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Völlig andere Regeln erwartet PricewaterhouseCoopers (PwC) schon in wenigen Jahren für den europäischen Automobilmarkt. Das zeigt die Studie „eascy – Die fünf Dimensionen der automobilen Transformation“, welche die Unternehmensberatung pünktlich zur Internationale Automobil-Ausstellung (IAA) vorgelegt hat. Das Auto der Zukunft ist demnach electrified, autonomous, shared, connected und yearly updated.

Preiswerte Sharing-Konzepte entscheidend

Die Elektrifizierung des Antriebs und der bevorstehende technische Durchbruch bei selbstfahrenden Autos sieht PwC als automobile Megatrends. Von entscheidender Bedeutung sei jedoch der zu erwartende Durchbruch preiswerter Sharing-Konzepte. Der heutige Regelfall, wonach sich die meisten Menschen in ihrem eigenen Fahrzeug fortbewegen, ist demnach in Zukunft nur noch ein Mobilitätskonzept unter vielen: Die Studie geht davon aus, dass 2030 bereits mehr als jeder dritte auf Europas Straßen gefahrene Kilometer mit einer Form von Car-Sharing absolviert wird. „Konkret: Dadurch, dass immer mehr Menschen auf Car-Sharing-Modelle setzen, gibt es künftig zwar deutlich weniger Autobesitzer, zugleich nimmt aber der Individualverkehr massiv zu“, heißt es bei PwC. Aufgrund der zunehmenden Konnektivität werde sich der Individualverkehr in Zukunft jedoch sehr viel besser organisieren lassen. Und in der Automobilindustrie erwarten die Berater angesichts dieser vier Entwicklungsthemen – electrified, autonomous, shared, connected – ein deutlich schnelleres Innovationstempo. Anstelle von Modellzyklen mit einer Länge von fünf bis acht Jahren werde die Modellpalette künftig jährlich aktualisiert, um immer wieder die neusten Hardware- und Softwareentwicklungen zu integrieren.

Sinkende Margen, steigende Investitionen

Doch was bedeutet die Entwicklung nun für die Hersteller und Zulieferer – gerade in Deutschland? Das PwC-Szenario geht davon aus, dass die Zahl der jährlichen Neuzulassungen in Europa bis 2030 um ein Drittel auf mehr als 24 Millionen Autos steigen könnte; nur so würde sich der höhere Verschleiß durch Car-Sharing-Konzepte kompensieren lassen. „Die Automobilkonzerne und ihre Zulieferer werden in den nächsten Jahren lebenswichtige Entscheidungen treffen müssen“, glaubt Christoph Stürmer, Global Lead Analyst von PwC Autofacts. Einerseits hätten sie – vor allem wegen des Drucks der großen Flottenbetreiber – mit sinkenden Margen zu kämpfen, andererseits müssten sie ihre Investitionen in neue Fabriken, Elektromobilität und die übrigen Megatrends signifikant steigern. Zugleich würden neue Wettbewerber aus der Technologiebranche in den Markt drängen. Dadurch könnte sich der Anteil klassischer Player an den globalen Branchengewinnen von derzeit 85 Prozent bis 2030 auf weniger als 50 Prozent verringern. Das geht aus einer parallel veröffentlichte Studie der PwC-Strategieberatung Strategy& hervor. Stürmer: „Dauerhaft überleben kann in diesem Szenario nur, wer sich entweder auf der Produktseite als klarer Innovationsführer behauptet – oder wer Mobilität eben nicht mehr nun als Produkt, sondern als Service versteht und seinen Kunden einfach zu nutzende, bequeme und günstige Angebote bietet, eben ihr Leben ‚eascy‘ macht.“

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