, und Asien habe sich ab den 1980er Jahren zur Werkbank der IT-Branche entwickelt. Europa sei Nachzügler geblieben: „Doch Europa bekommt eine zweite Chance, denn die zweite große Welle der Digitalisierung und Vernetzung hat gerade erst begonnen.“

Einen Überblick über IoT-Lösungen liefern beispielsweise das US-amerikanische Unternehmen M&S-Consulting oder die Plattform IoT One. Welche Fragen Unternehmen bei der Suche nach der geeigneten IoT-Plattform für sich klären müssen, um eine teure Fehlentscheidung zu vermeiden, analysiert der Artikel „Was IoT-Plattformen können müssen“ auf IT Zoom. (ph)

Ein Thema des Kompetenznetzwerks Information & Organisation.

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