Virtual Reality

Quelle: HLRS/Fabian Dembski

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Das wegen der Corona-Pandemie erforderlich gewordene Social Distancing treibt in vielen Bereichen die Digitalisierung voran. Das gilt auch für Virtual Reality: Normalerweise werden Simulationsergebnisse aus Supercomputern oder Konstruktionsdaten aus CAD-Systemen in einer sogenannten Cave visualisiert und im Team analysiert. Cave steht für Cave Automatic Virtual Environment und bezeichnet einen Raum zur Projektion einer dreidimensionalen Illusionswelt. Das System wird vor allem in Forschung und Industrie genutzt, beispielsweise beim Autodesign, und bietet mehreren Nutzern gleichzeitig die Möglichkeit, die jeweilige virtuelle Welt zu erleben. Visualisierungsexperten aus sechs baden-württembergischen Hochschulen haben nun im Projekt Virtuelle Kollaborationslabore Baden-Württemberg (KoLab-BW) eine Softwareplattform entwickelt, die auch räumlich getrennt arbeitenden Personen die Kooperation in virtuellen Umgebungen ermöglicht.

Die Plattform stellt einen virtuellen Meeting-Raum zur Verfügung, in dem sich Teams aus Wissenschaft, Forschung, Entwicklung und Anwendung treffen können – mit Hilfe der im Projekt KoLab-BW entwickelten Virtual-Reality-Software sowie kostengünstiger, kommerziell verfügbarer VR-Brillen und Controllern. Im Gegensatz zur klassischen Cave kann die Hardware des virtuellen Meeting-Raums an beliebiger Stelle stehen. In diesem Raum können die Teams über Avatare miteinander interagieren und gemeinsam 3D-Visualisierungen analysieren – direkt von ihrem Arbeitsplatz aus oder sogar im Homeoffice.

Die Technik soll insbesondere in Situationen, die ein spontanes persönliches Zusammenkommen erschweren, die Zusammenarbeit unterstützen und maßgeblich die aktuell erschwerten Arbeitsprozesse erleichtern – etwa bei verteilten Standorten der Mitarbeitenden oder eben bei Social Distancing. Das Entwicklerteam geht davon aus, dass diese Anwendung von Virtual Reality nicht nur in Corona-Zeiten unter anderem dazu beitragen wird, wissenschaftliche Erkenntnisse zu beschleunigen oder die Einführungszeit neuer Produkte am Markt deutlich zu verkürzen. Zudem wird erwartet, dass die neue Software im Bereich von Schulung und Training von großem Nutzen sein wird. So könnte sie die Ausbildung von Studierenden maßgeblich unterstützen oder auch für moderne Methoden des Distance Learnings genutzt werden.

Am KoLab-BW-Projekt sind das Kompetenzzentrum Virtual Engineering Rhein-Neckar (KVE) der Hochschule Mannheim, das Höchstleistungsrechenzentrum Stuttgart (HLRS) und das Visualisierungsinstitut der Universität Stuttgart (VISUS) sowie die Universität Ulm, die Hochschule Albstadt-Sigmaringen und die Hochschule Ravensburg-Weingarten beteiligt. Gefördert wird das Projekt durch das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg.

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