Quelle: ESI/Herrenknecht

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Das Virtual Dimension Center Fellbach hat ein Whitepaper zu den Möglichkeiten und Vorteilen einer Virtuellen Abnahme im Maschinenbau veröffentlicht. Hersteller und Abnehmer sollen so Zeit und Kosten einsparen können.

Wenn die Abnahme mindestens eines Teilaspektes eines Produktes ohne physische Realisierung erfolgt, können Hersteller sowie Abnehmer Zeit und Kosten einsparen. Das geht aus dem neuen Whitepaper „Die Virtuelle Abnahme im Maschinenbau“ des Virtual Dimension Center (VDC) hervor. Der juristische Begriff der Abnahme bezeichnet allgemein eine Erklärung, dass ein Produkt oder ein Zustand bestimmten Kriterien entspricht. Im Sondermaschinenbau benennt man die Abnahme eines Produktes beim Hersteller als Werksabnahme, welcher häufig ein Site Acceptance Test (SAT) beim Kunden folgt. Bei der Abnahme prüfen Auftraggeber und Auftragnehmer gemeinsam, ob die Spezifikationen des Pflichtenheftes zutreffen und alle Änderungsanforderungen umgesetzt wurden. Nach §640 BGB hat der Unternehmer einen Anspruch auf die Abnahme, wenn das Werk – abgesehen von unwesentlichen Mängeln – vertragsgemäß hergestellt ist.

Dem VDC zufolge kommt es jedoch im Zuge der Abnahme immer wieder zu Fehlern, welche diese Abwicklung verzögern – beispielsweise unzureichende Vorbereitungen beim Hersteller, zu grobe Abnahmemodalitäten oder fehlende Dokumentationen. „Virtuelle Techniken könnten den Prozess der Werksabnahme optimieren und so helfen, Zeit und Kosten einzusparen“, sagt VDC-Geschäftsführer Dr. Christoph Runde: „Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, wie digitale 3D-Modelle eine vorzeitige Abnahme beeinflussen könnten – das beginnt mit dem Design und endet bei dem Arbeitsschutz.“ Fotorealistische 3D-Abbildungen etwa erlauben dem Papier zufolge die frühzeitige Abstimmung von Geometrie, Materialien und Farbgebung eines Produktes. In einem 3D-Modell können sich die Bedienbarkeit einer Maschine sowie die Einsehbarkeit und Erreichbarkeit wichtiger Bereiche mit den Händen und Werkzeugen prüfen lassen, Prozess-Simulationen können technische Nachweise erbringen. Weiterhin sind demnach Aspekte der Serviceability virtuell nachweisbar, etwa die De-/Montierbarkeit oder Montagereihenfolge. Auch für die Abnahme der Automatisierungstechnik könne die Virtuelle Abnahme Vorteile bringen: Der Hersteller könne in 3D-Modellen zeigen, dass Sensorik und Aktorik sowie das Automatisierungskonzept richtig ausgelegt seien und es nicht zu Kollisionen und Deadlocks komme. Verbunden mit dem Automatisierungskonzept lasse sich zudem virtuell die Wirkung von Trennsystemen und Abschalteinrichtungen nachweisen, was einen wichtigen Aspekt im Bereich der Arbeitssicherheit darstelle.

Wie das VDC weiter mitteilt, existieren in der Automobil- und Flugzeugbranche bereits erste Ansätze für virtuelle Zertifizierungen. Flugzeugsitze werden demnach schon virtuell vorzertifiziert. Und der Automobilsektor verfolge das Ziel eines Virtuellen TÜV und arbeitet derzeit daran, immer mehr Aspekte der Allgemeinen Betriebserlaubnis virtuell abzudecken. Umgesetzt sei dies bislang unter anderem für die Außenkante nach ECE-R26 und die Radabdeckung nach EG 78/549. Das VDC rechnet damit, dass der Maschinenbau einen ähnlichen Weg beschreiten wird. (ph)

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