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Führungkräfte, die ihrer Qualitätsverantwortung nie, selten oder nur teilweise nachkommen – ein Einzelfall? Nein: Alltag in knapp sechzig Prozent deutscher Unternehmen, wie die Studie „Qualitätsbewusstsein als Wettbewerbsfaktor“ des Instituts für Change Management und Innovation (CMI) zeigt. An der Studie nahmen mehr als 200 Industrie- und Dienstleistungsunternehmen unterschiedlicher Größe aus Deutschland teil. Eine Langfassung der Ergebnisse gibt es hier, eine schnelle Übersicht auf einer Seite hier.

Fehlendes Know-how, fehlender Wille

Eine Mehrheit der Befragten attestiert Führungskräften zumindest teilweise fehlendes fachlich-methodisches Know-how, um eine Qualitätskultur im Unternehmen zu verankern und die Unternehmensstrategie entsprechend auszurichten. Noch bemerkenswerter ist aus Sicht der Forscher die Tatsache, dass es bei ebenso vielen Führungskräften aber offenbar auch am Willen fehlt, sich zielgerichtet für Qualitätsverbesserungen in ihrem Unternehmen einzusetzen. Vor diesem Hintergrund verwundert es nicht, dass die Qualitätskultur im eigenen Unternehmen von 62 Prozent der Studienteilnehmer als neutral, schwach oder sogar sehr schwach beschrieben wird. Die Hintergründe sind den Studienautoren zufolge klar: „Was Führungskräfte nicht können und wollen, werden sie nicht vorleben. Gerade beim Thema Qualität muss aber das Management ganz klar den Takt angeben. Hier ist vor allem das täglich sichtbare und konsequent gezeigte Vorbild in Sachen Qualität ein wesentlicher Erfolgsfaktor. Nur so lässt sich das Bewusstsein für exzellente Qualität wirksam in der Unternehmenskultur verankern und wird zum entscheidenden Wettbewerbsvorteil.“

Wie die Studienautoren weiter ausführen, zahlen die Befragten für schlechte Qualität teilweise erheblich drauf: 26 Prozent von ihnen hatten Kosten zwischen drei und knapp sechs Prozent des durchschnittlichen Gesamtumsatzes der letzten drei Jahre, knapp acht Prozent hatten Kosten von bis zu zehn Prozent des Umsatzes. Bei knapp drei Prozent fiel sogar mehr als ein Zehntel ihres Umsatzes der schlechten Qualität zum Opfer.

Wege zu besserem Qualitätsbewusstsein

Als Weg aus dem Qualitätsdilemma empfiehlt die Studie: Wissen aufbauen, Vorbild sein und die Mitarbeiter dazu motivieren, in Sachen Qualität am gleichen Strang und in die gleiche Richtung zu ziehen. Bislang würden in vielen Unternehmen die Bereiche lieber auf die Suche nach Schuldigen gehen, anstatt Qualitätsprobleme gemeinsam zu lösen oder vorausschauend zu vermeiden. Zu den weiteren Handlungsempfehlungen der CMI-Studie gehören unter anderem, Qualitätsziele diagonal abzustimmen, Schnittstellenprobleme konsequent und nachhaltig zu überwinden, die Führungskräfte für alle sichtbar in die Pflicht zu nehmen und das Thema Qualitätsbewusstsein zur Top-Management-Aufgabe zu machen.

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